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  Filme
 
2012
 

Der Mega-Blockbuster-Untergangsfilm von Roland Emmerich, dem Master of Desaster, wie er mittlerweile genannt wird, die Mutter aller Katastrophenfilme. Er sagte, das ist definitiv sein letzter Katastrophenfilm. Aber James Bond Sean Connery sagte damals auch „Sag niemals nie“, man wird sehen.

Ein Wissenschaftler in den USA stellt fest, dass sich die Welt enorm aufheizt. Er berechnet dies hin und her, prüft die Daten und kommt zum US-Präsidenten mit den folgenden Zahlen: Im Jahr 2012 ungefähr wird die Welt untergehen, denn die Sonne heizt mittels Neutrinos, die sich in Mikrowellen umwandeln – sie mutieren heißt das im Film –nach und nach den Erdkern auf, so dass die Kontinente hoch schwimmen werden, wie Fettaugen auf der Suppe der Meere. John Cusack spielt Jackson Curtis, einen erfolglosen Schriftsteller, der mit seinen Kindern im Yellowstone-Park Urlaub macht und auf Charlie Frost trifft, der einen Blog geschrieben hat, wo dargestellt wird, wie die Welt untergeht und wie das alles schon mal passiert ist durch die Saurier. Sehr trivial gemacht. Selbst South Park bietet bessere Zeichentrickanimationen – diese Flash-Animation ist der humoristische Höhepunkt des Filmes. Curtis glaubt nicht, dass da irgendwas dran ist. Aber weil sich weltweit die Katastrophen häufen, ruft die Mutter die Kinder zurück. Curtis wird durch ein paar Vorfälle doch überzeugt, fährt hin und rettet sie als gerade halb Texas und Kalifornien den Bach runter gehen. Das ist das Bild, das man kennt, mit diesem halb schief hängenden Stadtteil. Die Regierung, das kommt immer wieder als Zwischenspiel, hat zusammen mit anderen Regierungen in China Archen bauen lassen, die können das am schnellsten und am billigsten wird im Film gesagt, und versuchen etliche Menschenleben zu retten.

Es ist eine nette Story. Sie geht nicht in die Tiefe, aber sie ist gut erzählt, es macht Spaß sie sich anzuschauen. An ein oder zwei Stellen hat der Film noch etwas mehr Pathos als in „Independence Day“. Eine Rede, wie sie der Präsident da gehalten hat gibt es auch wieder. Es ist halt ein Emmerich-Film. Die Spezialeffekte sind fantastisch. Auch seine aktuellen Bezüge sind erstaunlich, fast schon deutsche Gründlichkeit. Es ist ein schwarzer US-Präsident, gespielt von Dennis Glover, und Emmerich ist tatsächlich so weit gegangen auch eine Frau an die Spitze der deutschen Regierung zu setzen. Sie wird natürlich nur als German Chancler bezeichnet. Als die Amis in ihren Archen die Soldaten mit ihren schönen amerikanischen Titeln wie Major und Captain benennen, sagt sie in ihrer Arche „Herr Hauptmann“, ein Brüller. Das kann nur Emmerich auf solche kleinen Details achten – sehr schön!

Die Sache mit den Mayas, die angeblich berechnet haben, dass 2012 die Welt untergeht, wird von vielen falsch dargestellt. Die Mayas haben berechnet, dass eine Ära zu Ende geht aber kein echtes Ende der Welt. Mit dem Zeitpunkt haben sie sich nur um ein paar Jahre verrechnet. Es war 1999, als diverse Planeten in der betreffenden Konstellation standen. Bei den Mayas darf man sich glücklich schätzen, dass sie sich vor zig Tausend Jahren lediglich um 20 Jahre mit der Konstellation verrechnet haben. Das mit dem Weltuntergang haben nur irgendwelche Verrückte in die Welt gesetzt. Der Hinweis im Film „Wir waren gewarnt“ ist also ein bisschen hoch gegriffen. Spielt keine Rolle, ist für den Film auch nicht nötig. Es ist ein guter Aufhänger.

Die ersten 30 bis 50 Minuten haben absolutes Tempo. Man kommt, wie bei Emmerich gewohnt, schnell in die Geschichte rein. Die aufwändigste Szene ist die, in der Los Angeles platt gemacht wird. Sehr stark ist auch, wie der Vulkan im Yellowstone-Park explodiert. Grandios wie erst die Erde bebt als ob sich Tausende von Ameisen darunter bewegen. Einer der Höhepunkte ist als sie mit ihrem kleinen zweimotorigen Flugzeug herumfliegen und über sie eine U-Bahn geschleudert wird. Das ist Desaster vom Feinsten. Es wird zwar der Vatikan zerstört, aber etliche europäische Wahrzeichen werden nicht gezeigt. Weder der Eiffelturm ist dabei noch Big Ben, noch der Kreml, der oft mit drunter leiden muss. Seltsam auch, dass das Brandenburger Tor diesmal nicht in der Mitte zerrissen wird. Hätte gepasst, fehlt leider. Anscheinend gibt es Berichte, Emmerich hätte gerne eine Moschee zerstört. Er hat aber davon Abstand genommen, weil er nicht in ieine Sache wie Salman Rushdie verwickelt werden wollte. Schade, dass man so sehr auf solche Befindlichkeiten achten muss aus reiner Angst. Dann nimmt der Film das Tempo stark raus und man hat Zeit die bisherigen Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Es dauert dann ein bisschen, bis wieder etwas Schwung in die Sache kommt.

Insgesamt ein sehr beeindruckender Film. Stärker als die anderen Emmerich-Filme, weil die Tricktechnik sehr ausgereift ist. Daumen nach oben, absolutes Popcorn-Kino. Man kann ihn sich auch mehrmals angucken. Die Katastrophen bieten viele Einzelheiten zum Entdecken.

CAN/USA 2009, D.: Roland Emmerich, R.: Roland Emmerich, Harald Kloser, 158 Min., FSK: ab 12 Jahren

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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