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Lance Armstrong: Tour des Lebens
 

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Im ersten Teil beschreibt Armstrong seine Erlebnisse in der Kindheit. Hier liegt der Grundstein zu seinem engen Verhältnis zu seiner Mutter. Früh verließ der Vater die junge Familie und so musste der kleine Lance in seiner Kindheit mehrere Ersatzväter ertragen. Von einem erhielt er sogar seinen heutigen Nachnamen. Eine gute Beziehung konnte er jedoch zu keinem dieser Männer aufbauen. So konzentrierte er sich schon früh auf sein eigenes Leben. Nun weiß man ja, dass in den Staaten Sportler hoch angesehen sind und so versuchte er sich in vielen verschiedenen Sportarten, die ihm jedoch alle wenig lagen, bis er endlich beim Radsport landete. Damals noch gekoppelt mit Schwimmen und Laufen war er ein begabter Triathlet. Sein Körper brachte ihm schnell viele Siege ein, so dass er sogar seinen Ausweis fälschte, um in einer höheren Altersklasse antreten zu können. Seine Siege brachten ihm neben Preisgeldern schnell einen guten Ruf ein und so kam es, dass ein Radsportstall auf ihn aufmerksam wurde und ihn unter Vertrag nahm. Ab diesem Zeitpunkt spezialisierte er sich nur auf den Radsport. Diese Sportart ist jedoch so unamerikanisch, dass er gezwungen war nach Europa zu gehen, um mit seiner Begabung Geld verdienen zu können. Seine ersten Rennen in Europa verliefen für ihn als jungen Profifahrer sehr erfolgreich, jedoch war sein Ehrgeiz grenzenlos. Er wollte gewinnen und dies brachte ihm nicht nur Bewunderung unter seinen Kollegen ein. Er gab sich respektlos und widersetzte sich vielen ungeschriebenen Gesetzen des Radsports. Trotzdem war er erfolgreich und schaffte es sogar Weltmeister zu werden. Sein Erfolg ermöglichte ihm ein sorgenfreies Leben mit eigenem Haus und Porsche in der Garage. Er war am Ziel.

Nach seinen ersten Erfolgen zurück in den Staaten trainierte er einsam und diszipliniert weiter. Und so sind wir mitten im zweiten Abschnitt des Buches. Erste Komplikationen meldeten sich an. Lance, der täglich mehrere Stunden auf dem Rad verbrachte, hatte Beschwerden mit stark geschwollenen Hoden. Als Kämpfernatur verdrängte er dies jedoch soweit er konnte, bis eines Tages nichts mehr ging und er den Arzt aufsuchte. Die Beschreibung seiner Ängste und Befürchtungen in diesem Teil des Buches sind sehr beeindruckend. Der Arzt diagnostizierte dann die erschütternde Krankheit: KREBS. Die Welt brach für ihn zusammen. Schnell wurde klar, dass die Krankheit bereits in einem sehr bedrohlichen Stadium ist und die Heilungschancen als sehr gering einzustufen waren. Schnelles Handeln war nötig. Nachdem klar war, dass die Metastasen bereits bis in die Lunge vorgedrungen waren, musste schnell ein Plan für die Mögliche „Heilung“ erstellt werden. Dies sah eine sofortige Operation mit anschließender Chemotherapie vor. Bewundernswert ist die Übersicht in dieser misslichen Lage, die er mit Hilfe seiner Ärzte an den Trag legte. Unter anderem spendete er noch im letzten Moment Samen, um sich die Möglichkeit eigener Kinder nicht ganz zu verbauen. Im Anschluss wird der Irrlauf durch Amerika geschildert, um den geeignetsten Behandlungsort zu finden. Immer wieder schildert er seine Ängste und Gedankengänge in dieser Zeit. Niemand kann auch nur ansatzweise diese Lage nachvollziehen, jedoch kann Armstrongs unkonventionelle Berichterstattung ein wenig Licht in diese Lage bringen. Sein Weg durch diese Therapie begleitet von Freunden und Familie wird eindrucksvoll erzählt. Oft genug hatte ich ein beklemmendes Gefühl beim Lesen, umso mehr ist sein Weg aus dieser Krise zu bewundern. Und er schafft das Unmögliche, er übersteht die Chemotherapie und geht körperlich am Ende jedoch geistig gestärkt aus dieser Krise hervor.

Seine „Wiederauferstehung“ wird im dritten Teil beschrieben. Nach einem langen Selbstfindungsprozess geht Armstrong 1999 mit enormen Willen und emsiger Vorbereitung an den Start der Tour de France. Und er kann mithalten und nicht nur das: Er kann siegen! Sein Weg durch die Tour inklusive der Auseinandersetzungen mit der Presse und allen Dopingvorwürfen schildert Armstrong sehr bildlich. Eine Beschreibung, die ich am Fernseher nie so empfunden habe, gut dass ich nun auch diese Seite kenne. Die Rennen hatte ich ja eifrig verfolgt, nur jetzt kenne ich auch die Hintergründe des Profiradsports. Am Ende gönnt man ihm den Erfolg von ganzem Herzen und fragt sich, warum man damals anderen Leuten die Daumen gedrückt hat. Es klingt wie ein Märchen, aber es ist wahr: Im Jahr 2000 konnte er eindrucksvoll beweisen, dass sein Sieg vom Vorjahr kein Zufall war und er wirklich einer der größten Radrennfahrer aller Zeiten ist.

Dieses Buch hat mein Bild von Lance Armstrong gewaltig geändert. Aus Respekt wurde Bewunderung. Unbegreiflich für Außenstehende beschreibt er seinen Leidensweg und den erlösenden Weg aus der Krankheit. Die einfachen verständlichen Worte die Armstrong findet, um seine Lage zu beschreiben, sind einzigartig und gehen zu Herzen. Oft war ich arg bedrückt beim Lesen des Buches, umso größer war die Freude auch den Erfolgsweg im dritten Teil zu lesen. Ein starkes Buch, eindrucksvoll geschrieben und ungeheuer fesselnd. Ich kann allen Interessierten dieses Buch nur ans Herz legen. So kann man die Leistung umso mehr würdigen und den schrecklichen Weg durch die Therapie erahnen. Also lest dieses Buch, es wird euch verändern!

(Gernot, spongo 30, Sommer 2004, gekürzt)

 

Entleihbar in der Stadtbücherei Nürtingen, Standort Spo 471 Arm

 


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