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Inception
 

Wie gut oder wie schlecht „Inception“ gelungen ist, geht auf das Konto von Christopher Nolan. Auf der Habenseite steht eindeutig Leonardo di Caprio, der die Hauptfigur Dominic Cobb spielt. Cobb ist ein Extractor im Dienst der Wirtschaftskriminalität. Indem er sich Zugang zum Unterbewusstsein einzelner Menschen verschafft und einzelne Gedanken extrahiert, raubt er deren Ideen und Wissen, das er seinen Auftraggebern verkauft. Das gelingt durch Vernetzung mit den Opfer - beide finden sich in einen Traum wieder, den allerdings der Extractor bewusst steuern kann, da er zuvor mit einem Architekten eine bestimmte Traumwelt erschaffen hat, in der die Sequenzen nach einem Plan stattfinden Möglich sind auch mehrere Ebenen, also eine weitere Vernetzung im Traum. Eine kurze Zeitspanne in der Realität verlangsamt sich in jeder Stufe. Zwei reale Minuten sind dann viele Stunden. Die Gefahr ist, sich darin zu verlieren und nicht mehr aufzuwachen, wenn man mit Drogen in einen langen Schlaf versetzt wird. Dominic Cobb und seiner verstorbenen Frau Mal ist derartiges passiert und als sie dann doch aufwachten, verlor Mal den Sinn für die Realität und konnte nicht mehr entscheiden. Cobb hatte dem privaten Glück nachhelfen wollen und ihr einen Gedanken eingepflanzt, eine sogenannte Inception. Er gibt sich die Schuld an ihrem Selbstmord, etwas, das ihn bei seiner Arbeit des Gedankenklaus zunehmend behindert. Ständig geistert seine tote Frau durch seine Traumwelten. Völlig real dagegen ist die Anklage in den USA. Dort glaubt man, er habe seine Frau umgebracht, was ihn hindert wieder einzureisen und seine Kinder zu sehen. Der japanische Geschäftsmann Saito bietet ihm an, seine machtvollen Verbindungen auszuspielen, um die Anklage aufzuheben. Bedingung ist, eine Inception bei einem Erben auszuführen, der im Begriff ist, in Kürze ein mächtiges Wirtschaftsimperium zu übernehmen, das den Interessen Saitos im Weg steht. Es gilt, ihm den Gedanken einzupflanzen, dass er das Unternehmen seines Vaters zerschlagen möchte. Cobb stellt daraufhin ein Team zusammen. Die Traumvernetzung mit dem Erben ist während eines gemeinsamen Fluges in der Maschine Saitos geplant. Jetzt hängt die Zukunft Cobbs von Tramwelten ab.

Christopher Nolan ist ein ausgesprochener Fan von Rückblenden, verschiedenen Ebenen, Bewusstseinsverschiebungen und überraschenden Wendungen. In jeden seiner bisherigen Filme bedient er sich mal mehr, mal weniger derartige cineastischer Mittel, um den Zuschauer zu fordern, ihn lange über die Bedeutung einzelner Szenen nachdenken zu lassen. „Inception“ ist da die logische Konsequenz nach Filmen wie „Memento“, „Batman begins“ oder „Prestige“. Allerdings ist die These „weniger ist oft mehr“ durchaus angebracht. „Inception“ ist zu verwirrend mit seinen ineinander verschachtelten Handlungsebenen, die irgendwann überfordern und damit das Gegenteil bewirken, was beabsichtigt war. Es wird nur noch oberflächlich konsumiert, statt immer tiefer in die Geschichte hineingezogen zu werden. Der hohe Action-Anteil, der den Film an vielen Stellen nur unnötig laut macht, ist störend Die häufiger Schießereien erscheinen meistens sinnlos. Warum muss sich auch ein Regisseur wie Christopher Nolan, der immer interessante Geschichten zu erzählen hat, dem unsinnigen Zeitgeist der nervösen, schnellen Schnitte unterwerfen? Ähnlich, wie der letzte Bond-Film verliert auch „Inception“ bei diesen Sequenzen enorm an Atmosphäre und Intensität. „Inception“ reiht sich bei mir ein in die gerade in letzter Zeit immer länger werdende Liste von Kinofilmen, die nur in einzelnen Szenen hochgradig glänzen: immer dann, wenn gute Schauspieler dominieren und nicht der Computer für austauschbare, seelenlose Visualisierungen sorgt. In der Gesamtheit kommen sie dann nicht über ordentliches Mittelmaß hinaus. Leonardo di Caprio ist das Beste von „Inception“. Seine ausdrucksstarke Präsenz steigert sich mit jedem Jahr. Für mich gehört er klar zu den top ten der Charakterdarsteller. „Inception“ hat mich etwas enttäuscht. Ich bin mir sicher: nehmt Christopher Nolan die Millionen weg und er wird wieder Highlights kreieren. Der neueste Film hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck, ist aber dennoch allein wegen di Caprio einen Besuch im Kino wert. „Inception“, ein Action-Thriller, seit 29. Juli in den Kinos.

USA/GB 2010, D. + R.: Christopher Nolan, 148 Min., FSK ab 12

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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