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  Bücher
 
Hilde, Sonntagskind von Walter Häberle
 

„Hilde, Sonntagskind schildert das 20. Jahrhundert aus der Sicht einer einfachen schwäbischen Frau, die trotz aller Widrigkeiten niemals am Leben verzweifelte“, so liest man im Klappentext des Buches. Tatsächlich handelt es sich aber um mehr als die Geschichte einer einzelnen Frau. Es ist die Geschichte mehrerer Großfamilien, die sich durch besonders verzwickte Verwandtschaftsverhältnisse auszeichnen.
Die Geschichte der drei beteiligten Familien Lang, Usenbenz und Häberle ist aber in der Tat ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie sich „einfache“ Menschen in schwierigen persönlichen und politischen Zeiten durchgeschlagen haben, wie sie nach jedem Rückschlag wieder aufstanden, weil es keine andere Möglichkeit gab, als weiterzumachen. Der Schwerpunkt des Buches liegt dementsprechend auf den Kriegszeiten des vergangenen Jahrhunderts.
Doch es geht in dem Buch auch darum, wie sich jede Generation ihren eigenen Weg bahnen musste, fast immer gegen den Widerstand der gestrengen und streng pietistischen Vorgängergeneration. Für Hilde und ihren Mann Ernst führte dieser Weg zu mehreren Umzügen quer durch Deutschland. Dennoch kehrte sie immer wieder ins Schwäbische, nach Gerstetten-Dettingen auf der Alb zurück, oft notgedrungen.
Die Sprache im Buch ist betont nüchtern und kühl gehalten, wirkt aber von Anfang an etwas verkrampft. Den Grund dafür ahnt man ab dem letzten Drittel des Buches, als Hilde, verheiratete Häberle, einen Sohn namens Walter zur Welt bringt, genau in dem Jahr und dem Teil Deutschlands, in dem auch der Autor, Walter Häberle, lt. Klappentext zur Welt kommt. Die Beziehung zwischen Autor und Hauptfigur des Buches wird nie explizit gemacht. Dies führt vor allem dann zu Problemen, wenn Walters eigene Geschichte (in der 3. Person) erzählt wird und der Autor versucht, „sein“ Verhalten zu begründen. Auch an anderen Stellen tauchen persönliche Kommentare des Autors zur Familien- bzw. Weltgeschichte auf, die der formal angestrebten Objektivität widersprechen.
So bleibt die Geschichte von Hildes Leben in einer spannenden Zeit leider stecken zwischen dem Versuch, eine distanzierte „Geschichte von unten“ zu schreiben, und der sehr persönlichen Familiengeschichte aus der Feder von Hildes Sohn, die das Buch hätte werden können.

Häberle, Walter: Hilde, Sonntagskind – Ein Leben im 21. Jahrhundert. Tübingen: Silberburg-Verlag, 2003. 304 Seiten. 19,90 Euro. ISBN 3-87407-545-1
Das Buch ist in der Stadtbücherei Nürtingen ausleihbar.

 


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