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Django unchained
 

Der deutsche Ex-Zahnarzt Dr. King Schultz, jetzt Kopfgeldjäger, kauft den Sklaven Django frei, weil er hofft, dass der Leute identifizieren kann, hinter denen er her ist. Er verfolgt nämlich eine dreiköpfige Bande, weiß aber im Gegensatz zu Django nicht, wie die aussehen. Er nimmt ihn mit und bietet ihm an, sein Assistent, auch Kopfgeldjäger zu werden. So machen sie kurz vor dem Bürgerkrieg in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts irgendwo im Süden, wo die Sklaverei noch grenzenlos blüht, die Gegend unsicher. Dann bittet Django seinen Mentor, seine Frau zu finden, die irgendwo verschollen ist. Sie hören, dass diese Frau, sie heißt  Broonhild - da kommt was aus der deutschen Sagenwelt - auf der Candy-Farm sein soll. Das ist die Farm von John Candy, der auf seiner Farm auch Sklavenkämpfe betreibt, in denen zwei Sklaven wie im alten Rom miteinander kämpfen müssen bis einer stirbt. Da sieht man äußerst blutige Szenen. Sie kommen da rein in dem sie sich als Käufer von Sklaven ausgeben. Sie vereinbaren ein Dinner, um die Frau zu finden und sie frei zu kaufen. Das Ganze endet in einem grandiosen Tarantino-typischen Show-down.

Quentin Tarantino behandelt in dem Film seine klassischen Themen: Rache - das war bei „Kill Bill“ ein Thema, auch schon bei „Pulp Fiction“ und bei „Inglorious Bastards“; Wild West - Tarantino ist ein richtiger Fan des Wilden Westens, das hat er auch bei „Kill Bill“ reingepackt, obwohl das im Osten spielt, und „Django unchained“ hat so richtig die Farben der Italo-Western. „Django“ heißt ja auch ein berühmter Italo-Western, dessen Darsteller Franco Nero sogar eine kleine Gastrolle hat. Die Geschichte ist aber überhaupt nicht angelehnt an die Ur-Django-Filme. Typisch Tarantino auch: einerseits schwarzer Humor, witzig, andererseits spritzt das Blut und nicht zu knapp. Man lacht und schon zehn Sekunden später bleibt einem das Lachen in der Kehle stecken, denn es sind durchaus grausame Bilder. Die Gewalt ist bei Tarantino immer ein bisschen comichaft, aber nicht unbedingt etwas für zart Besaitete, dafür wird es wirklich sehr blutig. Der Film hat hervorragende Dialoge, die oft gar nicht zum Setting passen. Gerade der Zahnarzt Dr. King Schultz redet mit irgendwelchen dahergelaufenen Idioten in absolut geschliffener Sprache. Es war Tarantino ein großes Anliegen, das Thema Sklavenhaltung darzustellen und zu verarbeiten. Mit drastischen Bildern zeigt er, wie die Sklavenhaltung im 19. Jahrhundert in den USA abging. Das Wort ‚Nigger‘ kommt wohl 50mal vor. Tarantino stellt viele Weiße als absolute Hillbilly-Volltrottel hin, dass man sich fragt, wie es sein kann, dass die die Schwarzen versklaven konnten. Die Besetzungsliste ist wie immer erstklassig. Er hat Jamie Fox engagieren können als Django. Christoph Waltz spielt den deutschen Ex-Zahnarzt Dr. King Schultz, der jetzt als Kopfgeldjäger arbeitet. Diese symbolhafte Namensparallele zu  Martin Luther King für den Bekämpfer des Sklavenmarktes, der Sklavenhaltung ist typisch Tarantino. In einer grandiosen Rolle spielt Leonardo DiCaprio den diabolischer Plantagen- und Sklavenbesitzer. Wer Leonardo DiCaprio und seine Schauspielkunst mag, muss diesen Film ansehen, denn er spielt diesen unbarmherzigen extrem brutalen Arschlochtyp eines Plantagenbesitzers unfassbar gut. Samuel L. Jackson, der auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen ist, spielt einen Ex-Sklaven, der sich jetzt als Butler auf die andere Seite geschlagen hat und mittlerweile noch schlimmer rassistisch geworden ist als der schlimmste Weiße.
„Django unchained“ ist ein absoluter Volltreffer, ein Highlight in diesem Jahr.

USA, 2012, D. + R.: Quentin Tarantino, 165 Min., FSK: ab 16

(Radio Neckar - Supreme im Freien Radio für Stuttgart)

 


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