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  Kultur
 
Tanz der fehlenden und der gelösten Freude - 2.5.2016

  (to) Sawako Nunotani und Pierangela de Rosas Patta zeigten im Schauraum die Tanz-Performance „Night of Experiment.

Zwei Frauenkörper rennen und springen gegen eine weiße Wand an, stoßen kräftig gegen sie, rempeln sie an, klatschen ihre Hände laut gegen sie, als versuchten sie die Wand zu durchbrechen, um ins Freie zu gelangen.

Diese Sequenz aus der Performance „Night of Experiment: Space and Silence“ erschließt sich vielleicht, wenn man einen Blick in das Programmblatt wirft:  In diesem wird auf ein Bild verwiesen, welches 9000 Jahre alte Handabdrücke in der Höhle „Cueva de las Manos“ im Südwesten Argentiniens zeigt.

Dieses Bild hat die japanische Choreographin Sawako Nunotani zu der Performance inspiriert, welche von ihr und Pierangela de Rosas Patta Mitte März im Schauraum des Kulturvereins Provisorium gezeigt wurde.

Sawako schreibt zu dem Bild: „Vor 9000 Jahren haben in dieser Höhle Menschen ihre Freude am Leben dadurch ausgedrückt, dass sie ihre Hände gegen eine Höhlenwand drückten und sich so verewigten. Wenn ich dieses Bild sehe, ertönen in mir Stimmen der Freude, die ich lange nicht gehört habe.“ Ein paar Sätze später fragt sich die Autorin: „Wo ist heutzutage der Ausdruck der Freude über unsere Existenz geblieben?“

Damit ist wohl das Spektrum umrissen, in welchem sich die Tanz-Performance „Night of Experiment“ ein gutes Stück weit erschließen lässt. Sie beginnt mit einer Stille: Der Raum ist weiß und zunächst ganz leer. Dann treten die Tänzerinnen auf: Erst Pierangela in einem kurzen weißen Kleid, später dann Sawako mit weißer Bluse und weißer Stoffhose.

Während erstere zunächst am Boden kauert und sie sich dann nach und nach organisch bewegt, zeigt Sawako eher konvulsivische Bewegungen. Sodann beginnt ein Duett: Erst sind beide für sich, über den gleichen – und hörbaren – Atemrhythmus treten sie dann in Kommunikation, dann schlagen die beiden Tänzerinnen mit ihren Fußballen einen gemeinsamen Rhythmus.

Der Kontakt geht schließlich soweit, dass die beiden zeitweise wie siamesische Zwillinge durch den Raum gehen und auch, wenn sie doch einmal wieder getrennt sind, bricht der Kontakt zwischen ihnen nicht mehr ab. Manchmal ringen die beiden auch miteinander.

Daraufhin folgt die eingangs beschriebene Sequenz – ein Break (nicht ganz nachvollziehbar) und ein ausgelassen-freudiger Tanz beginnt, der sich auch in den Gesichtern der beiden Tänzerinnen ausdrückt.

So endet die Performance, welche mehr Zuschauer verdient hätte. Wie überhaupt die Tanzprojekte von Sawako und Pierangela (davor: "The Movement of Drying Water", 2015 in der Freien Kunstakademie) nicht nur sehenswert, sondern auch gehaltvoll sind. Nürtingen kann sich glücklich schätzen, ein solches Tanztheater zu haben!



 


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