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  Umwelt
 
Auf dem Höhepunkt - 27.4.2008
Das postfossile Energiezeitalter beginnt jetzt

 

(th) Wir haben das Maximum der Verfügbarkeit fossiler Energieträger erreicht. Jetzt kommt die Wende. So lässt sich der Vortrag von Dr. Werner Zittel bei den Nürtinger Energietagen zusammenfassen.

In der letzten Zeit wird der Energieverbrauch vor allem mit Blick auf die Klimaauswirkungen des mit Verbrennungsprozessen verbundenen Kohlendioxidausstoßes diskutiert und für eine Verringerung des Verbrauchs fossiler Energieträger plädiert. Dr. Zittel betrachtete im Panoramasaal der Stadthalle das Thema auch unter dem Aspekt der begrenzten Verfügbarkeit der meisten Energieträger.

Am Beispiel des Erdöls legte er zunächst dar, dass etwa seit 1990 die Menge der neu entdeckten Vorräte unter den jährlichen Verbrauch gesunken ist. An einem grafischen Modell zeigte er, dass die Förderkapazität eines Ölfeldes relativ schnell sein Maximum erreicht und dann langsam sinkt. Wenn ein weiteres Feld erschlossen wird steigt zwar die Förderkapazität, die Förderdauer wird aber nur geringfügig verlängert, stattdessen sinkt die Förderkapazität vom Höhepunkt aus stärker ab. Aus der Betrachtung der Förderzahlen der erdölproduzierenden Staaten zieht er den Schluss, dass der Förderhöhepunkt Mitte dieses Jahrzehnts erreicht wurde – und es nun steil bergab geht. Die steigenden Energiepreise sind eine erste Reaktion darauf. Ähnlich sieht die Situation bei Erdgas, Kohle und auch bei Atomenergie aus. Der Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung wird also zwangsläufig erfolgen ganz einfach weil die Vorräte verbraucht sein werden.

Dr. Zittel hält es aber für möglich die bisherigen begrenzten Energieträger durch erneuerbare Energiequellen – Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, Biomasse, Geothermie - zu ersetzen. Das bedeutet aber einen Strukturwandel in der Energieversorgung. Anstelle des universell einsetzbaren leicht speicherbaren Erdöls mit hoher Energiedichte wird überwiegend Strom treten. Das wird insbesondere für die Mobilität zu Einschränkungen führen, da elektrische Energie nicht so schnell „getankt“, nicht so dicht gespeichert und nicht so gut in Kraft und Geschwindigkeit umgesetzt werden kann. Der Raumwiderstand wird also steigen. Wir werden nicht mehr so leicht weit entfernte Orte erreichen und Transportwege werden sich stark auf die Preise von Gütern auswirken. In der anschließenden Diskussion räumte der Referent ein, dass die heutige Technik noch nicht für eine postfossile Mobilität geeignet ist. Die für Elektrofahrzeuge verfügbaren Batterien seien zur Zeit nur in Hybridfahrzeugen alltagstauglich, die teils mit Benzin, teils mit Elektroenergie betrieben werden. Auch Brennstoffzellen als Fahrzeugantriebe sind bisher erst in der Erprobungsphase.

Für die Heizung der Wohnungen sieht Dr. Zittel im postfossilen Energiezeitalter nach einer Umstellungsphase keine gravierenden Probleme. Es ist ja inzwischen bekannt, dass Häuser besser isoliert werden müssen und dann macht es keine Schwierigkeit sie mit Sonnenenergie oder Erdwärme zu beheizen. Auf jeden Fall sind die kommenden Jahre besonders spannend, in denen wir nicht den Status quo verlängern, sondern den Wandel aktiv gestalten sollten, damit der Umbruch nicht zu Krisen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systems führt.

Unterstützung bei der Gestaltung des Wandels zumindest beim Energieverbrauch in den eigenen vier Wänden bot anschließen Harald Rothfuß vom Energieberatungszentrum Nürtingen, der Energieagentur des Landkreises Esslingen, an. Seit Anfang des Jahres kann man bei dieser unabhängigen Institution, die von kommunalen, gewerblichen und gemeinnützigen Institutionen getragen wird, in der Alten Seegrasspinnerei Information und Beratung sowohl bezüglich der Gebäudeheizung wie bezüglich des Energieverbrauchs von Haushaltsgeräten bekommen.


 


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