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Mord ist mein Geschäft, Liebling
 

Bully-Partner Rick Kavanian ist in diesem Film als Auftragskiller Toni Ricardelli nicht für die Lacher verantwortlich. Er spielt überraschend ernst und überlässt es komplett seinen Nebendarstellern sich zum Affen zu machen. Bei Kavanians großem Talent für Witz ist das mehr als überraschend und nicht unbedingt ein kluger Schachzug. Seine Partnerin Nora Tschirner als Julia Steffens ist diesbezüglich unglaublich talentfrei. Zum Glück gibt es aber noch Bobfried Kimbel: der mit Minderwertigkeitskomplexen gesegnete Sohn eines Verlegers, der die undankbare Aufgabe hat Enrico Puzzo, einen berühmten Autor von Mafiageschichten zur Unterschrift zu bewegen. Kindels zukünftige Frau Julia Steffens reist dafür extra nach Italien, wohin sie leider etwas zu spät kommt. Profikiller Ricardelli ist gerade dabei den exzentrischen Autor nach getaner Arbeit zu beseitigen. Seine Devise läßt ihm keine Wahl und er ist ehrlich zu ihr. Aber sie glaubt ihm nicht. Durch spontane Liebe beflügelt gibt Toni sich kurzerhand als Puzzo aus und nimmt dessen Part ein. Mafiaboss Salvatore Marino ist allerdings nicht begeistert als er erfährt, dass der Autor doch noch lebt und somit weiter schöne Geschichten zum Besten geben wird. Eine ganze Armada unterschiedlichster Killer wird jetzt auf den vermeintlichen Mafiaschreiber angesetzt, die aber – wen wundert es - alle kläglich scheitern. Letztendlich kommt es zum großen Showdown, bei dem jeder das bekommt, was er verdient. Das ist in dieser Geschichte unter anderem eine Liebesheirat zwischen der Verlagsangestellten Julia und dem jetzt ehemaligen Auftragskiller Toni.

Zur typischen überdrehten Screwball-Komödie gehört immer die Nebenhandlung und die ist bei „Mord ist mein Geschäft, Liebling“ witziger als der eigentliche Plot. Janek Rieke als trotteliger Verlegersohn Bobfried Kimbel versucht mit Hilfe seines Psychologen Dr. Gruber, gespielt vom für diese Rolle prädestinierten Ludger Pistor, ein richtiger Mann zu werden, um seinem herrschsüchtigen Vater endlich einmal Paroli bieten zu können. Die Sekretärin himmelt ihn an, aber das merkt er erst, als er herausfindet, dass Julia Steffens überhaupt nicht zu ihm passt.

Die Auftritte dieses herrlich gestörten Bobfried sind die stärksten Momente des Films. Dem gegenüber steht die völlig überforderte Norma Tschirner, die verzweifelt versucht durch Tollpatschigkeit und ständige Missgeschicke Gags zu produzieren. Da muss man sich fremdschämen, so peinlich ist das. Für diese Rolle wird eine gewisse Portion natürlicher Witz benötigt. Tschirner ist schlichtweg zu langweilig und normal und wirkt eher wie eine süße, hübsche, bodenständige BWL-Studentin. Die Gastauftritte von Bud Spencer und Franco Nero sind kaum erwähnenswert, besonders Spencer. Er steht doch eigentlich für den großen grummelnden Dicken und nicht für einen verschrumpelten Opa. Wahrscheinlich ist das Marketing pur: Wer möchte mal wieder Bud Spencer sehen, den Held aus der eigenen Jugendzeit der 80er? Klar, dass auch Leute wie Christian Tramitz und Günther Kaufmann mitspielen. Das ist auch gut so. Kramitz spielt seine Rolle als Killer mit Herz ebenso überzeugend, wie Kaufmann den Mafiapaten. Ihre Auftritte sind genau das, was man von einer parodistischen Komödie erwartet: sinnfrei komisch. Ein Rätsel ist aber, weshalb Kavanian nicht wenigstens ein bisschen blödeln darf und gegen Ende alles auf ein aalglattes, fast schon übertrieben politisch-korrektes Happyend herausläuft. Ein Familienspaß. Und das ist hier bestimmt nicht positiv gemeint. Hier wird die Mainstream-Klientel bestens bedient und dass das genauso beabsichtigt war, merkt man dem Film leider in nahezu jeder Szene an. Das Fazit daher: fade deutsche Comedy mit wenig wirklich witzigen Momenten.

D 2008, R.: Sebastian Niemann, D.: Sebastian Niemann, Dirk Ahner, FSK: 12 Jahre, 109 Min.

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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