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Kapitel 10
 

Die meisten der bezüglich Fieserechts Kameraden gehegten Befürchtungen sollten sich als nichtig erweisen. Beim Anblick des klobigen, in Trainingshose und schwarzes T-Shirt  mit Aufdruck „Rocky“ gewandeten Muskelprotzes, der sie mit Hilfe seines Strandbuggys und eines starken Seiles aus dem Bunkerloch befreit und sich nun breitbeinig und grimmig grinsend vor ihnen aufgebaut hatte, riss Gsälzle ungläubig die Augen auf. Dieser massive Vierkantschädel, die eckige Kinnlade, der steife Bürstenhaarschnitt...
„Aber Sie sind doch...“, Gsälzle versagte die Stimme. Der Mann hieb ihm auf die Schulter und Gsälzle knickte ein.
„Nee Opa, ich bin nicht der Terminator, ich seh bloß so aus. Bin hier sozusagen der Strandwächter.“ Er hüpfte hinters Steuer des kleinen Geländefahrzeugs und wies auf die bescheidene Ladefläche. „Einsteigen, Jungs! Ich denke mal, das sind eure Sachen, die ich da am Strand eingesammelt hab...“, er ließ den Motor aufjaulen, „ihr habt mir übrigens einen ganz schönen Schrecken eingejagt mit eurer Reizwäsche!“ Betrübt schnaufend nahm Schleckslis seine Kamera sowie den herausgerissenen Film in Empfang und breitete seine wieder hawaiibehosten Massen auf der Ladefläche aus. Gsälzle zog es vor, sich neben den Strandwächter ins Führerhaus zu quetschen.
Ein Satz nach vorne, ein gequälter Schrei von hinten, wo Schleckslis wie ein Gummiball auf der Ladefläche hüpfte, und der Buggy mit den Ballonrädern schoss über die Dünenlandschaft, als ginge es um die Endausscheidung des Wüstenrennens von Nevada.
„Übrigens, Rocky mein Name“, schrie der Muskelmann durch den Motorenlärm und reichte Gsälzle zu dessen Entsetzen die Hand. „Um Gottes willa, bleibetse mit de Händ am Steuer!“ kreischte der Schwabe panisch. Eine Sandkuhle ließ den Wagen einen Satz  von zwei Metern machen. Rumpeln auf der Ladefläche. Gebrüll. Gsälzle blickte alarmiert über die Schulter. An Schleckslis klammernden feisten Händen traten die Knöchel weiß hervor, doch seine fleischigen Pobacken schienen wie zwei gigantische Airbags die stetigen Stoß-und Hüpfbewegungen ganz gut abzufedern.
„Nur nich Panik schieben, Jungs!“ Rockys Lächeln glich einem Zähnefletschen. „Ich hab doch alles im Griff!“ Das Fahrzeug preschte durch ein breites Fließgewässer, welches sich auf ganzer Strandlänge durch die einsetzende Flut gebildet hatte. Rocky wandte sich, ohne darauf zu achten, Gsälzle zu. „Wie seid ihr eigentlich auf die vergessene Bunkerklappe gestoßen und warum habt ihr eure Kleider am Strand gelassen?“ Zu beiden Seiten des Wagens türmten sich Wasserfontänen. „Des isch doch jetzt völlig egal.“, schnappte Gsälzle, nunmehr totenbleich. Rocky lachte. „Ich kenn den Strand im Schlaf, Opa! Mach dir bloß nich in die Hosen.“ Quietschend versuchte ein Scheibenwischer verzweifelt der Wassermassen Herr zu werden. Wieder ein knochenerschütternder Schanzensprung. Gsälzles Zähne schlugen heftig auf einander. Rumpeln und Heulen auf der Ladefläche. Nachdem das Wasser bereits ins Innere des Wagens geschwappt war, verließ der Buggy das Gewässer und erklomm einen steilen Dünenhang, nur um wieder in halsbrecherischer Geschwindigkeit hinunter zu stürzen, begleitet von einem langgezogenen zweistimmigen Schrei. Endlich kam das Fahrzeug auf einer asphaltierten Wendefläche zum Stehen. Rocky sah aus, als hätte er sich prächtig unterhalten. „Na, alles klar Schiff da hinten?“
„Nix da!“, zeterte Schleckslis und sprang mit einem erstaunlich sportlichen Satz  von der Ladefläche. „Ich fahr keinen Meter mehr mit!“
„I au net!“, dröhnte Gsälzle und flüchtete sich neben seinen Kollegen.
„Na dann nehmt halt den Bus, ihr Warmduscher. Es müsste heute noch einer kommen, der dreht hier immer um. Also machts gut, ihr Pfeifen !“, sprach Rocky, gab Gas und ließ die beiden in einer Benzinwolke stehen.

Fortsetzung folgt


 


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