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Terry Pratchett: Eine Insel
 

Terry Pratchetts neuestes Buch spielt nicht in der Scheibenwelt, sondern in einem Paralleluniversum, das unserem Universum ähnelt, wie eine Lebensgeschichte der anderen, wenn man bei ihrer Entstehung an der einen oder anderen Stelle eine andere Entscheidung getroffen hätte. Das reicht bis zur Verteilung der Kontinente, bei denen Europa, Asien, Afrika und Amerika unserer Welt entsprechen, Australien aber in drei Teile zerfällt und sich an Stelle des Pazifiks der große pelagische Ozean erstreckt.
Hier liegt die Insel, deren Bevölkerung durch eine riesige Welle vernichtet wird, bis auf den Jungen Mau, der ohne sein Volk nicht nur nicht in die Gemeinschaft der Männer aufgenommen werden kann, sondern auch alle zivilisatorischen Strukturen verliert, die ein menschliches Leben ermöglichen. Um zu überleben muss er die Strukturen also notdürftig alleine aufrecht erhalten – und damit zugleich in Frage stellen, denn er muss Dinge tun, die man als Junge eigentlich nicht tun darf.
Auf diese Insel wird von der Welle auch das Mädchen Daphne verschlagen, die gerade auf dem Weg zu ihrem Vater war, der Gouverneur auf den Inseln des großen südlichen pelagischen Ozeans und künftiger englischer König ist. Auch für sie bedeutet diese neue Situation, dass sie endlich Dinge tun kann, die ihr als Mitglied der höheren Gesellschaft verwehrt waren, auch wenn sie bis dahin noch nie daran gedacht haben mag z.B. Bier zu brauen.
Gemeinsam stellen sie alte Regeln in Frage und neue auf, wenn es nötig ist, um die auf der Insel neu entstehende Nation aus weiteren versprengten Überlebenden von den benachbarten Inseln zu erhalten. Am Ende sind die Grundlagen der alten Inselzivilisation zerstört und dahinter taucht eine neue Wahrheit auf, die auch gegen die kolonialen Ansprüche der englischen Krone behauptet werden kann – und die auch in unserer Welt enthalten sein könnte, wenn an der einen oder anderen Stelle eine andere Entscheidung getroffen worden wäre.

Terry Pratchett konfrontiert uns wieder unterhaltsam mit Grundfragen unseres Zusammenlebens. Warum der englische Titel „Nation“ nicht direkt übersetzt wurde, was nicht nur eine der gelegentlich auffallenden Übersetzungsschwächen ist, ist allerdings ein Rätsel.

Terry Pratchett: Eine Insel, Manhattan-Verlag 2009, gebunden, 448 Seiten, ISBN 978-3-442-54655-8, 19,95 €

 


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