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Resident Evil: Extinction
 

Der neueste Teil aus der Serie um die Umbrella Corporation, die einen Virus entwickelt hat, um einen Supersoldaten zu züchten. Problem: dieser Virus ist mutiert und aus Menschen werden Zombies, böse böse Biester, die nicht tot zu kriegen sind, außer wenn man etwas gegen, durch oder um den Kopf herumhaut. In den ersten beiden Teilen war das auf relativ engen Raum begrenzt, aber mittlerweile hat sich der Virus ausgebreitet und die ganze Welt erobert. Das ist ein ähnliches Szenario, wie bei "28 Weeks later" - der Virus hat sich ausgebreitet, die Menschheit ist kurz davor ausgelöscht zu werden. Aber hier ist die Sache noch viel radikaler, der Virus greift auch andere Lebensformen an, sei das nun tierisches oder pflanzliches Leben. Auf der Erde wird es ziemlich eng für den Menschen. Die paar übrig gebliebenen sind ständig unterwegs in einem Konvoi und es bleibt ihnen kaum etwas anderes übrig, als sich gegen Horden von überlegenen Zombies zur Wehr zu setzen, aber das ist gar nicht mehr so einfach. Letzten Endes ist es ein Kampf auf verlorenem Posten. Diese Endzeitatmosphäre wird in "Resident Evil: Extinction" richtig gut in Szene gesetzt. Das hat was von "Mad Max", weil hier die ganze Welt mehr oder weniger zu einer Wüste verkommen ist, da auch das pflanzliche Leben von dem Virus stark getroffen ist, und das sieht ziemlich nach australischem Outback aus. Milla Jovovich spielt eine der wenigen (Alice), die immun sind gegen den Virus, die einen Antikörper im Blut haben. Wenn sie gebissen wird überlebt sie und mutiert nicht zu einem Zombie. Die Reste der Umbrella Corporation sind hinter ihr her, um aus ihrem Blut eine Art Impfstoff für die Zombies zu machen, der sie gefügig macht. Das ist der neue perfide Plan: man möchte nicht die Menschheit erretten, sondern diese lebenden Toten als hirnlose billige Arbeitskräfte missbrauchen. Alice hat mittlerweile parapsycologische Fähigkeiten entwickelt und kann sich mit Geisteskraft zur Wehr setzen, beispielsweise Telekinese und dergleichen einsetzen. So fängt ein Katz und Maus Spiel durch Nevada an. Zwischenzeitlich trifft sie noch eine Gruppe von Überlebenden, die sie versucht zu beschützen, was nicht immer klappt, es ist eine sehr sehr verzweifelte Situation. Wie es ausgeht verraten wir nicht, nur so viel sei gesagt: sie tritt der Umbrella Corporation relativ stark in den Arsch. Aber es gibt noch eine Möglichkeit für eine Fortsetzung.

Die Atmosphäre in dem Film ist erstaunlich gut gelungen. Ein hochinteressantes Szenario aus sozialer Sicht, in dem jeder gegen jeden kämpft und die Zombies den Bodensatz der Gesellschaft darstellen, die als arme böse Sklaven in der Zukunft missbraucht werden sollen. Deswegen ist es einer der besseren Resident Evil-Filme. Man muss auch sagen, er ist relativ blutig, also nichts für Kinder. Für Horror-Fans ist er auf jeden Fall richtig und auch für alle anderen trotzdem sehenswert. Man kann mal sehen, wie Las Vegas nach 12 Jahren unbewohnter Zeit wieder im Sand versinkt – cool.

Woran liegt es dass es im Moment aktuell zu sein scheint, Endzeit-Filme zu drehen - letztes Jahr "Children of Men" und dieses Jahr schon "28 Weeks later"? wahrscheinlich ist inzwischen jedem Menschen bewusst, dass wir mit der Erde nicht besonders gut umgehen. Und gerade Filme wie "Children of Men" bringen auch eine soziale Komponente mit, hinterfragen Technikgläubigkeit und fragen, wie es mit einer vergreisten Gesellschaft weiter geht. Das sind Fragen, die immer kritischer werden in einer Gesellschaft mit mittlerweile 6,5 Mill. Einwohnern, die allerdings recht ungerecht verteilt sind auf diesem Erdboden und wo auch die finanziellen Mittel sehr ungerecht verteilt sind und das Wissen sehr ungerecht verteilt ist. Man muss sich fragen, wie es mit dieser Gesellschaft weitergehen wird und solche Endzeitfilme bieten eine Möglichkeit sich auszumalen, wie es aussieht, wenn die Situation komplett aus dem Ruder gelaufen ist. Deshalb lohnt es sich diese Filme anzusehen auch wenn sie oberflächlich Horror-, Action- oder Zombiefilme sind. Man muss den Film wegen nicht unbedingt der blutrünstigen Szenen anschauen, über die kann man hinwegsehen, aber die gesellschaftlichen Fragestellungen, die da aufgeworfen werden, sind bedeutend und wichtig.

D/USA 2007, R.: Russell Mulcahy, keine Jugendfreigabe

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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