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Fräulein Lehrerin
  Ein Fotograf schaut 1870 einem schwarzgelockten Mädchen hinterher, das sich kurz darauf von einer Brücke stürzt. Zwar möchte der junge Mann herausfinden, was der Auslöser dieser Tragödie war, aber Gerd Friedrich hat keinen Detektivroman geschrieben, sondern ein Buch über die vielfältigen Entwicklungen zur Zeit der Gründung des zweiten deutschen Kaiserreiches im Allgemeinen und über die Bedeutung der ersten Lehrerinnen an württembergischen Schulen im Besonderen. Das schwarzgelockte Mädchen besuchte eines der ersten Lehrerinnenseminar und eine Freundin von ihr wird die eigentliche Hauptperson des Romans und in dessen Verlauf auch die Ehefrau des Fotografen. Auf ihrem Weg vom Seminar zu ihrer ersten Anstellung und über weitere Stationen bis zu ihrer Aufgabe als verheiratete Seminarlehrerin erfahren die LeserInnen auf unterhaltsame und spannende Weise, wie schwer es die Frauen zu dieser Zeit hatten, wenn sie einem Beruf nachgehen wollten, selbst wenn sie dringend gebraucht wurden. Außerdem beschreibt Gerd Friedrich das gesellschaftliche Leben in den Kleinstädten und auf dem Land, die Neuerungen und Umwälzungen durch die technischen Entwicklungen, für die der Fotograf nur eines von verschiedenen Beispielen ist. Manchmal geht dabei der Drang, sein enzyklopädisches Wissen auszubreiten mit dem Autor durch, wenn er nicht nur den Schirm beschreibt, den die Frau Lehrerin zum Schutz gegen Regen und Straßenhunde erwirbt, sondern auch ausführt, wie der Schirm aussehen würde, wenn sie ein anderes Modell genommen hätte. Aber Gerd Friedrich erzählt seine Geschichte unterhaltsam und lebensnah mit Happy End und Auflösung der rätselhaften Tragödie, ohne gleich über Schulgeschichte zu dozieren. Dass er dazu in der Lage wäre, demonstriert er in einem kurzen Anhang zur Geschichte der Lehrerin und zu den Fachbegriffen rund um das Schulwesen jener Zeit.

Gerd Friedrich: Fräulein Lehrerin, Silberburg-Verlag Tübingen: 2015, 542 Seiten, ISBN 978-3-8425-1433-1, 14,90 €
 


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