Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Kurznachrichten
Zukunftsfähiges NT
NTegration
Veranstaltungstipp
Foto der Woche
EssBar

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel
Kleinanzeigen

  Über uns


 

  Umwelt
 
Hochschule stellt Genversuche ein - 10.4.2008
Besetzer wollen in den nächsten Tagen abziehen

 

(th) Auf einer Pressekonferenz am 9. April teilte Professor Dr. Werner Ziegler mit, dass die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), ihre Genversuche auf absehbare Zeit, das heißt mindestens fünf Jahre, einstellt. Professor Dr. Andreas Schier, der wissenschaftliche Leiter des Projektes, komme der dringenden Empfehlung der Hochschulleitung und des Hochschulrates nach, das Forschungsprojekt mit gentechnisch veränderten Maispflanzen einzustellen.

Rektor Ziegler betonte, dass die kritische und differenzierte Haltung der Hochschulleitung gegenüber dem Projekt bekannt ist. Er machte keinen Hehl daraus, dass der wachsende öffentliche Druck und die Feldbesetzung auf dem Lehr- und Versuchsbetrieb Tachenhausen die nun gefasste Entscheidung beschleunigt habe. Er ließ aber erkennen, dass er keine Reue über die Entscheidung empfinde. Nach wie vor gilt für die Hochschulleitung allerdings das uneingeschränkte Prinzip der Freiheit der Forschung und Lehre. Daran habe sich nichts geändert. Ein Ende des Projektes war daher nur mit der Zustimmung des beteiligten Wissenschaftlers möglich.

Der Projektleiter Professor Dr. Andreas Schier beugt sich dem auf ihn ausgeübten Druck. In einer Pressemitteilung läßt er mitteilen „Es gibt für mich keinerlei fachlichen oder wissenschaftlichen Gründe, die mich zum Rückzug bewogen haben, aber ich gebe dem Druck der Hochschulleitung und des Hochschulrates nach.“ Ihm liege, so Schier, der Hochschulfrieden am Herzen. Hinzu kommen persönliche Anfeindungen, die vermehrt auch sein Privatleben und seine Familie beträfen. Diesen Druck könne er auch seinem persönlichen Umfeld nicht länger zumuten. Für den Forschungsstandort Deutschland sei diese Entscheidung allerdings ein weiterer Schlag.

Kanzler Roland Bosch erwartet durch die Beendigung der Versuche keine rechtlichen oder finanziellen Konflikte mit dem Konzern Monsanto. Monsanto ist Betreiber der Versuche, die Hochschule stellt dafür die Flächen und Arbeitskräfte zur Verfügung und erhält dafür eine Entschädigung, die ihre Kosten deckt. Im Jahr 2007 erhielt die Hochschule ca. 35.000 €, mit denen unter anderem eine halbe Stelle für wissenschaftliche Mitarbeiter finanziert wurde. Die Hochschule wird nun klären wie die Stelle weiter finanzeirt werden kann.

Rektor Dr. Ziegler betonte in dem Pressegespräch, dass er immer Verständnis für die Proteste gegen die Gentechnikprojekte gehabt habe. Gleichwohl seien Feldbesetzungen keine legalen Mittel der Auseinandersetzung. Die Hochschule habe aber nicht eine polizeiliche Räumung veranlasst, sondern das Gespräch mit den Aktivisten gesucht. Dieser Dialog hat vor dem Pressegespräch in konstruktiver Atmosphäre stattgefunden.

Dr. Helmut Gundert vom Aktionsbündnis gegen Gentechnik bedauerte, dass die Hochschule 12 Jahre für diesen Meinungswandel im Sinne der Bürger gebraucht habe. Andere sprachen dem Rektor ihre Hochahchtung für diese klare Entscheidung aus.


 


Anzeigen




Impressum
© 2004-2017 Nürtinger STATTzeitung