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  Kultur
 
Mitreißende Konzerte und ein besonderer Kunst-Workshop - 2.10.2016
Am Ende der Sommerferien gingen die Musik- und Kunsttage ARTerminal no. four über die Bühne

  (to) Die Kunst- und Musiktage ARTerminal standen in diesem Jahr unter einem besonders guten Stern: Nicht nur boten die Soul-Formation Bluefonque und Pepe de Alida mit der Band Mi Tierra hochkarätige und begeisternde Musik, auch die lauen Spätsommerabende waren am vergangenen Donnerstag und Freitag  dazu angetan, zahlreiche Zuhörer einzuladen, auf dem Areal der Alten Seegrasspinnerei zu verweilen. Am Samstag und Sonntag gab es dann den interkulturellen Workshop „turmUMbau zu babel“.

 Die ARTerminal-Konzerte – von der Stadt Nürtingen freundlich unterstützt – fanden in diesem Jahr erstmals auf der vorderen Open-Air-Bühne der Seegrasspinnerei statt. So konnten die Zuhörer von den Gartentischen der KulturKantine und der Lounge „Abessina“ aus der Musik bequem lauschen. Doch schon am Donnerstagabend reichten diese Plätze bei weitem nicht aus, sodass sich vor der Bühne eine große Traube an Menschen bildete, die schon bald zu der mitreißenden Soul-Musik von Bluefonque tanzte.

Das Besondere dieser Formation ist, dass der Nürtinger Schlagzeuger Stephan Schuchardt immer recht kurzfristig renommierte Musiker um sich schart - dieses Mal: Dario Karkovic  am Keyboard und Alvin Mills am Bass. Beide zeigten darüber hinaus auch ihre Qualitäten als Sänger. Der erste besondere Gast des Abends war der US-amerikanische Sänger Frank Riley, der als einer der ersten männlichen Sänger bei der berühmten "Sweet Soul Music Revue" mitgewirkt hat.

Diese vier Musiker zündeten – perfekt dargeboten – ein Feuerwerk an bekannten Soul-Hits wie „Amadeus“ oder „What’s going on“. Schon allein dies hätte für einen erfolgreichen Konzertabend genügt. Doch als dann nach der Pause der wuchtige Bassist und Sänger Andrew „The Bullet“ Lauer die Bühne betrat und seinem Instrument mit großer Leichtigkeit atemberaubende Tonfolgen entlockte, gab es sowohl auf der Bühne als auch im Publikum kein Halten mehr:

Lauer stellte einige Titel seines neuen Albums „My Bass Souls“ vor – großartig begleitet von seinen Bühnenkollegen, die die Stücke zuvor noch nie zusammen gespielt hatten. Wie phantastisch die Formation auch sonst spontan zusammenspielen konnte, zeigte sich auch  am Schluss des Konzertes, als sie den Song der Dobbie Brothers „What a Fool believes“ immer wieder mit rasanten Improvisationen durchsetzte.

Wer sich am Donnerstagabend gefragt hatte, wie am nächsten Tag dieses musikalische Niveau gehalten werden könne, dem gaben Pepe de Alida und die Band Mi Tierra eine eindrucksvolle Antwort. Wie schon die Namen vermuten ließen, begab sich das zweite ARTerminal-Konzert damit in spanische und lateinamerikanische Gefilde: Geboten waren  sowohl Eigenkompositionen und als auch Interpretationen bekannter Klassiker – von Latin über Flamenco bis zu Pop und Rock.

Pepe de Alida ist in der Seegrasspinnerei kein Unbekannter – zuletzt war er dort unter einem anderen Namen mit einer Rembetiko-Formation zu hören. Das zeigt, dass er in ganz unterschiedlichen Musikkulturen unterwegs ist. Am Freitagabend schlüpfte er nun in die Rolle des Spaniers und Lateinamerikaners – so gekonnt, dass manch ein Zuschauer glaubte, er hätte Nicolas Reyes, den legendären Sänger der Gipsy Kings, vor sich.

Die Hits dieser aus Spanien stammenden Band waren selbstverständlich an diesem Abend auch mit im Programm. Dass diese kongenial interpretiert wurden, lag auch an der Formation Mi Tierra, die vor Kurzem in der SWR-Sendung „Kaffee oder Tee“ aufgetreten ist: Zwischen George Kousa und Pepe de Alida entspann sich immer mal wieder ein filigraner Gitarren-Dialog. Rene Letters am Schlagzeug schuf gekonnt die rhythmische Basis in stets angenehmer Lautstärke.

Der Samstag und Sonntag des ARTerminal no. four stand dann im Zeichen der Workshop-Reihe „turmUMbau zu babel“: Einheimische Teilnehmer und Menschen aus Syrien, Brasilien und Afghanistan verständigten sich dabei mit künstlerischen Mitteln über alle kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg. Angeleitet wurden sie dabei von Sawako Nunotani (Tanz&Bewegung), Alexandra Ott (Klang&Rhythmus), Jörg Seemann (Collage), Andreas Mayer-Brennenstuhl (Installation) sowie Helmut Grygiel und Thomas Oser (Theater).

Am Sonntag präsentierten dann die Teilnehmer bei einer Matinee ausgewählten Zuschauern ihre Arbeit in Form einer freien Improvisation: Die angefertigten Collagen wurden auf Folien kopiert und sodann zusammen mit anderen kleinen Gegenständen auf die Wand oder mit Tuch bespannte Rechtecke projiziert, wobei Klänge ganz verschiedener Instrumente das visuelle Spiel begleiteten oder auch führten. Nach einiger Zeit betraten Performer die Bühne und ließen sich von den beweglichen Bildern und den Klängen zu spontanen Choreografien oder theatralen Szenen inspirieren – ein beeindruckendes dialogisches Wechselspiel zwischen fünf künstlerischen Disziplinen nahm so für eine gute Stunde seinen Lauf…  



 


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