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  Kultur
 
Ein Liederabend als Gesamtkunstwerk - 1.12.2017
Am Sonntag traf in der Alten Seegrasspinnerei Robert Schumann auf Nike Cave

 

(to) Ein Liederabend der besonderen Art wurde am vergangenen Sonntag in der Alten Seegrasspinnerei geboten: Zum einen überraschte in dem Programm „Schöne Fremde“ die Kombination der Musiken von Robert Schumann und Nick Cave. Zum anderen verschmolzen vier künstlerische Disziplinen, nämlich Gesang, Klaviermusik, Tanz und Fotografie beziehungsweise Video, zu einem stimmungsvollen Gesamtbild.

Im Grunde gab es noch eine dritte Überraschung: Die Sängerin Angela Hack setzte die Schumann-Lieder aus seinem Zyklus „Nachtlieder“ tiefer und trug sie eher im Stil einer Popsängerin vor – am Klavier vorzüglich begleitet von Roman Voronenko. Auf diese Weise bekam die Schumannsche Musik einen modernen Anstrich. Ein weiterer Vorteil dieser Änderung bestand darin, dass man die Texte des Romantikers Eichendorff gut verstand.

 

Robert Schumann war ja nicht nur als Komponist, sondern auch als Mensch ein Romantiker: Gefühlsüberschwang und tiefe, dunkle psychische Abgründe fanden bei ihm seinen sowohl musikalischen wie auch menschlichen Ausdruck.

 

Um letzteres deutlich zu machen, setzte das Programm mit der anhebenden Liebesgeschichte zwischen Robert Schumann und Clara Wieck ein, die ersteren in einen wahren Schaffensrausch versetzte und auch zu dem besagten Liederzyklus inspirierte. Zugleich war diese Liebe aber auch ständig bedroht, weil Claras Vater diese torpedierte.

 

Entsprechend gegensätzlich im Ausdruck gestalteten sich an dem Abend die Choreografien, die die japanische Tänzerin Sawako Nunotani und Angela Hack über weite Strecken gemeinsam ausführten: erstere in weitem weiße Kleid, zweitere in schwarzem.

 

Die Bewegungen waren runder, fließender, schwingender als man sie sonst von Sawako Nunotani gewohnt ist. Die Choreografin ist geradezu in die Zeit der Romantik eingetaucht, um nach geeigneten Ausdrucksformen für Gefühlsüberschwang und Naturverbundenheit zu suchen. Die letzte Strophe aus Eichendorffs Gedicht „Mondnacht“ schien sie dieses Mal besonders inspiriert zu haben: „Und meine Seele spannte / Weit ihre Flügel aus, / Flog durch die stillen Lande, / Als flöge sie nach Haus.“

 

Der Bezug zur Natur wurde noch durch die Fotografien und Videos von Thorsten Thamm verstärkt, die auf die Hinterwand der Bühne projiziert wurden: Sie zeigten Landschaften in allen vier Jahreszeiten - darin menschliche Figuren: tanzend, sich bewegend oder in Ruhe. Diese Bilder trugen wesentlich zur Stimmung des Abends bei wie auch das dezente Lichtspiel: meist war die Bühne im Halbdunkel.

 

Fast nahtlos eingefügt in den Schumannschen Liederzyklus hat sich der von Nick Cave komponierte Soundtrack zu dem wundersam melancholischen Western: „The Assasination of Jesse James“. Als Zugabe sang Angela Hack denn auch Nick Caves Song „Into my arms“. Die rund dreißig Zuschauer zeigten sich angetan von dem Abend, der sie durch die unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen in eine vergangene Welt eintauchen ließ und ein wohliges Gefühl hervorrief.

 

 

 

 


 


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