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  Bücher
 
Johannes Schweikle - Westwegs
 

Dieses Buch ist kein Wanderführer im klassischen Sinn. In der STATTzeitungsredaktion gibt es über das Buch sehr unterschiedliche Meinungen.


Marion meint:
In dem Buch geht es nicht darum, wo man im Scharzwald an welcher Wegkreuzung nach wohin abbiegen muß. Es ist die Beschreibung einer Wanderung. Der Weg wird beschrieben, als ginge man mit dem Autor Johannes Schweikle mit, und er redet fleißig darüber, was es grad zu sehen gibt und was ihm dazu einfällt.

Schritt für Schritt erzählt er also, und er ist kein Langweiler. Fleißig zieht man mit, Blatt für Blatt, Kilometer für Kilometer. Persönliche Details, wie etwa Blasen an den Füßen, hält er in angenehmen Maßen zurück, während man dennoch immer seinen Gedanken folgt. Anfangs philosophiert er noch ein bischen mehr, bei Hebel hätte man kürzen können, später wird er sachlicher. Er redet darüber was er sieht, über Menschen, die Natur, die Landschaft, und alles, was einen Bezug zu dieser Gegend hat. Seine Bandbreite erstreckt sich über Geschichte, Geschichten, Zeitgeschehen Kultur und Aktualität.

Man kann in dem Buch auch quer irgendwo einsteigen, und genauso wieder aussteigen, einige Kapitel hab ich mehrfach gelesen. Johannes Schweikle erklärt auch, was am Wandern so schön ist und macht Lust auf loswandern. Ich finde es ein tolles Buch.

Marion Tichy
 


Sigrids Meinung ist:
Eine Wegbeschreibung hatte ich in diesem Buch nicht erwartet. Aber da ich den Weg vor 20 Jahren selbst gegangen bin, hatte ich mich darauf gefreut, den einen oder anderen Ort, die eine oder andere Beschreibung wiederzuerkennen, Erinnerungen aufzufrischen und mit den persönlichen Erfahrungen eines anderen Wanderers zu vergleichen. Aber vom Wandern selbst handelt das Buch kaum.

Vielmehr hat der Text die Form eines Faktentagebuchs eines belesenen Wanderers auf dem Westweg. Da werden ausgiebig große Namen zitiert, die vielleicht (oder vielleicht auch nicht) einmal durch den Schwarzwald gefahren sind oder zumindest mal von ihm gehört haben. Die historischen Hintergründe zu einzelnen Stationen sind ausführlich, manchmal etwas zu ausführlich, aber meistens interessant. Allerdings lässt der Autor auch nie einen Zweifel aufkommen an seiner eigenen Meinung über das, was er beschreibt. So erfährt man auf ganzen zweieinhalb Seiten, dass die Operette "Schwarzwaldmädel" samt Verfilmungen eine "hanebüchene Geschichte" aus einer "heilen Welt" erzählt, für die man sich "Fremdschämen" müsse. Zufällig teile ich diese Meinung, aber die detaillierte Beschreibung, vor allem der Verfilmung aus den 1950er Jahren hätte nicht sein müssen. Auch nervt der belehrende Ton, mit dem der Autor dem Leser immer wieder seine persönlichen Ansichten als Tatsachen vermittelt, an dieser Stelle besonders.

Dem Buch nach zu schließen hat Johannes Schweikle seine Wanderung auf dem Westweg und den Schwarzwald leider nicht besonders genossen. Insgesamt wirkt der Text wie eine Pflichtübung, konstruiert, als sei das Faktengerüst nebst prestigeträchtigen Zitaten bereits im Voraus recherchiert worden und nur noch mit wenigen knappen und distanzierten Beschreibungen eigener Begegnungen und Erlebnisse ausgefüttert worden. Fazit: Fakten okay, Lesevergnügen eher nicht. Schade.

Sigrid Schmid


Johannes Schweikle - Westwegs
Über den Schwarzwald. Zu Fuß durch eine deutsche Landschaft
2012, 228 Seiten, geb. mit Schutzumschlag 19,50 Euro
Verlag Klöpfer und Meyer
ISBN 978-3-86351-028-2

 


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