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Wirbellose für das Terrarium
 

Dieser handliche Taschenatlas stellt Tiere als Terrarien-Pfleglinge vor, die "mehr als vier Beine ... oder keine" haben. Auf je einer Seite wird mit einem großen Foto und darunter stehendem Text eine solide Kurzbeschreibung geliefert. Sie nennt die Verbreitung und den Lebensraum dieser "Tiere ohne Rückgrat", schildert deren Aussehen, gibt wichtige Hinweise zur Pflege und Zucht, nennt die Art der Ernährung und macht Angaben zur Giftigkeit und dem jeweils erforderlichem Terrarientyp. Piktogramme dienen der schnellen Orientierung. Auf diese Weise ist eine Sammlung von 180 Portraits zustande gekommen. Durch die Verwendung je eines großen Fotos pro Seite und darunter stehendem Text wirkt das Werk sehr ansprechend.

Somit ist dieses Nachschlagwerk für die Haltung von Stab-, Gespenst- und Heuschrecken, Grillen, Gottesanbeterinnen, Käfern, Wanzen, Schaben, Schmetterlingen, Termiten und Ameisen, Spinnentieren wie Vogelspinnen, Skorpionen und anderen, Hundert-, Tausend- und Schnurfüßern, Schnecken und Krebstieren so vielseitig wie übersichtlich. Ein großer Vorteil solcher Pfleglinge besteht darin, dass man meist kein sehr großes Terrarium benötigt. Die Wirbellosen sind auch deshalb im Kommen.

Nicht ganz nachvollziehbar ist für mich, weshalb auch vier Arten Eingang in das Werk gefunden haben, die ausschließlich im Aquarium zu halten sind wie Cambarellus patzcuarensis - die orange Farbmorphe ist unter Fans kurz als CPO" (Cambarellus patzcuarensis var. orange) bekannt -, Caridina cf. cantonensis, Caridina multidentata (Caridina japonica ist übrigens eine invalide, veraltete Bezeichnung) und den oft ansprechend gefärbten Sumpfkrebs Procambarus clarkii. Schließlich heißt das Thema nicht "Wirbellose im Aquarium", auf der anderen Seite wird so ein Titel oft vom Verlag in allerletzter Minute festgelegt und der Arbeitstitel für Manuskripte ist nicht selten umfassender. Ebenfalls ist es sicher keine geglückte Lösung, dass die wissenschaftlichen Bezeichnungen in Grundschrift, die deutschen Bezeichnungen hingegen kursiv gesetzt sind - für Biologen eine "verkehrte Welt".

Doch abgesehen von diesen Kleinigkeiten ist es ein richtig gutes Buch, es enthält fundierte Informationen und es macht Spaß, darin zu blättern und sich in die eine oder andere Beschreibung zu vertiefen. Schon von der farbenprächtigen Blütenmantis Pseudocreobotra wahlbergii, einer faszinierenden Lauerjägerin, die den Betrachter auf dem Cover mit ihren roten Augen in den Bann zieht, werden Interessierte - Anfänger wie Kenner - magisch angezogen. Und dieser Aufmacher ist keine leere Versprechung. Denn die anderen Fotos - die meisten stammen vom Mitautor Wolfgang Schmidt - sind durchweg bestechend gut und informativ. Dazu kommt, dass der Taschenatlas wirklich auf dem aktuellen Stand ist, d.h. es sind Tiere enthalten, die tatsächlich derzeit angeboten werden, auch "Newcomer" wie Eumegalodon oder Laufkäfer aus dem südlichen Afrika, die gierig ihr Opfer verfolgen und zerfetzen. Es sind aber auch bewährte, unproblematische Pfleglinge darin enthalten wie die Australische Gespenstschrecke Extatosoma tiaratum. Sehr zu empfehlen! Ich meine damit nicht nur diese Gespenstschreckenart, sondern das Buch.


Henkel, Friedrich Wilhelm / Schmidt, Wolfgang: Taschenatlas Wirbellose für das Terrarium. 180 Gliederfüßer und Schnecken im Porträt. Ulmer Verlag 2010. 192 Seiten, 182 Farbfotos, kartoniert, ISBN 978-3-8001-5156-1, 9 Euronen und 90 Cent.

 


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