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Geschichte der Schwäbischen Alb. Von der Eiszeit bis zur Gegenwart
 

Ist es sinnvoll, ein Mittelgebirge in seinen geschichtlichen Etappen von den Eiszeitmenschen bis zur Gegenwart darzustellen, das wie ein Flickenteppich verschiedene territoriale Herrschaften und Entwicklungen erlebt und sowohl württembergische wie hohenzollerische Geschichte auf seinen Buckeln hat? Der Historiker Casimir Bumiller definiert erstmalig die Gesamtgeschichte dieses vielgestaltigen Raumes als Thema seines Buches. Erklärtes Ziel des Autors ist es, anhand dessen die großen und kleinen historischen Linien und Entwicklungen darzustellen. Er weist auch ehrlicherweise darauf hin, dass diese Entwicklungslinien und Blitzlichter trotz des eingegrenzten geografischen Gebiets exemplarisch an besonders gut aufgearbeiteten Orten aufgezeigt werden. Und so begegnet man in dem Buch nicht nur einem „Fürsten von Gammertingen“ zur Zeit der Alemannen, sondern auch dem jetzigen „König von Burladingen“ – dem Trigema-Chef Wolfgang Grupp. Bumiller stammt aus Jungingen im Killertal – der Junginger Hausierhandel der Jahrhundertwende mit seinem hohen Frauenanteil und seiner geheimen Händlersprache darf somit nicht fehlen, wie auch der Hinweis, dass der Erlös zu einem guten Teil in das Herausputzen der Häuser floss. Da lese ich ein heimliches Augenzwinkern mit ... Doch von vorn: Neben dem Schweizer Jura ist die Alb das einzige früh besiedelte Mittelgebirge im Herzen Europas. Somit beginnt das Buch damit, wie der anatomisch moderne Mensch dort die Wohnplätze des Neandertalers übernahm. Danach klafft eine Besiedelungslücke, die erst mit der Jungsteinzeit wieder geschlossen wird. Donau aufwärts sich bewegende Bauern wanderten in die Alb ein. Aus vorangegangenen Populationen formte sich durch technischen Fortschnitt ein neues Volk, das wir als die Kelten kennen. Römer, Alemannen, fränkische Herrschaft, Siedlungsgeschichte, Christianisierung von zwei politischen Richtungen her, Linien verschiedener Adelsgeschlechter, ländliche Gesellschaften auf der „rauen Alb“, Hexenverfolgung, der Glanz des Barock, der Wandel von der Landwirtschaft in die Industrie, die Alb unter dem Hakenkreuz, die Aufnahme Heimatvertriebener und die Alb-Gegenwart zwischen Globalisierung und Musealisierung – all diese Inhalte findet der Leser gekonnt herausgearbeitet.
Ja, es ist sinnvoll - so mein Fazit der Lektüre, auf einem geografisch definierten und vielen wohl bekannten und geliebten Gebiet die Geschichte darzustellen, sei sie dort kleinräumig unterschiedlich oder als Beispiel übergreifender Historie verlaufen, das Buch ist ein überzeugender Beweis hierfür.

Dem Verfasser Casimir Bumiller ist es gelungen, nicht nur fundiert in allen Bereichen den derzeitigen geschichtlichen Kenntnisstand nahe zu bringen, sondern auch sehr gut verständlich und in gutem, nicht ermüdendem Sprachstil zu schreiben. Immerhin hat er viele Erfahrungen als Ausstellungsmacher sammeln können. Dies kommt dem Buch zu Gute, dies ist seine große Stärke, getreu der Devise des Casmir-Katz-Verlages, „lesbare Geschichte“ zu schreiben.

Manuel Werner

Casimir Bumiller: Geschichte der Schwäbischen Alb. Von der Eiszeit bis zur Gegenwart, Gernsbach (Casimir Katz Verlag) 2008, 471 Seiten, gebunden, zahlreiche Farb- und SW-Abbildungen, 32,00 Euro, ISBN 978-3-938047-41-5.

 


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