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Penelope
 

Ein Märchen, das ein klein wenig in die Gegenwart hereingeholt wurde: In New York wohnt eine adlige Familie, und einer ihrer Ahnen hatte ein junges Mädchen geschwängert, die sich dann umgebracht hat und ihre Mutter, eine Hexe, hat die Familie dahingehend verflucht, dass das erstgeborene Mädchen der Familie eine Schweinsnase bekommt. Das hat ein paar Jahrhunderte, mehrere Generationen gedauert und im New York der Gegenwart kommt dann Penelope zur Welt. Nachdem alles gut gelaufen ist mit der Geburt, stellt man fest: um Himmels Willen, das Mädel hat eine Schweinsnase. Die Familie denkt sich, was machen wir? Wir müssen uns von der ganzen Umwelt zurückziehen und uns abschotten. Aber nachdem die Familie sehr bekannt gewesen ist in der Stadt, ist die Yellow Press von vornherein auf die Geburt stark angesprungen. Als einer der Fotografen ein Bild von ihr erhaschen wollte hat er durch einen dummen Zufall ein Auge verloren und ist jetzt total besessen von Penelope, diesem Kind. Man hat es mittlerweile einen Unfall vorgetäuscht und gesagt: das Kind ist tot, es wurde eingeäschert. Penelope konnte zurückgezogen und wohl behütet aufwachsen. Dieser Fluch mit der Schweinsnase kann allerdings aufgehoben werden, wenn sie ihre wahre Liebe findet. Also: Sie ist 18 geworden und jetzt veranstaltet die Familie, richtig bizarr, eine Art Casting. Wer evtl. der passende Bräutigam für die liebe kleine Penelope sein könnte wird  eingeladen. Man hat ja in diesen Kreisen Agenturen, die genau wissen, es gibt diesen und jenen adligen Junggesellen, der im heiratsfähigen Alter wäre. Lustig ist, dass die ganzen Jungs, die vorbeikommen, sobald sie Penelope sehen Reißaus nehmen, aus dem schönen Erkerfenster springen, abhauen und sagen: das kann ja wohl nicht wahr sein, ich werde keine Frau mit Schweinsnäschen heiraten. Da haben sie sich gesagt, das müssen wir anders machen. Sie haben einen Sicherheitsdienst eingesetzt und in dieses Erkerfenster Sicherheitsglas eingebaut, so dass die Reißaus nehmenden Prinzen sich immer eine sehr breite Nase geholt haben wenn sie gegen das Fenster gerannt sind. Toller Gag. Zwischenzeitlich ist Penelope hübsch geworden. Der Fotograf ist weiterhin sehr daran interessiert herauszufinden, was an der Geschichte mit dem schweinsnäsigen Mädchen dran ist. Er beauftragt einen heruntergekommenen Adligen, komplett spielsüchtig und total pleite, ein Bild von ihr zu schießen. Aber Penelope ist mittlerweile ziemlich misstrauisch geworden und interviewt die Adligen nur noch hinter einem halbdurchsichtigen Spiegel, durch den sie sieht, wer da vor ihr sitzt, aber er sieht sie eben nicht. Mit der Zeit kommen sich die beiden näher, machen ein paar gute Gespräche, aber er kommt nicht dazu ein Bild von ihr zu schießen. Per Zufall kommt es doch dazu, dass er sie sieht, rennt aber nicht weg wie die anderen, aber irgendwie bekommt sie kalte Füße. Es kommt zu ein paar Geistesblitzen von ihr, dass sie auf diese Verheiratungspläne ihrer Eltern keine Lust mehr hat und sie reißt aus. Sie verkleidet sich, schaut ein bisschen aus, wie eine arabische Terroristin mit vermummtem Gesicht, und geht in die große Stadt hinaus und lernt ein paar Leute kennen, unter anderem Reese Witherspoon, die ist auch Produzentin des Filmes.

Es gelingt diese Märchenatmosphäre mit dem Fluch und so in die Gegenwart rüber zu holen. Es ist ein Film im Stil von „Plötzlich Prinzessin“ ohne viel magisches Brimborium. Sie wird die Schweinsnase auch los, aber wie es dazu kommt will ich jetzt nicht verraten. Es wäre ja auch mit ein bisschen medizinischer Behandlung machbar gewesen, das ein klein wenig besser hinzubekommen. Das geht aber nicht, weil eine wichtige Arterie durch die Nase verläuft und deswegen kann man die Nase nicht umoperieren. Gespielt wird die Prinzessin, die gute Penelope, von Christina Ricci. Und daran hakt das alles, das ist ein kleines Problem an dem Film: Christina Ricci ist eine bildschöne Frau! Man kann sich eigentlich nur in sie verknallen, wenn man sie so sieht, auch mit Schweinsnase. Es ist nicht nachvollziehbar wie die Typen, wenn sie sie sehen, einfach nur Reißaus nehmen. Sehr gut ist, dass alle Bilder von New York in einem ganz leichten Sepiaton gehalten sind, es ist alles in einem sehr warmen Licht fotografiert, das kommt dann unglaublich schön. Die ganze Atmosphäre ist nicht märchenhaft, sondern es ist so ein Juli-August-Feeling, leicht romantisch angehaucht und nett. Aber die Hauptmessage: „liebe dich selbst, so wie du bist“ kommt ein bisschen schlecht rüber, weil halt Christina Ricci viel zu gut aussieht, als dass man ihr diese Rolle als schweinsnäsige Prinzessin abnehmen könnte. Lustig ist noch die zweite Hauptrolle: James McAvoy als dieser abgehalfterte spielsüchtige Prinz kommt ein bisschen tollpatschig rüber und das ist dann sehr nett. Penelope – wenn ihr kein gutes Fußballspiel anschauen könnt, zweifellos eine gute Alternative um mit euren FreundInnen rein zu gehen.

GB/USA 2006; Drehbuch: Leslie Caveny; Regie: Mark Palansky; 102 Minuten; FSK: ab 6 

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 

 


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