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Vergebung
 

Als tragendes Gerüst der gesamten Trilogie fungiert die Redaktion des Millennium-Magazins mit der Herausgeberin Erika Berger und ihrem unbeugsamen Freund Mikael Blomkvist, dessen außergewöhnliche Beziehung zur erotisch kühlen Hackerin Lisbeth Salander leider nicht mehr komplett geklärt werden kann, da Erfolgsautor Stieg Larson bereits tot ist. Ohnehin ist das cineastische Salz in der Suppe oft das unausgesprochene, im Unklaren gelassene.

Blomkvist ist es, der die schwer verletzte Salander und ihren ebenso angeschlagenen Vater Zalachenko am Ende des zweiten Teils findet und ins Krankenhaus bringen lässt. Beide wünschen sich wechselseitig den Tod und als der ehemalige Leiter der Sicherheitspolizei die mittlerweile störende Altlast Zalachenko am Krankenbett erschießt, löst das bei Lisbeth eines ihrer seltenen Lächeln aus, als sie davon erfährt. Mit der Genesung holt sie allerdings die Vergangenheit wieder ein. Den Vorwurf des versuchten Mordes an ihrem Vater nutzen die geheimen Kräfte gnadenlos aus, um auch die letzte Zeugin im Fall Zalachenko zu beseitigen. Mit Hilfe von Salanders ehemaligen Psychiater Dr. Teleborian soll vor Gericht eine endgültige Einweisung in eine geschlossene Anstalt erwirkt werden. Zu ihrer Rettung arbeitet ihr Detektivpartner Blomkvist konzentriert mit dem schwedischen Verfassungsschutz zusammen, um während des Prozesses zum ultimativen Gegenschlag ausholen zu können: Freiheit und Geschäftsfähigkeit von Lisbeth Salander und Zerschlagung der auf eigene Rechnung operierenden Geheimorganisation. Alles dokumentiert mit einer krönenden Ausgabe des investigativen Millennium-Magazins.

Schon „Verdammnis“ hatte nicht mehr die Klasse des Thrillers „Verblendung“ und auch der letzte Teil weist stellenweise leider nur entfernt die Qualität auf. Das liegt natürlich auch daran, dass Teil 2 und 3 ein langer Film ist, der in der Mitte durchgeschnitten wurde. Konzipiert fürs Kino war ursprünglich nur der erste. Visuelle Thrillerelemente sind rar. Enttäuschend auch die plumpen und hölzern wirkenden Szenen mit der Nebenfigur Niedermann, Salanders Halbbruder. Welche Rolle dieser Hüne spielt, bleibt leider völlig im Dunkeln. Hatte man in „Verdammnis“ bei ihn das Gefühl, dass noch etwas Interessantes kommt, verflüchtigt sich das schnell. Die Kampfszenen haben lediglich 70er Jahre Vorabendserien-Charakter und mussten die Rocker, die den kaltblütigen Mörder umbringen, unbedingt politisch korrekt verhaftet werden? Es ist doch kein US-Familienfilm - völlig unnötig und uncool. Schon eine der ersten Sequenzen, in der der Riese eine Polizeistreife stoppt und quasi in Zeitlupe erledigt, lässt erahnen, dass mit Daniel Alfredson kein würdiger Nachfolger des Verblendungsregisseurs gefunden wurde. Positiv dagegen ist die letzte Begegnung von Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist. Stimmig mit ihrer Figur fällt sie ihrem Retter nicht überschwänglich um den Hals, sondern ringt sich nur ein verhaltenes, scheues „Danke“ ab. Das Ende bewahrt damit noch einmal eindrucksvoll die Aura der unnahbaren, klugen junge Außenseiterin. Überhaupt ist es eben der faszinierende Charakter der Lisbeth Salander, der keine Frage aufkommen ließ, ob man sich alle Teile der Trilogie ansehen möchte. Die unglaubliche Präsenz von Noomi Rapace sorgt dafür, dass der Film immer dann in den Bann zieht, wenn sie auftaucht. Besonders die gelungenen Gerichtsszenen leben von der bedrohlichen und auch liebenswerten Ausstrahlung der 30-jährigen schwedischen Schauspielerin, um die sich die Filmwelt in den nächsten Jahren sicherlich reißen wird, verkörpert sie doch einen besonderen eigenen Typus. Dass sie es aktuell ablehnt in einer Hollywood-Neuverfilmung noch einmal zu spielen, steigert nur ihren künstlerischen Wert, denn in den drei schwedischen Filmen gab sie bereits alles und neue Projekte warten. Ich wünsche auch keiner anderen Darstellerin mit Rapace verglichen zu werden -  das könnte schmerzhaft werden. Der dritte Teil der Millenium-Trilogie von Stieg Larson, „Vergebung“, ist seit Donnerstag im Kino.

S 2009, R.: Daniel Alfredson, 149 Min.

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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