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Karl-Heinz Ludwig: „Eine kurze Geschichte des Klimas“
 

Wenn ein Sachbuchtitel mit den Worten „Eine kurze Geschichte …“ beginnt, kann man seit Stephen Hawking befürchten, dass hier ein kompliziertes Feld der Wissenschaft stark komprimiert der Allgemeinheit verständlich gemacht werden soll und den durchschnittlich intelligenten Leser trotzdem spätestens nach der Hälfte Zweifel an der Qualität seiner Auffassungsgabe überfallen. Aber das ist bei Karl-Heinz Ludwigs Taschenbuch „Eine kurze Geschichte des Klimas“ nicht der Fall. Der Autor beschreibt gut nachvollziehbar die klimatischen Bedingungen, die die verschiedenen Erdzeitalter prägten, und erläutert welche Entwicklungen und Veränderungen jeweils zu Veränderungen führten. Dabei erklärt er auch woher wir heute wissen können, wie das Klima, die chemische Zusammensetzung der Luft und die Gestalt der Erde vor Milliarden Jahren waren. Die Geschichte des Klimas trifft angesichts der Diskussion über die Klimaveränderung durch den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen, die unsere Zukunftsaussichten bestimmt, heute auf mehr Interesse denn je.

Bei der Entstehung des Lebens vor über drei Milliarden Jahren war nicht allzu viel freier Sauerstoff in der Atmosphäre vorhanden, der die Synthese von Aminosäuren, die die Grundbausteine aller Proteinverbindungen bilden, verhindert und organische (Kohlenstoff-)Verbindungen zerstört hätte. Mit der Entwicklung von Bakterien, die durch Photosynthese ihren Kohlenstoffbedarf aus dem reichlich vorhandene Kohlendioxid deckten und dabei Sauerstoff freisetzten, traten Lebewesen erstmals als Mitgestalter des Klimas auf und veränderten dabei ihre eigenen Lebensbedingungen. Seitdem ist Klimageschichte auch Evolutionsgeschichte.

Der Sauerstoff reagierte zunächst mit dem Eisen im Wasser und wurde als Eisenerz am Meeresboden abgelagert. Als das im Wasser gelöste Eisen aufgebraucht war, gelangte der Sauerstoff aus dem Wasser in die Atmosphäre und verband sich zunächst wiederum mit den Eisen auf der Erdoberfläche. Als auch dieses aufgebraucht war konnten nur die Organismen überleben, die Enzyme produzierten, die sie gegen die Wirkung des Sauerstoffs schützte.

Karl-Heinz Ludwig beschreibt verschiedene Faktoren des Klimageschehens: durch die Abnahme des Kohlendioxidgehalts in der Luft durch die Photosynthese verringerte sich die Fähigkeit der Atmosphäre die Wärmestrahlung der Sonne zu speichern und die Erde kühlte sich ab; durch niedrigere Erdtemperaturen verringerte sich wiederum die Photosynthese und der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre stieg durch die permanente vulkanische Aktivität der Erde wieder an, der Zyklus konnte von vorn beginnen;
Kieselalgen entziehen mit der Sedimentierung nach ihrem Absterben der Atmosphäre dauerhaft Kohlenstoff;
Veränderungen der Vegetationsbedeckung der Erde durch Klimaveränderungen oder menschliche Einwirkungen verändern die Rückstrahlung des Sonnenlichts von der Erde und damit den Wärmehaushalt;
Durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern und Brandrodungen sowie Viehzucht und Reisanbau steigert der Mensch den klimawirksamen Gehalt der Luft an Kohlendioxid bzw. Methan.

Zur Klimageschichte gehört für Karl-Heinz-Ludwig nicht nur der menschliche Einfluss auf das Klima, sondern auch die Diskussion über den Klimaschutz, die er vom Kampf gegen die Ozonlöcher bis zum Wirbelsturm Katrina skizziert. Nach der Lektüre ist klar, dass es jede Anstrengung wert ist die bevorstehende Klimaveränderung so gering wie möglich zu halten, um die Voraussetzungen für die menschliche Besiedlung der Erde auf Dauer zu erhalten.

 


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