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DIE 1000 GLOTZBÖBBEL VOM DR. MABUSE
  Ob der blinde Hellseher Dieter Gekeler - der an einer passenden Stelle den schwäbischen Spruch "I be koi Hellseher" raushaut - wohl vorhersagen könnte, ob dieser Film, falls er auf sächsisch synchronisiert würde, ebenso selbstironisch-begeistert vom dortigen Publikum aufgenommen würde? Im Peter Lagerfeld-Look des Schauspielers Wolfgang Preiss mischt der Wahrsager mit einer Variante von Dodokays aus Youtube bekannten Stimme in der Handlung mit („Der Ring isch in Wirklichkeit aus‘m Yps-Heft!“). Der Schtuegeter Kriminalkommissar Krass, verkörpert durch Gert Fröbe („Da wär‘ i meiner Lebtag it d‘raufkomme!“), lässt durch Mitarbeiter Kaiser eine „Asia-Box mit Chicken“ bestellen und weiter geht‘s mit dem Ermitteln.

In Nürtingen sorgte der Film jedenfalls für ein volles Kino und für Lacher – und Dodokay (Doominik Kuhn) führte nach Friendship-Fotos und Autogrammstunde selber in den Film ein. Visuelle Grundlage ist Fritz Langs letzter Kinofilm aus dem Jahr 1960 („Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“). Dodokay hat ihn remixt – anders zusammengeschnitten – und in gewohnter Weise schwäbisch synchronisiert. Da werden eben Augen zu Glotzböbbel, es geht natürlich um die Kehrwoche, die Sauberkeit im Treppenhaus, dem Hass des Prenzelberg, den gelben Sack, der „heit schwer zu bekommen ist“ - übrigens ein aktuelles Thema in Nürtingen – und von Menschen, denen „man in‘s Hirn geschissen hat“.

Gangster-Genie Dr. Mabuse hat es diesmal aufs Internet abgesehen. Dessen geheime Schaltzentrale befindet sich im Hotel ‚Zum güldenen Grasdackel’ in  Leimerstetten auf der Schwäbischen Alb, abgesichert durch eine dicke Tresortür, die sich automatisch öffnet. Auch die Landesregierung ist -  finanziell - am Internet beteiligt. In diesem Hotel geht es rund: Die von A bis Z suizidale Sabine Hirrlinger (Dawn Addams) wird von Millionär Helmut Wurster (Peter van Eyck) gerettet, Vertreter Hans-Martin B. („B für Bauch“) Lamparter (Werner Peters) ist stets dabei.
Die Bösewichter sind Dr. Mabuse und seine Helfer. Und wer hätte gedacht, dass Internet-Betreiber Mark Sackerberg (Wolfgang Preiss) nicht nur eine edelmütige Rolle mit seinem Fleißbook spielt, denn „mit Hilfe des Internets kann man alles erreichen, man kann mit ihm zur Weltmacht kommen!“ (Sackerberg). Doch Kriminalkommissar Krass – er heißt wirklich so – lässt sich ein Leberkäsweckle bringen und ermittelt weiter. Das Internet – selbstredend haben die Schwaben es erfunden - wird dann erstmal auf Eis gelegt, vielleicht in den 90er Jahren kann man es dann mal wieder damit probieren.

Interessant war die Einführung von Dodokay im Kinosaal, der von uns von STATTzeitung erfuhr und der hoffte, dass man ihm nach diesem Film nicht die Lepra wünscht. Und STATTzeitung erfuhr von ihm, dass er gar kein Drehbuch geschrieben hat, sondern drei Monate stets bis Drei in der Nacht so lange im Studio direkt herumsyncronisiert hat, bis es gepasst hat. Und tatsächlich: Sogar die Lippen des Kommissars bewegen sich genau richtig – nämlich schwäbisch.

Oje, ich hab‘ vergessen, den gelben Sack heraus zu stellen – noch schlimmer, der steht noch im Treppenhaus! Muss ich unbedingt machen, wenn ich vom Kino heimkomme und bevor ich diese Rezension tippe nachsehen, ob er nicht auf den Treppen abgefärbt hat. Puhh, bin wieder beruhigt, hatte ja gar keine mehr, denn die gab‘s ja im Rathaus nicht.

Dauer: 89 Minuten
Regie: Fritz Lang
Regie-Remix: Dodokay aka Dominik Kuhn
Sprecher, schwäbisch: Dodokay
FSK: ab 12 Jahren
www.dodokay-mabuse.de
 


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