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Kapitel 9
 

Verdattert gewahrte Gsälzle ein gut metergroßes Loch, das offenbar mit morschen Brettern, welche die Zeit mit einer Schicht Sand dem Blick entzogen hatte, abgedeckt gewesen war. Das unablässige Wehklagen des Badeners stieg gespenstisch hohl empor. Hilfesuchend sondierte Gsälzle die Umgebung. Er kniff die Augen zusammen. Dort, fern am Horizont, war da nicht ein Mann mit Spazierstock? Er winkte, doch der Mann verschwand hinter einer Düne. So schob sich Gsälzle mit aller gebotenen Vorsicht in Bauchlage an das Loch heran und spähte ins Halbdunkel. „Was machet Sie denn da unten?“ Aus der Dämmerung reckten sich ihm zehn rosa Wurstfinger entgegen.“Frage Sie doch nit so blöd! Ziehe Sie mich lieber hier raus!“ Gsälzle, im Begriff, die Hände auszustrecken, zögerte. Am Rand des Loches, gewissermaßen vor seiner Nase, krabbelte etwas. „Wartet’se gschwind!“ Fasziniert beobachtete er die drei grünen Käfer, die unbeeindruckt vom Geschehen ihren Marsch fortsetzten. „Gleich drei Cicindela campestris , der Feldsandlaufkäfer! Die Bestände gehen neuerdings stark zurück. Und ich hab mein Präparierbesteck net dabei!“ Schleckslis jedoch, in gänzlich anderen Nöten und von einer plötzlichen verzweifelten Wut beflügelt, gelang trotz des sandigen Bodens und seiner beachtlichen Körperfülle ein ebenso beachtlicher Absprung. Er bekam die Hände des Schwaben zu fassen, ein gemeinsamer Aufschrei und beide fanden sich in einer Staubfahne auf dem sandbedeckten Boden eines eigenartig kreisrunden Raumes wieder. „Heilandsack aber au!“, bellte Gsälzle und rieb sich die Schulter, „des war doch Blödsinn, Sie rauf ziehen zu wollen!“
„Warum hen Sie’s dann überhaupt versucht? Sie hätten doch Hilfe holen sollen!“
„Sie selten blödes Gscheidle, warum ziehen Sie mich auch hier runter?“
„Sauschwob, igliger!“ - „Gelbfüßler, o’gschwollner!“
„Na, ihr Süßen, kleiner Ehekrach?“ Der Lichtstrahl einer Taschenlampe strich über ihre Unterhosen. Im Gegenlicht der runden Öffnung war ein bleicher Kopf mit semmelblondem Stoppelhaar erschienen. Er gehörte einem jungen Mann in Tarnkleidung und grinste picklig und anzüglich auf die beiden unglücklichen Herren herab. Schleckslis stemmte die Fäuste in die fleischigen Hüften. „Wir sind nicht...“ Der Semmelkopf unterbrach ihn. „Mir doch egal. Jedenfalls hat wohl endlich jemand den lang gesuchten Bunker der Dünenbatterie Togo gefunden, wozu ich euch im Namen der KaBufO e.V. beglückwünsche.“
„Der – was?“
„KaBufO! Kameradschaft der Bunkerfreunde Ostfrieslands! Ich bin der dritte Ober-Unterführer Volker Fieserecht, zuständig für die Geländesicherung. Schaut euch doch mal um, Jungs! Sind da unten irgendwelche Kisten, Kästen oder Eisenbehälter? Waffen noch da? In Ölzeug verpackt?“ Der Taschenlampenstrahl pendelte im Raum umher, der zum Großteil mit Sand angefüllt war. Eine Art Schießscharte und eine halbverschüttete Türöffnung, beide mit dicken, angerosteten Eisentüren verschlossen, tauchten kurz im Lampenlicht auf und wieder blieb der Lichtstrahl an Gsälzles Doppelripp hängen. „Ich hab das übrigens nicht so gerne, dass ihr an diesem altehrwürdigen Ort in Unterhosen rumhängt...“ Die noch jungenhafte Stimme Fieserechts hatte einen leicht drohenden Unterton angenommen. Gsälzle verlor die Nerven und seine Stimme ließ Fieserecht erschrocken zusammenzucken. „Dann holen Sie doch Hilfe! Der Seggel da „ – er wies auf Schleckslis – „ist hier eingebrochen und hat mich runtergezogen. Wir waren auf der Flucht vor den FKK-Leuten, die haben uns auch die Kleidung gestohlen.“ Fieserecht seufzte. „Das ist ein ehrloses Gesindel, eine Schande für unsere Insel. Also ich will ma sagen, KaBufO e.V. schuldet euch was. Ich schau mal, was ich für euch tun kann... aber rührt mir bloß nichts an da unten und keine Schweinereien, wenn ich bitten darf...“ Ein hämisches Lachen und weg war er. Gsälzle strich sich nachdenklich übers Haar. „Ich vermute, er wird bald mit seinen Vereinskameraden hier auftauchen, die werden uns sicher hier rausholen.“ Auf Schleckslis Gesicht perlten Schweißtropfen, er leckte sich die wulstigen Lippen.
„Also die FKK-Leut wären mir lieber. So ein Schissdreck.“


Fortsetzung folgt


 


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