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  Kultur
 
Von schrägen Vögeln bis zu strahlenden Kreuzen - 24.11.2015
Die Theatergruppe „charmeützel“ war am Wochenende auf Galerie-Tour

  (pm) Das Format „Improvisieren am Kunstwerk“ hat die Nürtinger Theatergruppe „Charmeützel“ schon seit Sommer 2014 im Programm – die Idee ist: Bildern und Skulpturen durch spontan gespielte Szenen ihre Geschichten zu entlocken. An diesem Wochenende war die Impro-Gruppe um Thomas Oser und Helmut Grygiel gleich in drei Galerien und einem Theaterraum zu Gast.

Der Reigen begann am Donnerstagabend: Die Malerin Susanne Wolf-Ostermann und die Nürtinger Zeitung luden die Charmeützels zur Finissage der Ausstellung „Dem Glück auf der Spur“ in das Forum am Obertor ein: Die Spieler belebten die gemalten vogelähnlichen Gebilde und fabelhaften Tierwesen mit Worten, Gebärden und Bewegungen  – begleitet wurden sie von der Klangkünstlerin Alexandra Ott: So begegneten sich unter anderem die „Tanzendende Garnele“ und der „Schlaue Schleicher“ auf der Tanzfläche einer Discothek.

Zum Programm gehörte auch ein amüsantes „Künstlergespräch“, bei dem zwei Akteure Antwort und Frage mit jeweils einem anderen Buchstaben fortlaufend von A bis Z begannen. Mit dieser Aufführung erfüllte sich ein lang gehegter Wunsch von Wolf-Ostermann, die die Charmeützels vor zwei Jahren überhaupt erst auf die Idee eines solchen Formats gebracht hatte.

Erwiesen sich die in nuce szenischen Bilder von Wolf-Ostermann als dankbare Objekte, so standen die Theatergruppe am Freitagabend bei den „Kreuzbildern“ von Jörg Seemann im Haus Vier vor einer ungleich schwereren Herausforderung: Wie lassen sich Bilder, die keine Menschen und Tiere, sondern vor allem das Symbol des Kreuzes zeigen, in Szene setzen? Die Charmeützels fanden beachtliche Lösungen: So sprachen zwei von ihnen im Wechsel zu einem äußerst lebhaften Kreuzbild eine bizarre Text-Collage, bei einem anderen wurde ein gelb strahlendes Kreuz zu einem Messer im Körper eines Mannes, der sich hilfesuchend an einen allzu amputierfreudigen Arzt wandte.

Durch diesen Kurzauftritt waren die Charmeützels auf ihre ambitionierteste Aufführung in diesem Jahr vorbereitet: Für die improvisierte Theater-Collage + + + in der Alten Seegrasspinnerei beantworteten die Zuschauer zunächst auf einem Zettel Fragen wie: Welche Kindheitserinnerung verbindest du mit dem Symbol des Kreuzes? Bei welcher Gelegenheit hast du zuletzt drei Kreuze gemacht? In welcher Situation konntest du zuletzt jemanden  kreuzweise?

Die beschriebenen Zettel wurden auf die Bühne gelegt, dann projizierte Jörg Seemann eine Reihe seiner Kreuzbilder an die Wand und das Publikum durfte eine Auswahl treffen. Die Antworten auf den Zetteln und die ausgewählten Bilder inspirierten sodann die Charmeützels zu einer gut einstündigen assoziativen Szenenfolge.

Ernste und lustige Szenen wechselten sich dabei zwangslos ab: So wollte in einer Szene Gevatter Tod einer sorgenden Mutter ihr krankes Kind entreißen. In einem gesungenen Duett – begleitet von Bamba Amsberg und Jens Otzen am Piano – obsiegte die Mutter schließlich über den Tod. In der Schlussszene am Sonntag erzählte ein Gipfelkreuz sangesfroh davon, was sich auf seiner  Bergeshöhe schon so alles abgespielt hatte: Dies illustrierten die anderen Spieler szenisch ohne Worte.

Zwischen den beiden Collage-Aufführungen wurden dann noch am Sonntagmorgen die Bilder von Sabine Hirschmann und die Keramiken von Elke Mauz in der Galerie Forum Türk zum Sprechen gebracht. Hier wählte das Ensemble mehr experimentelle Formate, weil die Werke häufig ins Abstrakte hineinspielten.  So gab es neben einer Szene mit einem hilfesuchenden Feuer-Mann wieder eine bizarre Text-Collage. Aber auch das Publikum wurde mit einbezogen: Es assoziierte in einer Art Brainstorming zu einer einem Keramik-Kopf, dessen Schädeldecke  aus schneckenhausähnlichen Platten gebildet war und dessen Gesicht etwas von Nofretete hatte – so sah es zumindest eine Besucherin.

Das Charmeützel-Schauspiel-Ensemble an diesem langen Wochenende bildeten: Charlott Amsberg, Barbara Weber, Helmut Grygiel, Petra Hernu, Sibylle Janasch-Eisele, Melanie Lucau, Carsten Lucau, Stefanie Sochart-Damitz, Veronika Tschersich.


 


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