Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Kurznachrichten
Zukunftsfähiges NT
NTegration
Foto der Woche
EssBar

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Kinderzeitung
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel

  Über uns


 

  Kultur
 
Eröffnung des DENK ORTs an der Kreuzkirche am 9. November 2015 - 10.11.2015
Im Wechsel wird an verschiedene Opfer und Leidtragende der NS-Zeit erinnert

 
(mw) Der Kultur-, Schul- und Sozialausschuss des Nürtinger Gemeinderates beschloss im März 2015 einstimmig, das Konzept der Nürtinger "Gedenkinitiative für die Opfer und Leidtragenden des Nationalsozialismus" für ein Mahnmal umzusetzen. Dieser DENK ORT wurde am 9. November 2015 feierlich und eindrucksvoll eröffnet.

Statt eines künstlerisch gestalteten Denkmals für alle Gruppen von NS-Opfern, wie es in vielen anderen deutschen Städten zu finden ist, werden, so Manuel Werner, bei dem Nürtinger Konzept die einzelnen Schicksale der Betroffenen herausgestellt und jeweils über einen begrenzten Zeitraum hinweg der Öffentlichkeit vorgestellt. Dahinter stehe die Überzeugung, dass durch die Konfrontation mit konkreten Einzelbiographien mehr Aufmerksamkeit und Mitgefühl beim Betrachter ausgelöst werden. Außerdem lasse sich auf diese Weise die Vielfalt und die Unterschiedlichkeit des NS-Unrechts besser darstellen.

Die Nürtinger Gedenkinitiative hat seit ihrer Gründung vor vier Jahren umfangreiche Vorarbeiten für die Gestaltung des DENK ORTs geleistet. Sie hat Material für zahlreiche Biographien Nürtinger NS-Opfer zusammengetragen, teils aus vorhandener Literatur, teils durch eigene Recherchen, und dieses auf der selbst erstellten Webseite „Nürtinger NS-Opfer“ veröffentlicht. Außerdem hat sie verschiedene Alternativen zur jetzt vorgeschlagenen Konzeption geprüft (z.B. „Stolpersteine“ nach dem Konzept des Kölner Bildhauers Gunter Demnig) und diskutiert. Sie hat Nürtinger Architekten um Vorschläge für die Gedenkort-Gestaltung gebeten und sich nach ausführlichen Erörterungen für den vorliegenden Realisierungsvorschlag entschieden.
 
Nach diesen Vorarbeiten und Entscheidungsprozessen hat sich die Initiative im Herbst 2014 an die Gemeinderatsfraktionen und die Stadtverwaltung gewandt und ihr Konzept präsentiert. In mehreren gemeinsamen Sitzungen sei sehr konstruktiv diskutiert worden und schließlich, so Bürgermeisterin Claudia Grau, sei in der Sitzung des Kultur-, Schul- und Sozialausschusses am 10. März 2015 die Realisierung des Konzepts einstimmig beschlossen worden.

Die Stadt Nürtingen übernimmt hierbei die materielle Einrichtung und Erhaltung des „DENK ORTS“, den Druck der Plakate und deren Auswechseln, dazu wird sie eine noch zu erstellende zusammenfassende Broschüre in Druck geben. Die Gedenkinitiative übernimmt - zunächst für den Zeitraum von zwei Jahren - die inhaltliche Gestaltung der Plakate und der Broschüre sowie die Pflege und den Ausbau der Webseite.
 
Für die konkrete Realisierung wurde einer der drei Schaukästen des metallenen Dreiecksständers bei der Kreuzkirche für den angestrebten Zweck reserviert und zum „DENK ORT“ umgestaltet. Er dient als Rahmen für etwa im Monatsrhythmus wechselnde Informationsplakate über konkrete Lebensschicksale von Nürtinger NS-Opfern. Im Wechsel wird dort an verschiedene Opfer und Leidtragende erinnert werden, die als geistig Behinderte, Zwangsarbeiter, Sinti, Juden, Kommunisten, usw. ermordet oder verfolgt wurden. Schülerinnen und Schüler des Max-Planck-Gymnasiums verlasen die ersten Kurzbiographien, die derzeit und demnächst am DENK ORT vorgestellt werden. Ein QR-Code auf den Plakaten des DENK ORTs verweist über die Internet-Adresse gedenken-nt.de auf die ersten zehn Kurzbiographien des DENK ORTs auf der Webseite der Gedenkinitiative, auf der sich auch längere Beiträge befinden. Das Kulturamt der Stadt Nürtingen kümmert sich um das Auswechseln der Plakate. 

Wichtig war der Gedenkinitiative, so Manuel Werner, dass das Mahnmal an einer belebten, zentralen Stelle in Nürtingen platziert ist, alle lokalen Opfergruppen miteinbezieht und nicht nur im Vergangenen verbleibt. Dies sei mit dem Konzept "DenkOrt" gewährleistet. So lautet eine ständige Umschrift auf den Plakaten: "Sich an die Opfer und Verfolgten zu erinnern kann das eigene Denken und Handeln verändern".

Der Respekt gegenüber diesen Opfern gebietet es, einen zentralen Ort der Erinnerung zu haben, der für die heutige und künftige Generationen als Mahnung dient, sich jederzeit für den Schutz der Menschenwürde und den Erhalt demokratischer Grundsätze einzusetzen. Das Jahr 2015, 70 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur, erscheint als geeigneter Zeitpunkt dafür. Der Eröffnungstermin am 9. November schaffe, so Hellmuth Kuby, zusätzliche Bezüge zur deutschen Geschichte wie zum Novemberpogrom 1938 oder zum Fall der Mauer 1989.

 



 
 

 


Anzeigen




Impressum
© 2004-2017 Nürtinger STATTzeitung