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Nicht nur Arbeitskräfte, sondern Menschen
  Das Buch „2000 km fern der Heimat und doch in Nürtingen zu Hause: Gastarbeitergeschichte(n).“ ist nicht nur für Nürtinger ein wertvolles Buch, denn geht darin nicht um ein abstraktes „Immigranten-Problem“, voller Zahlen und Statistiken und Beispielen aus irgendwelchen Großstädten. In diesem Buch kommen die Beteiligten vor Ort, einer schwäbischen Kleinstadt, selbst zu Wort, die Menschen treten hinter den Statistiken hervor.

„2000 km“ bietet eine bunte Mischung unterschiedlicher Lebensgeschichten und Perspektiven. Menschen, die als Gastarbeiter aus verschiedenen Ländern, wie z.B. Italien, Jugoslawien, Griechenland, Türkei, nach Nürtingen kamen, erzählen ihre eigene Geschichte oder die Geschichte ihrer Eltern. Oft sind es die Handlungen einzelner Menschen vor Ort, Nachbarn, Kollegen oder Arbeitgeber, die für die Immigranten den Unterschied zwischen Elend in der Fremde und Neuanfang mit Mitmenschen bedeuteten. Das galt vor allem aber nicht nur in den ersten Jahren der Gastarbeiter-Anwerbung, als von offizieller Seite noch kaum etwas organisiert war und niemand wirklich auf die Bedürfnisse der Neuankömmlinge vorbereitet war.

Die Geschichten handeln von den ersten Monaten in einem neuen Land mit einer fremden Sprache. Sie berichten vom Leben in provisorischen oder schlechten Unterkünften, manche wohnten über Monate gar in Baracken oder in der Jugendherberge. Sie handeln von den Schwierigkeiten der Familien, den Kindern, die im Heimatland zurückblieben, oder, wenn sie nachkommen konnten, sich in der Schule mit einer fremden Sprache eingewöhnen mussten. Sie handeln aber auch von der Freude über jede Unterstützung, die das Zurechtfinden und Einleben erleichterte oder erst ermöglichte in einem Land, in dem die meisten nur wenige Monate bleiben wollten, um Geld zu verdienen für einen Neustart im Herkunftsland, und das dann oft zur zweiten Heimat wurde.

Neben den Lebensberichten der Immigranten finden sich in dem Buch auch Geschichten darüber, wie Einheimische die Situation und die Begegnung mit den Gastarbeitern empfanden, wie die Anwerbung der ausländischen Arbeitskräfte von unternehmerischer und behördlicher Seite gesehen wurden. Dazwischen bietet das Buch auch Medienberichte aus den 50er und 60er Jahren, die der Leser vor dem Hintergrund der Gastarbeitergeschichten mit anderen Augen betrachtet.

„2000 km fern der Heimat“ ist ein außergewöhnliches Buch, das über das bedruckte Papier hinausgeht. Es ist nicht nur ein gelebtes Stück Integration, sondern gedruckte und veröffentlichte Begegnung und Kommunikation von Menschen mit Menschen.

2000 km fern der Heimat und doch in Nürtingen zu Hause: Gastarbeitergeschichte(n). Nürtingen : Sindlinger-Burchartz, 2010. 142 S. €12,80. ISBN 978-3-928812-51-1
Das Buch ist auch in der Stadtbücherei Nürtingen ausleihbar.

 


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