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500 Days of Summer
 

Die Drehbuchschreiber Scott Neustadter und Michael H. Weber kümmerten sich nicht um die klischeehaften Vorgaben für Beziehungskomödien sondern waren an einer realistischen Lovestory interessiert, die jeder nachvollziehen kann. Viele Szenen können die meisten Zuschauer wohl eigenen schmerzvollen aber auch wundervollen Erinnerungen zuordnen. Regisseur Marc Webb machte daraus den melancholischen-heiteren Kinofilm „500 Days of Summer“.

Der junge Tom Hansen, gespielt von Joseph Gordon-Levitt, der vor ein paar Jahren dem Independent-Film „Brick“ maßgeblich Leben einhauchte, trifft auf die lebenslustige bodenständige Summer Finn, dargestellt von Zooey Deschanel. Und diese Summer hat ihren Namen völlig zu Recht. Wo sie auftaucht geht die Sonne auf, wird selbst der Frühling neidisch. Das passt, denn Zooey Deschanel ist dafür bestens besetzt, ist sie doch auf den zweiten Blick nicht wirklich umwerfend schön, aber sie hat das gewisse Etwas, das verführt und zum Träumen anregt. Ihr Blick verspricht so einiges. Bei Tom, dem ausgeglichenen gut gelaunten Grußkartendichter, der eigentlich alles andere als auf der Suche nach einer neuen schwierigen Beziehung ist, löst das zunehmend romantische Gefühle aus. Als neue Arbeitskollegin ist sie oft genug in seiner Nähe, um jede Begegnung zu seinen Gunsten zu deuten. Als es nach einem Karaoke-Abend intimer wird, sieht sich Tom schon fest an Summers Seite.

Einseitige Liebe kann ja so grausam sein! „500 Days of Summer“ offenbart das auf charmante Weise in allen Schattierungen und Nuancen, die das Spiel der Geschlechter kennt. Summer Finn hält alle Trümpfe in der Hand und bestimmt das Tempo, gibt Tom an einem Tag das Gefühl, der glücklichste Mann der Welt zu sein, um ihn am nächsten Tag in ein dunkles Loch zu stoßen. Der Zuschauer ist sich lange nicht sicher, aber ahnt es: sie liebt ihn nicht wirklich, möchte nur lockeren zwanglosen Spaß mit ihm haben, Verpflichtungen soll es nicht geben. Es ist ein hin und her mit den beiden und irgendwann ist Schluß. Für Tom bricht die Welt zusammen und er fällt in das große deprimierende Loch, das sicher mancher gut nachvollziehen kann. Das Essen schmeckt nicht mehr, die Arbeit ödet nur noch an und alle Farben sind merkwürdigerweise nur noch grau. Freunde versuchen ihn aufzuheitern, haben aber kaum eine echte Chance. Wenigstens hat er eine jüngere Schwester, allerdings ist das ein kleiner altkluger Schlaumeier. Und dann keimt wieder Hoffnung auf. Tom trifft Summer im Zug, beide gehen auf die gleiche Party. Wieder gibt es eine romantische Nacht. Das Schicksal meint es aber in diesem Fall einfach nicht gut. Am Ende ist es in Los Angeles im Films so, wie es oft  auch in Stuttgart, Berlin oder Hamburg im wirklichen Leben ist: treffen sich die richtigen Partner geht alles ganz schnell. Tom bekommt mit, dass Summer einen anderen Mann geheiratet hat, einfach so. Aus und vorbei.

„500 Days of Summer“ ist eine einzige Charme-Offensive. Das liegt größtenteils am großen Talent und Ausdrucksvermögen von Joseph Gordon-Levitt. Herrlich, wie er sich abwechselnd ausgelassen freut und unendlich leidet. Man erkennt sich in ihm wieder. Unterstützt wird dieser Effekt noch dadurch, dass alles aus seiner Sicht dargestellt wird, niemals aus Summers. Webb baut seinen Film zudem unkonventionell auf. Eine sonore Stimme aus dem Off führt in den Film ein, wie bei einem Märchen. Aus den insgesamt 500 Tagen des ständigen Auf und Abs des jungen Paares bekommt der Zuschauer wahllos bestimmte Tage herausgegriffen. Nicht chronologisch, sondern es geht vor und zurück. Das macht es einerseits etwas chaotisch, aber auch interessant. Reizvoll werden die unterschiedlichen Stationen der Möchtegern-Beziehung in Häppchen präsentiert. Spritzig und temporeich. Ähnliche Situationen stellen sich nach ein paar Monaten des Miteinanders anders dar. Worüber man gestern noch lachen konnte, ruft heute nicht einmal ein Lächeln hervor. Darum ist „500 Days of Summer“ durchaus auch ein Plädoyer für Kreativität in Lovestories. Das darf als Empfehlung verstanden werden.

USA 2009, D.: Scott Neustadter, Michael H. Weber, R.: Marc Webb, 95 Minuten

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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