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Ein mutiger Weg
 

Die Aufsehen erregende Geiselnahme aus dem Jahr 2002 war ständig in den Medien präsent. Der Wall Street Journal Korrespondent Daniel Pearl wurde in Karachi in Pakistan Opfer einer Terrorgruppe. Diese benutzte die berufliche Neugier und Risikobereitschaft gnadenlos aus und entführte den Journalisten, als sich ihm die Möglichkeit bot ein vermeintlich lukratives Interview mit einem Topterroristen zu führen. Alle Bemühungen sowohl von amerikanischer als auch pakistanischer Seite die Täter aufzuspüren und Pearl lebend zurück zu bekommen, scheiterten. Das grausame Ende, bei dem der Kopf abgeschlagen wurde, präsentierte man auf einem Video. Pearl musste sterben, weil Forderungen an die amerikanische Regierung nicht erfüllt wurden. In Guantanamo gab es später ein Geständnis. Die Umstände, wie es zustande kam, lassen allerdings Zweifel aufkommen.

Mariane Pearl hat ihre Erfahrungen in einem Buch verarbeitet und veröffentlicht. Diesen Stoff hat sich Michael Winterbottom vorgenommen, jener Regisseur, der eine Vorliebe für politische und gesellschaftskritische Filme entwickelt hat, sei es „Road to Guantanamo“ oder „Code 46“. Produziert hat den Film Brad Pitt. Seine Partnerin Angelina Jolie spielt die Hauptrolle in Gestalt der damals hochschwangeren, leidenden, aber tapferen französischen Ehefrau, die relativ schnell nach bekannt werden der Entführung von einer ganzen Armee von Spezialisten umgeben ist. Vor allem die pakistanische Terrorabwehr setzt alles daran politischen Schaden abzuwenden.

Man sieht, wie Daniel Pearl (Dan Futterman) sich auf das gefährliche Interview vorbereitet und sich fragt, ob er das Risiko eingehen soll. Auf die Fahrt durch die Stadt, immer tiefer hinein in feindliches Gebiet, kommt der Zuschauer mit. Zunehmend bedrohlich wird das Gewirr aus Straßen und Menschen. Danach gibt es nur noch Bruchstücke der gestörten Kontaktaufnahme zu sehen. Fortan konzentriert sich der Film hauptsächlich auf die täglichen Entwicklungen mit starkem Fokus auf Mariane Pearl. Die ständig neuen Informationen psychisch zu verarbeiten fällt einer schwangeren Frau garantiert nicht leicht. Der Film hat dokumentarischen Charakter und man bekommt die Chronologie der Ereignisse gut mit, wenngleich die vielen Namen oft verwirrend sind, wenn man nicht konzentriert zuhört. Bis über die erste Hälfte des Films wird man eine gewisse Distanz einfach nicht los. Irgendwie läuft alles sehr technisch und kalt ab. Die Ehefrau des Gekidnappten nimmt für meinen Geschmack alles eine Spur zu tapfer hin. Angelina Jolie ist über weite Strecken zu sehr erotische Schönheit, die noch verführerisch lacht – auch mit den Augen – als es nichts mehr zu lachen gibt. War die echte Mariane Pearl tatsächlich mental so stark oder schafft es die berühmte Schauspielerin nicht den Schmerz sichtbar zu machen? Als die Nachricht vom Tod des Mannes kommt ist Angelina Jolie zu meiner Überraschung doch noch zu einer Top-Leistung fähig, wie man sie damals in „Durchgeknallt“ erleben konnte. Der Schrecken und die Verzweiflung brechen aus ihr heraus. Danach kann sie zwar nach ein paar Tagen wieder etwas lächeln, aber die Augen verraten unglaubliche Trauer. Gegen Ende wird „Ein mutiger Weg“ also doch noch spürbar intensiver als man es anfangs vermutet. Über die Täter erfährt man leider nicht besonders viel.

Auch wenn die Spannung durch den schon bekannten Ausgang der Geiselnahme natürlicherweise reduziert ist, kann man den Weg ins Kino ruhig auf sich nehmen. Kein Meisterwerk aber sehenswert.

GB/USA 2007

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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