Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Kurznachrichten
Zukunftsfähiges NT
NTegration
Foto der Woche
EssBar
LesBar

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel

  Über uns


 

  Bücher
 
Urlaub auf der Scheibenwelt
 

Terry Pratchett lädt uns mit seinem Neuen Werk „Steife Prise“ zu einem erneuten Besuch auf der Scheibenwelt ein. Allerdings ist die spannende Zeit der literarischen Gründungsphase inzwischen vorbei und diese Parallelwelt mit ihren skurrilen Bewohnern muss verwaltet werden. Besonders wichtig ist dabei Sam Mumm, der Kommandeur der Wache von Ankh-Morpork, der bedeutendsten Stadt auf der Scheibenwelt.

Aber auch Sam Mumm muss einmal Urlaub machen und trägt dabei das Gesetz mit sich aufs Land, wo nicht nur die Mode mindestens zehn Jahre hinterherhinkt. Auch der Rechtsstaat befindet sich noch in dem Stadium, wo er den Mächtigen und nicht den Bürgern dient. Das ist besonders schlecht, wenn man zu den Goblins gehört, die allgemein als Ungeziefer angesehen werden, obwohl sie sprechen, Musik machen und eine Religion ausüben. Die besteht im Wesentlichen darin, dass sie ihre Ausscheidungen in kleinen Unggue-Töpfen aufbewahren, um am Ende ihres Lebens gemeinsam damit bestattet und wieder vereinigt zu werden. Mumm findet heraus, dass diese Wesen auf dem Land nicht nur herum geschubst, sondern auch wie Sklaven beim Tabakanbau als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. So gibt es für den Kommandeur der Stadtwache genug zu tun, das verhindert, dass er sich in seinem Urlaub langweilt.

Sam Mumm ist trotz der Entfremdung der Stadtbevölkerung vom Landleben mit seiner urbanen Lebenserfahrung den Ortsansässigen immer überlegen und man wartet vergebens auf einen bedeutenden Fehltritt. Noch nicht einmal der irrlichternde Oberschurke kann ihn hereinlegen. Wer von dem Titel und der Tatsache, dass die Unggue-Töpfe etwa die Größe von Schnupftabaksdosen haben, metaphysisch explosive Entdeckungen erwartet, wird ebenfalls enttäuscht. Stattdessen bedient uns Terry Pratchett mit gewohnt pointierten britisch-amüsanten Sätzen, an denen der rote Faden ein wenig ausfranst. Am Ende fragt man sich, ob der literarische Aufwand von über 370 Seiten wirklich notwendig war, um zu erklären, dass auch Goblins die allgemeinen Bürgerrechte auf der Scheibenwelt verdienen, während die Verwicklung des ländlichen Adels in den Tabakschmuggel und die Produktion von illegalen Troll-Drogen nur am Rand gestreift werden. Und dann verwendet Terry Pratchett noch mal ca. 70 Seiten darauf, die vermeintlich offenen Fäden zu verknoten und die Konsequenzen der Handlung für den Fortbestand der Scheibenwelt darzulegen.

Das Buch ist eine willkommene Einladung für alle Freunde der Scheibenwelt, aber nicht unbedingt geeignet, ihr neue Fans zu verschaffen.

Thomas Hauptmann

Terry Pratchett: Steife Prise, Manhattan-Verlag, Paperback, Klappenbroschur, 448 Seiten, ISBN: 978-3-442-54705-0, € 17,99

 


Anzeigen



Impressum
© 2004-2017 Nürtinger STATTzeitung