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  Kultur
 
Alternativer Medienpreis für Blogger Karim Hamed - 7.6.2016

 

(pm) Mitte Mai wurde in Nürnberg den Alternativen Medienpreis in den Sparten Presse, Online, Video und Medienkritik an neun Preisträger aus 178 Bewerbungen verliehen.

Hamed Karim gibt Geflüchteten, Gestrandeten und den vielen engagierten Helfern eine Stimme. Er arbeitet seit September 2015 in Aufnahmelagern und Erstunterkünften als Arabisch-Übersetzer und beschreibt seine täglichen Erlebnisse in Wort, Bild und Videoschnappschüssen. Für seinen Blog "Blicktausch" wurde er beim Alternativen Medienpreis 2016 am 13. Mai in Nürnberg mit dem ersten Preis in der Sparte Internet ausgezeichnet. Der zweite Preis in der Sparte Internet ging an Christian Gesellmann für seinen Artikel "Warum ich aus Sachsen weggezogen bin" - Wenn Hauptkommissare Selbstjustiz verüben und keinen juckt's.

Den ersten Preis im Bereich Presse erhielt Henning Bleyl. Der zum Alternativen Medienpreis eingereichte Artikel ist Teil seiner Serie von Berichten über die Rolle der Spedition Kühne+Nagel im Dritten Reich und über den bis heute unkritischen Umgang der Firma mit ihrer Geschichte. Henning Bleyl hakt hier beharrlich nach. "Schlechtes Versteck" von Lena Niethammer, erschienen im Magazin der Süddeutschen Zeitung, erhielt den zweiten Preis in der Kategorie Presse. Ihre Reportage zeigt, was Menschen riskieren, die sich der Justiz als Zeuge eines Verbrechens zur Verfügung stellen und auf das Zeugenschutzprogramm setzen.

Die Radioreportage "Ich war Z 1505. Überleben in der Katastrophe" schildert, wie Ludwina S. als Sinti glücklicherweise die Lager Auschwitz, Birkenau, Mauthausen, Ravensbrück und Bergen-Belsen überlebte. Achim Kasch vom AKF Max aus Nürnberg erhielt dafür den ersten Preis in der Sparte Audio. Larry Macaulay hat das Refugee Radio Network (RRN) gemeinsam mit anderen Flüchtlingen in Hamburg gegründet. Mit dem Refugee Radio Network (RRN), Preisträger des zweiten Preises in der Rubrik Audio, wollen die Flüchtlinge erreichen, dass man mit Ihnen spricht, nicht über sie.

Sie ist Jüdin und in Deutschland geboren, er ist Moslem und aus Syrien hier her geflüchtet. Jetzt leben sie zusammen. Für ihren Beitrag "Jüdisch-moslemische WG" (Kowalski & Schmidt, RBB) über eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft ging der erste Preis in der Sparte Video an Simone Brannahl aus Berlin. Daniel Evers wurde für das Lokal-TV-Portal "WupperVideo" mit dem zweiten Preis in der Sparte Video ausgezeichnet. Das Portal greift schwierige Anlässe journalistisch anspruchsvoll auf, etwa wenn Salafisten auf Neonazis und Gegendemonstranten treffen.

Der Sonderpreis Medienkritik der Zweiten Aufklärung aus Berlin ging an Daniel Leisegang für seinen Beitrag "Facebook rettet die Welt", erschienen im März 2016 in den Blättern für deutsche und internationale Politik. Der Preisträger Daniel Leisegang bewertet die Initiative von Firmenchef Zuckerberg als digitalen Glasperlen-Kolonialismus. Er belegt, dass Facebook den indischen Neukunden nur handverlesene Websites zur Verfügung stellen und dafür in großem Stile Kundendaten abschöpfen wollte.

Die Preisverleihung in Anwesenheit der Preisträger und der Jury fand am 13. Mai 2016 in der Nürnberger Akademie/Bildungszentrum der Stadt Nürnberg statt. Für den musikalischen Rahmen sorgte Schlagzeuger und Marimba-Spieler Horst Faigle mit jazzorientierten Eigenkompositionen.

Der Alternative Medienpreis zeichnet seit dem Jahr 2000 Journalistinnen und Journalisten aus, die Themen mit neuen Ansätzen oder medienübergreifend behandeln. Ausdrücklich erwünscht sind Beiträge, die gesellschaftliche Missstände kritisch durchleuchten und Themen aufgreifen, die von den großen Medien vernachlässigt werden. Darstellungsformen, Formaten und Themen der Publikationen sind keine Grenzen gesetzt. Die Wettbewerbsbeiträge kommen sowohl aus nichtkommerziellen wie auch aus etablierten Medien, die neue Ansätze unkonventionell aufgreifen. In den Kategorien Print, Internet, Audio/Hörfunk und Video/Film werden je zwei Preise zu 500 Euro vergeben. Der zum fünften Mal verliehene Sonderpreis Medienkritik ist ebenfalls mit 500 Euro dotiert. Der Alternative Medienpreis wurde 2016 bereits zum 17. Mal verliehen.


 


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