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Bloß keine Maultaschen!
 

Ronald D. Wimmer wird in der Stuttgarter S-Bahn von einer Laugenstangen-schwingenden Alten verflucht. Nach dieser Begegnung ist nichts im Leben des skrupellosen Immobilienmaklers mit einer geheimgehaltenen schwäbischen Vergangenheit, wie es war. Alles Schwäbische bedeutet nun für ihn Pech, Unfälle oder sogar Lebensgefahr. So parkt er nach einem Anruf der VfB-Geschäftstelle seinen teuren Sportwagen unfreiwillig aber spektakulär in einem Schaufenster. Er entfernt sich schnell von der Unfallstelle, um einen Geschäftstermin einzuhalten, und stellt zu spät fest, dass alle seine Papiere und Schlüssel im Auto waren, an das er jetzt nicht mehr herankommt, genausowenig wie in seine Wohnung.
In den ersten Tagen seiner Obdachlosigkeit, versucht er noch, irgendwie an sein altes Leben ranzukommen, vergeblich. Von Peer, einem Obdachlosen, lernt er einige Tricks, wie man sich ohne Geld und Dach über dem Kopf in Stuttgart durchschlagen kann. Peer und Vor allem auch das Café Büchse, in dem Tina, ein Mädchen aus gutem Haus, Obdachlosen gespendete Lebensmittel serviert, werden schnell ein wichtiger Teil von Ronalds Leben. Gleichzeitig lernt er, allem Schwäbischen aus dem Weg zu gehen: Schon nach einem Schluck Trollinger wird Ronald im Schlosspark von einem Schwan angegriffen, einen Schwartenmagen ohne eigenen Blutverlust auch nur zu schneiden ist unmöglich. Am schlimmsten aber sind die Maultaschen.
Aus den Bahnen seines Luxuslebens geworfen, lernt Ronald neue Seiten an sich kennen, aber auch an den anderen Menschen, die ihm mehr oder weniger hilfreich begegnen, und an der Stadt Stuttgart selbst. Den ersten Hinweis, dass der Flluch zu brechen ist, erhält er bei einer Fahrt in der letzten nächtlichen U15, die dreimal wöchentlich zum Treffpunkt sämtlicher Schwaben-Ikonen wird, der lebenden und toten.   

„Bloß keine Maultaschen“ von Jürgen Seibold, bekannt als Autor verschiedener Schwaben-Krimis, erzählt eine größtenteils witzige Geschichte mit einer originellen Grundidee. Die moralischen Kommentare, mit denen der geläuterte Ronald auf sein altes Leben zurückblickt, nerven gelegentlich. Auch ist die Begründung, warum Ronald nicht einfach gleich zur Polizei geht und sein altes Leben weiterführt, ein kleines bißchen dünn geraten. Aber da es sonst nie zu der unterhaltsamen Geschichte gekommen wäre, die sich im Laufe des Buches entspinnt, ist das verzeichlich. Denn ansonsten bietet die Geschichte um den Schwabenfluch beste Unterhaltung, gelegentliche nachdenkliche Momente und viel Schwaben-Spaß. Empfehlung: ein Schorle „schlotza“, eine Brezel knabbern und amüsieren.

Jürgen Seibold. „Bloß keine Maultaschen.“ Tübingen: Silberburg-Verlag, 2010. ISBN 978-3-87407-878-8. 308 Seiten, €12,90

 


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