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Der Kainsmaler
 

Das Jahr 1909 bringt einschneidende Ereignisse im Leben der Würzburger Schokoladenfabrikanten-Familie Ginther. Am 3. Februar stirbt die Frau des Seniorchefs. Es ist der Tag, an dem vierzig Jahre zuvor einer der Ginther-Söhne unter nie aufgeklärten Umständen verschwand. Kurz nach dem Tod der Mutter willigt die Familie endlich ein, die Polizei-Ermittlungen im Fall des verschwundenen Kindes endlich für abgeschlossen zu erklären.
Nur der Zwillingsbruder des Verschwundenen, der Maler Gustav Ginther, kämpft noch mit der Vergangenheit. War sein damals zweijähriger Bruder tatsächlich im Main ertrunken, wie die meisten annehmen? Und war womöglich er, Gustav, schuld daran? Um sich abzulenken und die Erlebnisse zu verarbeiten, begibt sich Gustav Ginther auf eine Kunstreise, die ihn auch zu einigen der angesehensten Kunstinstitutionen der damaligen Zeit führt.
Bei einer der Vernissagen lernt Gustav den Hamburger Gewürzhändler Friedrich Fischer kennen, der ein Bild besitzt, das sein Vater erstanden hatte und das dem Stil Ginthers sehr genau entspricht. Kurz darauf stellt sich heraus, dass dieses Bild tatsächlich ein Bild Ginthers ist, die Signatur weist jedoch einen gewissen Emil Richter als Maler aus. Mit Hilfe von Fischer macht sich Ginther auf die Suche nach dem Geheimnis hinter diesem Mann und findet Unerwartetes heraus.
Gerd Friedrich verbindet in seinem Buch eine spannende Familien- und überraschende Kriminalgeschichte mit liebevoll recherchierten historischen Details und künstlerischem und vor allem kunstphilosophischem Sachverstand zu einer sehr runden Angelegenheit. Der kurze Abriss historischer Daten am Anfang jedes Monats-Kapitels und der wiederholte Bezug in der Geschichte auf die Ereignisse und Entwicklungen der Zeit vermitteln ein unmittelbares Gefühl für die Epoche. Die mehrfach überraschenden Wendungen in der Handlung lassen den Lesegenuss nie abreißen, auch wenn die Auflösung am Schluss etwas verwirrend ist. Wer sich für Kunst, vor allem für Malerei, überhaupt nicht interessiert, sollte von dem Buch wahrscheinlich die Finger lassen. Für alle anderen gilt: Unbedingt lesen.

Friedrich, Gerd: Der Kainsmaler. Tübingen: Silberburg-Verlag, 2009. 374 Seiten. 19,90 Euro. ISBN 978-3-87407-825-2

 


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