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  Kultur
 
Geld und Geist. Ein Abend über die Bedeutung von Geld - 17.1.2006
Auftakt-Veranstaltung der Projektreihe des Provi

 

(mw) Nach den Themen „Eros“ und „Tod“ widmet sich der Kulturverein Provisorium (Provi) in seiner momentanen Veranstaltungsreihe dem nicht minder tabuisierten Thema „Geld“. Die Bedeutung von Geld aufzuspüren hatte sich Peter Koenig vor 25 Jahren aufgemacht. Irgendwann war er, gut verdienender Manager, nicht mehr erfüllt von dem Streben nach immer mehr finanziellem Einkommen. Egal wie viel man verdiene und was das nächste Ziel sei: Das zu tun, was man liebe, verschöbe man dennoch immer weiter nach hinten. Jedes Mal gehe es erst einmal um weitere Arbeit, um Geld zu verdienen, so dass man später das machen könne, was man möge. Aber dazu käme man nie. Anhand einer Folie zeigte er dieses scheinbar normale Verhalten auf, so drastisch und aus dem Leben gegriffen, dass ich mich verschämt umdrehte, da ich wissen wollte, ob die über dreißig Zuhörer noch da waren. Es war nämlich mucksmäuschenstill geworden. Das „lineare Denken“ – erst Arbeit, dann Geldmachen, dann tun, was man liebt (wozu man aber nie komme) – konnte anscheinend anhand der präsentierten Beispiele jeder auch bei sich ausmachen.

Bei der Bahnfahrt hierher habe er zwischen Reutlingen und Nürtingen die Unterhaltung zweier junger Frauen mitbekommen, machte Koenig klar. Ihr gesamtes Gespräch habe sich nur um das Thema Geld gedreht. Dies habe sich mit seinen Erfahrungen gedeckt. Nach Untersuchungen Koenigs käme das durchschnittliche Gespräch zweier Zeitgenossen nach ungefähr zwei Minuten unweigerlich auf das Thema Geld.

Anhand eines Blattes Papier und eines Geldscheines wollte der Referent den Unterschied zwischen beiden Papierstücken wissen. Eine Antwort aus dem Zuhörerkreis: „Für das Geld ist Gold im Gegenwert hinterlegt!“. Die Antwort Peter Koenigs: „Mitnichten!“

Er plädierte für eine neue Sichtweise und anderes Verhalten. Anhand einer kreisförmigen, diesmal nicht linearen Grafik zeigte er auf, dass man aus dem bisherigen Verhalten aussteigen müsse, um zu dem Ziel zu kommen: "Das zu machen, was man gerne unternimmt". Man solle im Gegenteil damit anfangen. Dies solle man zu seiner Arbeit machen. Alles Weitere ergäbe sich fast von selbst. Man sähe schnell, dass die ureigensten  Bedürfnisse dann gedeckt seien.

Kommentar: Wohltuend empfand ich, dass der Referent von Anfang an Zwischenfragen zuließ, das Auditorium auch anderweitig miteinbezog und die anschließende Möglichkeit zu fragen nicht – wie leider üblich – nach gerade mal einer Frage beendete. In der ersten Viertelstunde befürchtete ich, das, was er vermitteln wollte, werde vage bleiben. Nach der Präsentation seines Lösungsvorschlags war auch eine gewisse Skepsis auszumachen, für die Peter Koenig allerdings Raum ließ. Ob diese eine schwäbische Eigenheit darstellt? Mehrmals warb der Referent aber auch für sein Seminar im Rahmen der Projekttreihe. Ein Novum dabei ist, dass die Gebühr, die dafür zu zahlen ist, einzeln ausgehandelt wird.

Ein Anstoß dafür, seine Maximen und Schwerpunkte im Leben zu überdenken, war der Abend allemal.


 


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