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Kriegserbe in der Seele
 

Dieses Buch entstand auf dem Hintergrund vieler Therapien mit Menschen, die ihre Beschwerden und Befindlichkeiten nicht einordnen konnten. Oft zeigte sich im Lauf des therapeutischen Vorgehens, dass in der Eltern- bzw. Großelterngeneration Kriegserfahrungen vorlagen, über die ein Schleier des Schweigens ausgebreitet war. Dies wurde dann den Kindern und Kindeskindern in Form von Verhaltensweisen weitergegeben, aufgrund derer sich die Nachkommen fragen, was eigentlich los sei mit ihnen.
Das Buch hilft in kleinen, übersichtlichen Kapiteln, unverständliche Verhaltensweisen eventuell in Bezug zu bringen zu den Erfahrungen der Kriegsgeneration. Die vielen ausweglosen Situationen haben bei vielen Betroffenen stereotype Verhaltensweisen hervorgebracht aus Angst, dass sich dies wiederholen könnte. Verhaltensweisen, die auch von den nachfolgenden Generationen verlangt wurden, ohne dass dazu ein konkreter Anlass gewesen wäre. Erst das Verständnis der Verletzungen und der daraus folgenden Verhaltensweisen ermöglicht, diese zu einer Auflösung zu bringen und für sich selbst neue, angemessene Haltungen zu entwickeln - manches Mal nur mit therapeutischer Hilfe.

Ein Beispiel dafür ist der Satz, alles aufessen zu müssen und auch jetzt von den eigenen Kindern zu verlangen, dass alles aufgegessen wird, ein Satz, der aus der Hungersnot der Kriegszeit geboren war. Kommt mir dieser Satz in üppigen Zeiten voller Teller in den Sinn, so kann ich aufgrund meines Verständnisses der Not meiner Mutter im Krieg Abstand davon nehmen, meine Kinder damit verschonen und diesen Gedanken auch mir verzeihen.

So ist dieses kleine Buch wie ein Konzentrat nicht nur gesammelter Erfahrungen, wie Traumatisierungen an die nachfolgende Generation weitergegeben werden, sondern auch, wie mit dem neu gewonnenen Verständnis den heutigen Verhältnissen angemessenere Verhaltensweisen entwickelt werden können.

(Eva Lintermanns)

Udo Baer, Gabriele Frick Baer: Kriegserbe in der Seele - Was Kindern und Enkeln der Kriegsgeneration wirklich hilft, Beltz Verlag 2015, ISBN 978-3-407-85740-8, € 16,95

 

 


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