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I am Legend
 

Robert Neville lebt in New York, allerdings ganz alleine. Sein einziger Begleiter ist eine Schäferhündin namens Sam. In Rückblicken erfährt man, dass ein mutierter Impfstoff so infektiös und schnell wurde, dass er sich über die ganze Erde verbreitete und 90 % der Menschen sofort tötete. Es gab einige wenige, die immun blieben, unter anderem Robert Neville, gespielt von Will Smith. Der restliche Teil, der nicht sofort starb, verwandelte sich in grausige Monster, die nicht mehr dem Licht ausgesetzt sein können und die Fähigkeit verlieren logisch zu sein, nachzudenken. Es sind im Grunde hirnlose Bestien, die noch einigermaßen wie Menschen aussehen. Robert Neville erzählt immer wieder in Rückblenden, wie es dazu kam, wie New York evakuiert wird, das Schicksal seiner Familie, alle diese Dinge. Bis zur Mitte des Films führt er ein relativ gutes Leben. Er ist Wissenschaftler, er war an der Arbeit beteiligt, die versuchen sollte den Virus zu bekämpfen, ein Gegenmittel zu finden und letztendlich scheiterte. Mehr sei zu diesem Film gar nicht verraten, denn dann beginnt schon der actiongeladene Teil, der auch sehr spannend ist.

Es ist ein sehr unterhaltsamer Film und trotz kleiner logischer Brüche macht es Spaß ihn anzusehen. Die logischen Brüche sind, dass Robert Neville als derjenige, der nach diesem Gegenmittel sucht, zufällig der ist, der nicht infiziert wird. Das ist schon ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Großartig ist, wie er auf einen gewissen Gegenspieler trifft, das ist fast ein Show-down in diesem Film: Eine dieser Kreaturen blickt ihm mitten ins Gesicht aus einem dunklen Raum heraus und man weiß genau, in diesem Moment hat er erkannt, was Robert Neville eigentlich vorhat, dass man ihn jagen muss, weil er tatsächlich der letzte Mensch auf Erden ist und eine Gefahr für diese neuen Wesen darstellt. Das ist wirklich gut, das wird hochstilisiert, das wird hochgebaut. Beeindruckend auch die Szenen in New York. Man ließ in Manhattan tatsächlich an mehren Tagen viele Straßenzüge komplett sperren für die Dreharbeiten. Wenig beeindruckend ist – der Film spielt drei Jahre nachdem das Virus die Menschen dahingerafft hat – wie wenig die Natur sich die Stadt zurückerobert hat. In dem Buch „Die Welt ohne uns“ wird gezeigt, dass New York innerhalb von zwei Wochen stark absinken würde, weil der Grundwasserspiegel, der stark reguliert wird, nachgeben würde. New York würde in den unteren Bereichen überflutet und danach würde die Pflanzenwelt sich die Stadt ziemlich rasch zurückholen. Das ist in dem Film weniger dargestellt, auch damit man sehen kann, wie Will Smith in einer ziemlich guten Szene zu Beginn durch die leeren Straßen von New York heizt auf der Jagd nach Essbarem, zum Beispiel Hirschen. Allerdings muss er sich auch in Acht nehmen, es sind auch Raubtiere, zum Beispiel Löwen unterwegs, wahrscheinlich aus dem Central Park-Zoo. Die große Gefahr sind aber immer wieder die Mutanten. Im Lauf des Films schnappt sich Robert Neville einen um ihn zu heilen. Ob es ihm gelingt, ob er wirklich der letzte Mensch auf Erden ist, will ich hier nicht verraten.

Spannend ist auch das Drumherum dieses Films. Das ist einer der großen Blockbuster, der erfolgreichste Film den Will Smith jemals gedreht hat. Er basiert auf dem Werk von Richard Matheson zu deutsch „Ich bin Legende“, kam im Original raus unter dem Titel „Ich, der letzte Mensch“. Es war das Erstlingswerk dieses Autors und ist auch heute noch im Standardbuchhandel erhältlich. Es behandelt den Zeitraum von '76 bis '79 in einem fiktiven Los Angeles. Nach einem Krieg hat sich ein Virus breitgemacht und der Großteil der Menschen verwandelt sich in Vampire. Robert Neville ist ein ganz normaler Typ, der nach und nach eine wissenschaftliche Erklärung dafür findet. Er wird mit einer neuen Gesellschaftsordnung konfrontiert, die auf ihn Jagd macht und dazu zwingt anzuerkennen, dass er als der letzte Mensch Legende ist. So endet das Buch "I am Legend". Es gibt davon auch eine sehr gute Comic-Adaptation von Steve Miles, eher eine Grafic Novell im Stil eines Gothic-Romans. Ein Viertel bis ein Drittel des Comics sind reiner Text. Matheson hat auch viele andere Romanvorlagen geliefert. Die bekannteste vielleicht „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C.“, dieser Typ, der plötzlich schrumpft, verfilmt von Jack Arnold. Berühmt ist die Szene mit dem Kampf gegen die große Spinne. "I am Legend" ist die dritte Verfilmung seines Romans. Die erste Verfilmung war mit Vincent Price in den 60ern „The last Man on Earth“, „Der letzte Mensch auf Erden“. Sie hält sich sehr stark an die Romanvorlage. Der Schluss ist etwas enttäuschend, weil da ein wenig Gutmenscharbeit reingesetzt wird. Die zweite Verfilmung war in den 70ern „Der Omega-Mann“ mit Charlton Heston, der ein ganz anderes Konzept einsetzt. Da sind die Mutanten keine hirnlosen Kreaturen wie in der jetzigen Verfilmung, oder Vampire wie in der Originalvorlage. Sicherlich um Geld zu sparen sind die meisten Menschen lichtempfindlich geworden, und müssen sich mit schwarzen Umhängen vor der Sonne schützen, aber sie sind noch ganz klar im Besitz ihrer geistigen Denkfähigkeit. Die Romanvorlage ist auf jeden Fall empfehlenswert. Das Buch ist sehr gut geschrieben, macht viel Spaß zu lesen. Aber auch mit Will Smith als gute Unterhaltung kann man das Kinojahr beginnen. Auf jeden Fall ein großartiger, schön gemachter Film.

USA 2007, D.: Fracis Lawrence, R.: Akiva Goldsman, Mark Protosevich, 105 Min., frei ab 16 Jahren

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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