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Biokraftstoffe
 

In dem Buch „Biokraftstoffe – Potenziale, Herausforderungen und Wege einer nachhaltigen Nutzung“ erläutert Volker Hasenberg ausführlich die klimapolitischen, sozialen und ökologischen Wirkungen der Verwendung von Biokraftstoffen. Der Bempflinger Autor ist in Nürtingen kein Unbekannter, da er unter anderem im BUND aktiv ist und als Mitarbeiter von Rainer Arnold (SPD) im Bundestag tätig war. Auf der Grundlage einer umfangreichen Literaturrecherche beschreibt er zunächst die Bedeutung von Biokraftstoffen im Verkehrsbereich angesichts der klimatischen Auswirkungen der Kohlendioxidemissionen und der abnehmenden Erdölvorräte. Er stellt die Ziele der wichtigsten Verbraucher- und Produzentenländer in Amerika, Europa und Asien für die Ausweitung des Biokraftstoffanteils am Kraftstoffverbrauch dar. Als Biokraftstoffe zählt er Produkte der ersten Generation, die bereits eingesetzt werden, wie Ethanol aus Zuckerrohr, Zuckerrüben oder Getreide, pflanzenölbasierte Kraftstoffe und Biogas auf. Produkte der zweiten Generation befinden sich noch in der Entwicklung. Zu ihnen zählen Ethanol aus Lignozellulose und BtL-Kraftstoffe, die durch thermochemische Vergasung von Biomasse hergestellt werden. In den Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft sind diese Kraftstoffe sehr unterschiedlich. Auf die Rodung von tropischem Regenwald und den Anstieg von Lebensmittelpreisen hat der Anbau von Pflanzen zur Biokraftstoffproduktion noch keinen erheblichen Einfluss. Hierfür sind vor allem die Vermarktung tropischer Hölzer und der Anbau von Soja als Futtermittel für die Fleischproduktion bzw. der Anstieg des Erdölpreises verantwortlich. Bei einer Ausweitung der Biokraftstoffproduktion ist hingegen verstärkt auf diese Aspekte zu achten. Entscheidend ist die Frage, ob die Anbauflächen zuvor als Wald oder Grünland genutzt wurden bzw. ob der Anbau traditionelle und kleinbäuerliche Strukturen berücksichtigt oder von kapitalstarken Agrarunternehmen betrieben wird. Auf diese Bedingungen kann durch qualitative Anforderungen an die verwendeten Biokraftstoffe von Seiten der Verbraucherländer Einfluss genommen werden. Dazu gibt es verschiedene Zertifizierungsmodelle, die eine nachhaltige Erzeugung der Biokraftstoffe gewährleisten sollen. Die aktuell verwendeten Biokraftstoffe der ersten Generation können diese Kriterien im Prinzip nicht erfüllen. Biokraftstoffe der zweiten Generation können hingegen aus wenig intensiven Dauerkulturen und Reststoffen hergestellt werden, was wesentlich nachhaltiger ist. Der Autor plädiert daher dafür, mit der Ausweitung der Biokraftstoffverwendung auf die Einführung der Produkte der zweiten Generation zu warten. Die Debatte über die Schädigung der Umwelt durch den Anbau von Energiepflanzen bezeichnet der Autor allerdings als Stellvertreterdiskussion. Die weit umfangreichere und schon seit Jahrzehnten andauernde Umweltschädigung wird durch die Erzeugung von Nahrungsmitteln in Afrika, Südamerika und Südostasien für den Export in die Industrieländer verursacht. Die Zertifizierung des Anbaus von Energiepflanzen sieht er daher auch als einen Einstieg in eine weitergehende Zertifizierung der Erzeugung von Nahrungsmitteln und Biomasse. Grundsätzlich betrachtet er Biokraftstoffe als Brückentechnologie im Übergang von durch fossile Kraftstoffe angetriebenen Fahrzeugen zu Elektrofahrzeugen, die aus regenerativen Energiequellen aufgeladen werden.

Volker Hasenberg: „Biokraftstoffe – Potenziale, Herausforderungen und Wege einer nachhaltigen Nutzung“, Diplomica-Verlag Hamburg 2009, ISBN: 978-3-8366-8048-6, 49,50 €

 


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