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  Kultur
 
Ei der Heckschnärre für Manuel Werner - 15.2.2016
Für seinen Einsatz für unterdrückte Minderheiten

  (th) Zur diesjährigen Verleihung des Eis der Heckschnärre durch die Nürtinger SPD an Manuel Werner waren so viele Freunde und Verwandte des Geehrten, Eiträger der Vorjahre, SPD-Politiker im Wahlkampfmodus (Rainer Arnold, Sebastian Schöneck) und interessierte Bürgerinnen und Bürger gekommen, dass die Sitzstufen der Glashalle des Rathauses restlos besetzt waren und sich zahlreiche Gäste auf den Treppenstufen und den Galerien der nächsten Etagen niederlassen mussten.

Bärbel Kehl-Maurer sprach in ihrer Begrüßung das Thema des Abends an, für dessen Bearbeitung Manuel Werner geehrt wurde: Kann man aus der Vergangenheit lernen? Ihrer Meinung nach haben wir nur dann eine Zukunft.

Manuel Werner ergänzte zu Beginn seiner Rede als Geehrter die symbolische Charakterisierung der Heckschnärre als mit markanter Stimme aufrecht ihr Revier verteidigender Nürtinger um die Bedeutung ihrer zweiten Bezeichnung als Wachtelkönig. Laut Fritz Bolle rührt dieser Name daher, dass die Wachteln sich einen König aus einer anderen Art erkoren, der sie im Herbst auf ihrem Weg nach Süden führen sollte, da sie wussten, dass der Anführer im fremden Land von einem Raubvogel geschlagen werden würde. Das sollte aber nicht heißen, dass die Auszeichnung durch die Nürtinger SPD eine zweifelhafte Ehre sei. Manuel Werner nutzte das Rampenlicht, das ihm das Ei der Heckschnärre bescherte, nicht um seine Arbeit zu schildern, sondern um an Verfolgte und Widerstandskämpfer der Nazizeit zu erinnern, deren Schicksale ihn motivierten, gegen das Vergessen, Verschweigen und Vertuschen der Schatten der Vergangenheit zu arbeiten. Anhand des Schicksals von Sinti und Roma, die aus den Balkanstaaten, wo sie systematisch benachteiligt werden, zu uns kommen und als Wirtschaftsflüchtlinge diffamiert werden, zeigte er auf, dass es auch in der heutigen Gesellschaft Fremdenfeindlichkeit und Antiziganismus bis hinein in die Politik gibt, deren anwesenden Vertretern er deutlich die Leviten las.

Damit hielt Manuel Werner die beste mir bekannte Rede eines Trägers des Eis der Heckschnärre (Th. Hauptmann).

Auf Manuel Werners Wunsch übernahm das Kleztett von Werner Dürr die musikalische Umrahmung des Abends. Die sechs Musikerinnen und Musiker begeisterten mit Klezmer-Musik, bei der sich getragene, nachdenkliche Passagen einzelner Instrumente mit flotten, fröhlichen Melodien abwechselten.

Bei so viel Prominenz im Rathaus ließ es sich auch Oberbürgermeister Heirich nicht nehmen, ein Grußwort zu sprechen und darauf hin zu weisen, dass die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung Gisela Erler, die die Laudatio halten würde, die Tochter des Sozialdemokraten Fritz Erler sei. Manuel Werners Engagement bezeichnete er als lebendiges Bürgerengagement für die Geschichte während der Nazizeit mit Blick auf deren Opfer.

In ihrer Laudatio ging Gisela Erler auf das vielfältige Engagement von Manuel Werner ein, der sich nicht nur für die Erinnerung an das Schicksal der Verfolgten des Dritten Reiches einsetzt, sondern auch im Bereich der Selbsthilfe, für Natur und Umwelt und bei der Stattzeitung tätig ist. Zusammen mit seiner Partnerin war er auch drei Jahre lang Mitglied des Bürgerstabs der Staatsrätin, die ihn daher persönlich gut kennt. Mit Manuel Werner bekäme der richtige Mensch zur richtigen Zeit das Ei der Heckschnärre verliehen, da gerade gegenüber den in Deutschland und Europa Schutz suchenden Flüchtlingen wieder fremdenfeindliche Haltungen artikuliert werden.
 


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