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Der Rumpf von Akif Pirincci
 

Gibt es den perfekten Mord? Heutzutage in unserer technologisch hoch entwickelten Welt, in der eine Wimper einen Täter mittels DNA-Profil bestimmen kann, würde wohl jeder auf diese Frage mit „nein“ antworten. Und „eher reißen Katzen eines Tages die Weltherrschaft an sich, als dass ein Mensch ohne Arme und Beine einen Mord begeht.“ Der erste Satz in Akif Pirinccis Roman „Der Rumpf“ lässt dunkle Zeiten für den Protagonisten Daniel erahnen, der sich nichts geringeres in den Kopf gesetzt hat, als den perfekten Mord zu begehen. Wenn es nach ihm geht hatte Mutter Natur bei seiner Erschaffung nicht nur „so ziemlich einen in der Krone“, sie muss „obendrein auf einem LSD-Trip gewesen sein.“ Daniel oder wie er sich selber – weniger liebevoll – nennt „der Rumpf“ wird mit der Krankheit „Amelie“ einer Gliedmaßenfehlbildung geboren, er besitzt weder Arme noch Beine. Seine Mutter, offensichtlich durch ihr behindertes Kind überfordert, setzt ihn, wie es das Klischee will, vor einer Kirchentür aus. Sein Erretter, Pater Jupiter, kümmert sich aufopferungsvoll um den, bald zu einem mehr oder weniger stattlichen Jugendlichen herangewachsenen Jugendlichen, Rumpf. Die Leidenschaft für prozenthaltige Getränke macht es dem Geistlichen aber zunehmend schwerer für Daniel zu sorgen. So muss der Rumpf in ein Rehabilitationszentrum für Körperbehinderte umsiedeln. Dort wird zum ersten Mal seine immense Intelligenz festgestellt, die er allerdings nicht, wie es der Wunsch der Zentrenleitung gewesen wäre, in den wissenschaftlichen Bereich investiert, ferner entdeckt er seine Leidenschaft für Tötungsmaschinen aller Art, Daniel wird ein regelrechter Waffenfanatiker. Zu dieser Zeit ist er von der Planung eines Mordes jedoch noch weit entfernt, er lebt einfach vor sich hin. Als er erneut, allerdings eher gegen seinen Willen, umziehen muss, trifft er in seinem neuen Heim „zu den verzauberten Jägern“ einen Mann, der in ihm sofort bedingungslosen Hass entfacht, das Mordopfer ist gefunden. Ständig auf der Hut um von den anderen Heimbewohnern bei den niederen Tätigkeiten nicht entdeckt zu werden, wähnt sich Daniel irgendwann am Ziel. Prof. Sladek, der Leiter des Heims scheint tot zu sein, erschossen von Hausmeister Arnold. Alles ist genauso geschehen, wie der Rumpf es geplant und in seiner Durchführung vorangetrieben hatte. Doch warum findet die Polizei die Leiche des vermutlichen Mörders Arnold wenige Stunden später in seiner Wohnung, ebenfalls erschossen? Warum ist Daniels Pfleger Hans auf einmal spurlos verschwunden und welche Rolle spielt Sladeks Geliebte, die schöne Mercedes? Daniel macht sich daran, den Mord, den er sich selbst erdacht hatte, aufzuklären und findet weitere Leichen. Wer in diesem Roman nun falsch spielt und ob Daniel letztendlich doch noch zu seinen perfekten Mord kommt, erfahrt ihr nicht an dieser Stelle. Das Buch ist sehr empfehlenswert, Pirincci, der durch den Katzenkrimi „Felidae“ berühmt wurde, konstruiert die Lebensbeichte eines genialen Menschen mit dunklen Gedanken. Doch Vorsicht, zart besaitete Gemüter sollten davon ablassen, die Detailgenauigkeit mit der der Autor das nicht immer einfache Leben des Schwerbehinderten beschreibt, ist nichts für schwache Nerven.

(jas, spongo 30, Sommer 2004)

 

Entleihbar in der Stadtbücherei Nürtingen, Standort Krimi Piri

 


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