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Rum Diary
 

Beim Blick auf die Romanvorlage werden Erinnerungen an den Film „Fear and Loathing in Las Vegas“ wach, der ebenfalls auf einem Stoff von Hunter S. Thompson basiert. Auch diesmal ist die Hauptfigur, Paul Kemp, ein Alter Ego von Thompson.

Johnny Depp spielt Kemp, einen Journalisten aus New York, der 1959 nach Puerto Rico reist, um in der Hauptstadt San Juan ein Angebot der Tageszeitung „San Juan Star“ anzunehmen. Chef Lotterman hält nicht viel von seiner Redaktion und erhofft sich durch frisches Blut einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung. Schnell merkt Kemp, dass es bei dieser Zeitung vor allem darum geht, der Tourismus-Branche als Erfüllungsgehilfe zu dienen und nicht störende negative Nachrichten zu verbreiten. Seine Kollegen trinken reichlich und auch er gewöhnt sich schnell an ein entspanntes, immer etwas vernebeltes Journalistenleben. Die schöne junge Chenault, gespielt von Amber Heard, passt da perfekt ins Bild. Leider gehört sie bereits dem smarten Geschäftsmann Sanderson (Aaron Eckhart). Er überredet Paul Kemp, für ihn und seine Hotelinvestoren als perfekt geschmierter Hochglanzmagazinschreiber zu arbeiten. Aber die Schattenseiten des Kolonialismus lassen sich doch nicht ganz ausblenden und nach ein paar misslichen Aktionen und dem Untergang der Zeitung erwacht ein echtes investigatives Journalistenherz aus dem gefühlten Koma: Paul Kemp kämpft um die Zeitung, um die Wahrheit und um die Liebe zu Chenault.

Wer einen schrägen Streifen im Sinne von „Fear and Loathing …“ erwartet, wird allerdings enttäuscht sein. Trotz des Titels „Rum Diary“ bekommt man im Gegensatz zur damaligen Thompson -Verfilmung vom Zusehen keinen Rausch und die Handlung verläuft durchaus geordnet. Depp ist zwar in seinem Element in der Rolle des etwas verpeilten Lebenskünstlersmit gutem Herz, aber er wirkt dennoch meistens geerdet und nüchtern genug, um die Verhältnisse zu überblicken. Im Gegensatz dazu sein Kollege Giovanni Ribisi, der einen komplett verdrehten, äußerst schrägen Charakter abgibt. Dem kantigen Aaron Eckhart nimmt man den skrupellosen Geschäftsmann ohne Probleme ab. Der Nebenschauplatz, die Liebesgeschichte mit der zierlichen, attraktiven Amber Heard, und die ganze Filmkulisse in Puerto Rico schmeicheln dem Auge sehr. Aber auch die Kritik am System der konsequenten Ausbeutung einer Kolonie wird deutlich. Sie bleibt aber immer verdaulich und ätzt nicht wirklich spürbar. Insgesamt überwiegt eine leichte Stimmung mit einigen komischen Elementen. Typisch ist die Szene in einem Restaurant, in der sich die Situation dramatisch verfinstert und es eine gefühlte Ewigkeit dauert bis das in den Gehirnwindungen zweier Saufköpfe ankommt. Wer Johnny Depp mag, wird auch „Rum Diary“ gerne sehen und wer auch aus den im besten Sinne alltäglichen Dialogen und Handlungen die interessanten Nuancen herausfiltern kann, wird gut unterhalten werden. Insgesamt schafft es der Film leider nicht, einen Aha-Effekt zu erzeugen. „Rum Diary“ ist daher ordentlich bis gut. Ins Kino gehen lohnt sich.

USA 2011, D: Coraly Santaliz, R: Bruce Robinson, 110 Min., FSK ab 12 Jahren

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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