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Über Grenzen hinweg - Morgenlandfahrt in Aufbruchzeiten
  In den 60er und 70er Jahren des letzen Jahrhunderts war aus- und aufbrechen groß angesagt, meist ins Morgenland, nach Afghanistan, Indien, Nepal oder auch nach Nordafrika. Dieses spannende Buch sammelt Reiseberichte verschiedener Menschen aus Süddeutschland, auch von NürtingerInnen.

„Musik mit den Einheimischen machen“ wurde zum geflügelten Wort der Szene, und bedeuete, sich auf der Suche nach neuen Erfahrungen, sich auf fremde Menschen und deren Welt einzulassen. Viele versuchten die Flucht aus einer Welt, die in ihrer muffigen Enge schier betonierter Vorgaben das Versprechen auf ein gutes Leben nur materiell einzulösen schien. Es musste im Leben doch noch etwas anderes geben! Und tatsächlich, es gab etwas anderes als das Schwabenland mit seinem Piätismus und seiner Kehrwoche. Etwas ganz anderes. Die meisten der Ausbrecher kamen zurück, manche am Ende ihrer Kräfte, aber niemand ohne wertvolle Erfahrungen im Gepäck!

Den Artikeln ist die vergangene Zeit kaum anzumerken, so detailliert sind die Beschreibungen, man ist mitten im Geschehen und möchte sich oft den staubigen Schweiß von der Stirn wischen. Einige Reisende berichten direkt, meist aus Aufschrieben, andere reflektieren aus heutiger Sicht. Dazu kommen Texte, die journalistisch aufgezeichnet und gelegentlich mit Hintergrundinformationen ausgestattet sind. Die Suche nach „Hippies“ geht sogar bis ins Jahr 2012, was einen weiteren Spannungsbogen darstellt.

Das Buch fesselt. Nein, man mag es nicht verleihen. Alle Texte sind spannend zu lesen, dazu kommt, dass sie so unterschiedlich sind. Diese Vielseitigkeit macht das Buch sehr lebendig. Besonders interessant finde ich die ganz verschiedenen Haransgehensweisen an die Reisen! Während der eine mit einer dicken Geldbörse blauäugig losgetrampt ist, haben andere ein Busle umgebaut und mit Proviant vollgestopft, um möglichst weit zu kommen. Die einen planten ihr Budget bis zum Ziel, die anderen auch wieder zurück. Überraschungen aller Arten erlebten alle.

Noch etwas erstaunt: Die Zeit. Afghanistan beispielsweise erlebten viele ganz anders, als wir es heute aus den Medien kennen. Nämlich als beeindruckend schönes, interessantes und eigenwilliges Land, nicht als Terrorgebiet, das durch ausländische Interventionen und deren Folgen ruiniert wurde.

Lasst euch mit an die Hand nehmen zu den Reisezielen der Sehnsucht. Lest von Leuten, die aufgebrochen sind, ohne Handy oder Smartphone, mit dem Ziel etwas Neues zu sehen und zu erleben, um das Alte hinter sich zu lassen und um die Welt etwas runder zu gestalten.
Marion Tichy

Über Grenzen hinweg - Morgenlandfahrt in Aufbruchzeiten
Herausgegeben von Dorothee Trommer und Peter Sindlinger, 2014
Paperback, 238 Seiten, Format: 24,0 x 17,0 cm, bebildert, Verlag Sindlinger, 18,50 Euro
ISBN 978-3-928812-68-9
Zu beziehen über den Verlag Sindlinger oder die Nürtinger Buchhandlungen (teilweise vorrätig). In der Stadtbücherei Nürtingen ausleihbar.

 


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