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  Kultur
 
Zum Kuckuck mit der Heckschnärre - 7.3.2009
Wie ein Ei zum anderen kommt.

 

(sm) Das 25. Ei der Heckschnärre wurde zum Ausbrüten am Aschermittwoch, dem 25.02.2009, dem  Club Kuckucksei verliehen.

Der Club Kuckucksei wurde unter anderem auf Anregung der Jungen Union (!) 1970 gegründet, um Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein Podium zu bieten für eigene Veranstaltungen. Er entpuppte sich dann als wahres Kuckucksei und wuchs als selbständiger Verein in eine eher progressive Rolle.

Nach der traditionellen Begrüßung durch den SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Nils Schmid und die übliche Einleitung erfolgte ein politisch/kultureller Abriss aus der Entstehungszeit des Kuckucksei: Mondlandung, Woodstock, Vietnam, Rolling-Stones, nach 68, Beatles. In einer Gesprächsrunde unter Leitung von Frau Kehl-Maurer von der SPD wurde mit Roland Knapp als Gründungsmitglied des Clubs sowie 2 Vertretern der jetzt aktiven Junggeneration über den Grund der Entstehung, den Verlauf sowie die heutige Situation der neuen Eiträger informiert: Nürtingen hatte um 1970 den Jugendlichen nichts Anspruchsvolles zu bieten. Um das zu erleben musste man nach Kirchheim in denClub Bastion, nach Tübingen in denClub Voltaire oder nach Reutlingen fahren. Auf Anregung der Jungen Union wurde unter wohlwollender Haltung der Stadtverwaltung der Club gegründet. Die Bezeichnung Kuckucksei erfolgte wohl mit dem unterschwelligen Wunsch danach, anders zu werden, als es die Nestbereiter angelegt wissen wollten. Die Programminhalte des Clubs sollten hauptsächlich bestehen aus Musik, Filmen, Theater, Kabarett sowie politischen Diskussionen zur Sensibilisierung junger Leute. Die erste Aktivität, ein Popkonzert, war auch gleich ein voller Erfolg. Andere Aktionen, wie die Flugblattverteilung zur Unfriedfertigkeit in der Welt an Heiligabend vor den Kirchen der Stadt, stießen auf wenig Akzeptanz. In dieser Bandbreite bewegt sich das Kuckucksei nun schon seit fast 40 Jahren, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Seine Domizile reichten vom Musikpavillon des jetzigen MPGs über das ehemalige Handarbeitsgeschäft der Fräulein Zimmermann (heutiges Papierhaus der gleichnamigen Buchhandlung), das alte E-Werk (abgebrannt) bis die alte Villa Otto in der Neckarstraße, statt zum Abbruch freigegeben zu werden, dem Club Kuckucksei von der Stadtverwaltung als Unterkunft überlassen wurde. Sicher spielte es auch eine Rolle, dass man damit die Protesthaltung der Jugendlichen etwas unter Kontrolle haben konnte. Doch bestand von Anfang an eine Selbstverwaltung. Auch wenn der Treffpunkt mietfrei war und das Engagement ehrenamtlich, so brauchte man doch etwas Kapital für die Grundfinanzierung. Diese wird auch heute noch erzielt durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Disco, öffentliche Auftritte und kleine Finanzspritzen aus der öffentlichen Hand. Die beiden Vertreter der heutigen Kuckucksei-Generation, Sebastian Osswald und Manuel Grass, waren als Gäste einer Veranstaltung zum ersten Mal mit dem Club in Berührung gekommen, es hatte ihnen so gut gefallen, dass sie dabeiblieben und mitarbeiteten; offensichtlich haben sie das auch nie bereut. Sie erzählten von den momentanen Schwierigkeiten des Clubs wie zu wenig ehrenamtliche Mitarbeiter und mangelndes Publikum bei den Veranstaltungen, aber auch von den Möglichkeiten des sich selber Einbringens, der unkommerziellen Verwirklichungsmöglichkeiten, des Demokratie verstehen Lernens und Übens. Die Zukunftswünsche der Clubvertreter bestehen vor allem aus mehr ehrenamtlichen Helfern und wieder besser besuchten Veranstaltungen (nicht alles ist nur für die junge Generation angelegt), eine finanzielle Besserstellung für Haus und Technik sowie eine technische Modernisierung.

Dann erfolgte die Übergabe des auf ein SPD-rotes Samtkissen gebetteten Heckschnärren-Eis an Eberhard Pflüger, den Vertreter des Kuckuckseis. Nun sind die Eier dieser beiden Vogeltiere zusammen. Was wird daraus? Am besten ein kultureller, nicht nur musikalisch aktiver, sich nicht verscheuchen lassender Erfolg ohne die Gefahr des Aussterbens.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von irisch-schottischer Musik der 4-Mann-Band Mc Montos. Das abschließende Fischbüffett war abwechslungsreich und gut; die Eier darauf weder von der Heckschnärre noch vom Kuckuck.


 


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