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Der fliegende Händler
 

Antoine hat das Haus seiner Eltern vor Jahren im Streit verlassen und ist vom Land in die Stadt gezogen. Als sein Vater einen Herzinfarkt erleidet und kürzer treten muss, kehrt er zurück, um im Geschäft der Eltern auszuhelfen. Er übernimmt die tägliche Tour mit dem mobilen Laden zu den alten Leuten in den entlegenen Häusern und Anwesen der Gegend. Doch die ungelösten familiären Konflikte sorgen weiter für Spannungen. Der Vater hält nicht viel von Söhnen, die sich einfach so aus dem Staub machen und der Bruder ist frustriert und suizidgefährdet, weil seine Frau ihn verlassen hat und er sich überfordert fühlt. Antoine spürt aber zunehmend die Verantwortung gegenüber den alten Leuten, die ihre Einkäufe ohne ihn nicht tätigen könnten und bekommt Routine im Umgang mit ihnen. Als der Vater eröffnet, dass Geschäft aufgeben zu wollen, muss er sich eingestehen, dass die  Heimat seiner Kindheit durchaus auch seine kommende sein könnte.

Französisches Art-House-Kino mit winzigem Budget. Oft entsteht daraus ein intensives Kinoerlebnis. Wenn allerdings die Handlung dünn wie ein Laufstegmodel ist und sich die professionellen Schauspieler die Natürlichkeit und Normalität der Laiendarsteller zum Vorbild nehmen, muss man sich ernsthaft fragen, ob man wirklich in einem Kino war. Dass dies der Regisseur zulässt kann man damit begründen, dass Eric Guirado schon Dokumentarfilme gemacht hat und diesen Film wahrscheinlich so authentisch wie nur irgendwie möglich haben wollte. Eine Familiengeschichte und eine Milieubeschreibung, die auf viele ländliche Gegenden zutrifft. Die junge Generation wandert ab, übrig bleiben nur die Alten. Geschäfte und Dienstleistungen sterben langsam aber sicher aus. Die wenigen, die bleiben fühlen sich im Stich gelassen und haben das Gefühl nur noch unter Toten zu leben. So drückt es Antoine auch im Film aus. Die Reize, die solch ein Leben aber haben kann, entdeckt er jeden Tag ein bisschen mehr und das bringt ein bisschen Freude, die er seinen schrulligen Kunden entgegenbringen kann. Dem Vater, der kein anderes Leben außer seinem kennt, fällt es unglaublich schwer seine einmal gefasste Meinung über seinen Sohn zu ändern. Immerhin gelingt den beiden eine Versöhnung – sperrig zwar, aber immerhin. Das Leben des Bruders ist verkorkst. Obwohl er in der Heimat der Eltern geblichen ist, scheint er dafür noch weniger geeignet zu sein.

Wenn „Der fliegende Händler“ tatsächlich als leichte Sommerromanze angepriesen wird – bei einem französischen Film immer denkbar – ist das mehr als irreführend. Die schöne Landschaft und die strahlende Sonne wirken in diesem Film überraschend deprimierend und trostlos. Die Dialoge sind durchgehend emotionslos und langweilig und nach kurzer Zeit hat man das untrügliche Gefühl; dass keine Szene kommen wird, die auch nur etwas fesselt, bewegt oder zum langen Nachdenken animiert. Selbst die zarte Annäherung an die angehimmelte Nachbarin hat nicht mehr Feuer zu bieten als die täglich verkauften Erbsendosen im alten fahrbaren Lebensmittelladen. Den Fliegenden Händler kann man sich sparen.

F 2007; D.: Florence Vignon, Eric Guirado; R.: Eric Guirado; 97 Min.; FSK: 0

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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