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  Umwelt
 
Die Situation der Honigbienen - 15.9.2007

 

(mw) Einen informativen Vortrag zum Thema "Die Situation der Honigbiene zwischen Varroa-Milbe und Gentechnik erfordert unser Umdenken" bot am Freitag, den 14.9., im K3N Norbert Poeplau vom Demeter-Imkereibetrieb "Fischermühle", einer Lehr- und Versuchsimkerei in Rosenfeld. Dort im Albvorland und auf dem Kleinen Heuberg entwickelt die Vereinigung für wesensgemäße Bienenhaltung mit ungefähr 130 Bienenvölkern neue Betriebsweisen. Das Anwesen "Fischermühle" mit Grundstücken und Gebäuden gehört der gemeinnützigen Stiftung "Helixor", deren Ziel es ist, die Wissenschaft und Forschung sowie die Bildung und Erziehung auf der Grundlage der anthroposophischen Geisteswissenschaft von Dr. Rudolf Steiner zu fördern. So waren die Veranstalter des Vortrags auch Volker Dauner, der hiesige Pfarrer der "Christengemeinschaft",  in Zusammenarbeit mit Attac Nürtingen.

Mit eindrucksvollen Fotos gab der Referent nach der Begrüßung durch Jochen Findeisen von Attac Nürtingen zunächst Einblicke in das Leben eines Bienenvolkes. Staunen erweckte sein Eingangs-Statement, dass Bienen schon seit 30 - 80 Millionen Jahren auf der Erde leben, garniert von einem Bild einer in Bernstein eingeschlossenen Biene.

Damals hätten schwache Bienenvölker auch den Winter nicht überlebt, das sei normal. Dies habe eine Selektion über einen langen Zeitraum ergeben. Nicht normal sei aber, dass unlängst durchschnittlich 60-80% der Bienenvölker in Nordamerika, von der West- bis zur Ostküste und im Norden bis nach Kanada, zugrunde gegangen seien. Dort werden Bienenvölker hauptsächlich in der "Bestäubungsimkerei", oft in Monokulturen wie Blaubeeren-Anpflanzungen eingesetzt, was den dortigen Imkern Geld bringt.

Auch hier bei uns sei die Landschaft für Bienen erschreckend ausgeräumt: Folge menschlicher Aktivitäten. EU-Studien zufolge seien die Blüten und Wildbienen bei uns über 70 % zurück gegangen. "Die Koppelung Blüte/Biene ist eine ganz enge", so Norbert Poeplau.

Erschwerend für die Nahrungssuche der Bienen seien exzessive Mahd, endlose Rapsfelder, Spritzungen von Gift oft auch tagsüber bei Bienenflug. Über große Flächen sei keine einzige Blüte mehr zu finden.

Zur Problematik der Imkerei gehöre auch die Varroa-Milbe und der Einsatz der "grünen Gentechnik". Seit 1977 sei die Varroa-Milbe bei uns, gekommen, oder besser gesagt "hergeholt worden" aus Asien. Wenn der Imker nicht 1 - 2 Mal im Jahr gegen Varroa-Milben behandle - in der "Fischermühle" verwendeten sie Ameisensäure und Oxalsäure, experimentierten auch mit Hitzebehandlung - komme das Volk um. Der Kleine Bienenstock-Käfer sei noch nicht hier, innerhalb von vier Jahren habe er sich aber flächendeckend über die USA verbreitet.

"Genpollen" im Honig seien auch durch die gesetzlichen Grenzabstände nicht zu verhindern. "Wir vermuten, dass Genpollen ein Faktor von vielen ist, der Völker zusammenbrechen lässt", so Poeplau, so sei in Bt-Mais ein Insektizid enthalten, das die Darmwand von Maden zerstöre. Der Bt-Mais ist eine Variante, in die gentechnisch ein Gen des Bakteriums Bazillus thuringensis (Bt) eingeschleust wurde.

Auch der israelische akute Paralysevirus (Akutes-Bienen-Paralyse-Virus, ABPV) zerstöre Völker.

Am Schluß gab der engagierte Referent ein Zitat von "Brave Buffalo" (siehe unten) zu bedenken, erinnerte nochmals daran, dass eine reichhaltige Blütenvielfalt für Bienen enorm wichtig sei und merkte an, dass 30 % der menschlichen Nahrung sich auf die Bestäubungstätigkeit von Bienen zurück führen lässt. Auch beantwortete er zahlreiche Fragen der interessierten Zuhörerschaft.

 

                                    *

 

"Ich habe im Verlauf meines Lebens gelernt, dass alle Menschen eine Neigung zu einem bestimmten Tier, einem Baum, einer Pflanze oder einem Fleckchen Erde haben. Wenn sie dieser Vorliebe mehr Beachtung schenken und danach trachten würden, auch wirklich zu verdienen, was sie so anzieht, dann würden ihnen ihre Träume sagen, wie sie ein reineres Leben führen könnten. Ein Mensch soll sein Lieblingstier auswählen und es studieren, bis er die Unschuld seines Verhaltens versteht und seine Laute und seine Bewegungen deuten kann. Die Tiere wollen sich dem Menschen mitteilen, aber Wakan Tanka will nicht, dass sie es zu direkt tun – der Mensch muss sich Mühe geben, sie zu verstehen."

Brave Buffalo, Medizinmann der Teton Sioux


 


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