Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Kurznachrichten
Zukunftsfähiges NT
NTegration
Veranstaltungstipp
Foto der Woche
EssBar

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel
Kleinanzeigen

  Über uns


 

  Kultur
 
Christen und Muslime – Gegner oder Gesprächspartner? - 6.6.2008

 

(th) Die erste Veranstaltung der Reihe "Christen und Muslime – Gegner oder Gesprächspartner?" der Erwachsenenbildung  der katholischen Kirche St. Johannes fand sehr ökumenisch im evangelischen Luther-Hof statt – das katholische Gemeindehaus wird zur Zeit neu gebaut. Franz Begerow freute sich für die Veranstalter knapp 50 Besucher begrüßen zu können, zu denen auch muslimische Mitbürger gehörten, die über den christlich-islamischen Gesprächskreis eingeladen worden waren.

Als Grundlage für den beabsichtigten Dialog erläuterte Dr. Wolfgang Rödl zunächst die Basis aus Sicht der katholischen Kirche. Erst durch das zweite Vatikanische Konzil im Jahr 1965 wurde in einer Erklärung zum Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen festgelegt, dass die (katholische) Kirche vor allem ins Auge fassen soll was den Menschen gemeinsam ist und sie zur Gemeinschaft führt. In dieser Erklärung heißt es auch, dass die katholische Kirche nichts von alledem ablehnt, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Auf dieser Grundlage konnte insbesondere Johannes Paul der II. den Dialog mit den Juden verstärken und als erster Papst eine jüdische Synagoge besuchen sowie ebenfalls als erster Papst im Dialog mit den Moslems eine Moschee besuchen. Für den interreligiösen Dialog ist es wichtig, dass man dabei nicht den eigenen Glauben relativiert und den Eindruck vermittelt, dass eine Religion so gut ist wie die andere. Die Aufgabe der Mission darf auf katholischer Seite aber auch nicht als Versuch Andersgläubige zum Christentum zu bekehren verstanden werden, sondern als Aufruf zum eigenen Bekenntnis.

Anschließend beschrieb Dr. Rödl zunächst die Verbreitung des Islam in der Welt und dann das islamische Glaubensverständnis. Demnach gibt es den Islam bereits seitdem Gott die Welt geschaffen hat. Die wunderbare göttliche harmonische Ordnung der Welt kann nur durch den Menschen, den Gott mit einem freien Willen ausgestattet hat, gestört werden. Um die Ordnung zu bewahren muss der Mensch sein Leben nach Gottes Willen führen. Seinen Willen hat Gott immer wieder durch Propheten kundgetan, zu denen auch Abraham, Moses und Jesus zählen. Aber weil seine Botschaft durch die Menschen verfälscht wurde, musste er immer wieder neue Propheten schicken, deren letzter Mohammed war, dem der Koran als Wort Gottes übermittelt wurde, weshalb der darauf gegründete Islam die letztlich richtige Religion ist.

Im Vergleich zum Christentum macht nicht die Vorstellung von Gott den Unterschied zum Islam. In beiden Religionen wird an den einen Gott geglaubt, der alles geschaffen hat, ohne den nichts ist. Der Unterschied liegt in dem Glauben, wie sich Gott offenbart. Für den Islam ist der Inhalt des Koran Gottes unmittelbares Wort und somit nichts geschaffenes, sondern göttlich. Die Christen glauben, dass sich Gott als Jesus Christus offenbart hat, der sein Fleisch gewordenes Wort ist.

Meine Meinung
Wie halten es die Christen mit dem Islam, wie halten es die Muslime mit dem Christentum? Das mag ein spannender Dialog werden, in dem die Beteiligten ihrer religiösen Grundeinstellungen gewahr werden und sie wahren müssen. Um gesellschaftliche Fragen zu erörtern – wie halten es die Beteiligten mit dem Verhältnis zwischen Staat und Religion? Wie steht es mit der Integration? – muss vermutlich ein anderer Rahmen gesucht werden.

Thomas Hauptmann


 


Anzeigen




Impressum
© 2004-2017 Nürtinger STATTzeitung