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Gudrun Mangold: Most
 

Als Most oder so ähnlich bezeichnen nicht nur die Schwaben ihr Nationalgetränk, sondern so lautet die Bezeichnung für vergorenen Apfel- und Birnensaft auch in der Schweiz, in Österreich und sogar in Kroatien. Darüber hinaus gibt es das Getränk unter anderem Namen wie Äppelwoi, Viez oder Cidre überall wo Apfelbäume wachsen. Umso verwunderlicher, dass es bisher noch kein Buch über dieses Kulturgut geben soll. Dem hat der Silberburg-Verlag nun abgeholfen. Gudrun Mangold erzählt die Geschichte dieses relativ leicht herstellbaren Getränks von den Germanen bis zum Niedergang der die Ausgangsfrüchte liefernden Streuobstwiesen in unseren Tagen.

So hat auch die Familie Schiller, deren bekanntester Spross heuer seinen 250. Geburtstag feiern könnte, ihre Spuren in der schwäbischen Obstgeschichte hinterlassen. Der Vater Friedrich Schillers hatte sich aus Liebhaberei der Pflege von Obstbäumen zugewandt und war dabei durch die Vermehrung und den Verkauf von Obstbäumen auch wirtschaftlich erfolgreich. Wir verdanken ihm unter anderem eine Beschreibung alter Obstsorten aus seiner Baumschule, die von seiner Tochter Christophine in detaillierten Aquarellen illustriert wurde. Für Nürtingen und einige andere Orte war im 18. Jahrhundert ausdrücklich ausnahmsweise erlaubt den örtlichen Wein mit Obstmost zu vermischen und auch noch zu verkaufen. Die Autorin vermutet, dass dies den gleichen Grund hatte, wie die entsprechende Ausnahme in Esslingen in Jahren mit schlechtem und saurem Wein.

Gudrun Mangold erläutert die Herstellung von Most, Obstbrand und Mostessig, erzählt Geschichten rund um den Most, beschreibt wertvolle Mostobstsorten und gibt Kochrezepte mit Most weiter. Dabei wird deutlich, wie sehr der Most mit dem Charakter der Landschaft und möglicherweise auch der Menschen verknüpft ist. Sie gibt Anregungen, wie die Reste der Mostkultur gestärkt werden können, zum Beispiel durch edle Mostfeste anstatt billiger Weinfeste. Wenn das alles nichts nützt und der Most mit den Streuobstwiesen untergehen sollte, was eine Kulturschande wäre, dann ist ihm wenigstens ein literarisches Denkmal gesetzt, mit dessen Hilfe und einem spendierfreudigen Mostapfelbaum man die Mostkultur wiederbeleben könnte.

Gudrun Mangold: Most, Silberburg-Verlag Tübingen, 2003; 141 Seiten; ISBN 3-87407-557-5

Das Buch ist in der Stadtbücherei Nürtingen ausleihbar.

 


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