Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Kurznachrichten
Zukunftsfähiges NT
NTegration
Veranstaltungstipp
Foto der Woche
EssBar
LesBar

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel

  Über uns


 

  Musik
 
Jazzkantine spielt Volkslieder
 

Ein Blick auf das Angebot an Deko-Artikeln, Accessoires und den Nürtinger Bahnhof zur Wasen-Zeit macht klar, ein spielerischer Umgang mit Hirschgeweihen, Trachtenlook und Edelweiß ist angesagt. So präsentiert sich auch die Projektband Jazzkantine auf dem Cover ihres neuesten Werkes „Jazzkantine spielt Volkslieder“ in rot karierten Hemden bei einer musikalischen Brotzeit in einer vergilbten Bauernkneipe. Auf einem Videoclip spielt die Combo in jener Kneipe „Im Frühtau zu Berge“. Da wird viel gestikuliert und grimassiert, aber dass die Musik dabei tatsächlich aufgenommen wurde ist angesichts fehlender Mikrofone schwer glaubhaft. Das Spektrum der verarbeiteten Lieder reicht vom „Bi-Ba-Butzemann“ über „Hoch auf dem gelben Wagen“, „Die Gedanken sind frei“ bis zur „Ode an die Freude“ (Im Booklet wird eingeräumt, dass das eigentlich kein Volkslied ist). Dazwischen wird verhandelt, wie man zu Volk und Heimat steht, weil es wohl nicht als selbstverständlich betrachtet wurde, sich mal mit den ersten Liedern zu beschäftigen, die man nicht im Radio gehört, sondern (nicht jeder) mit Eltern oder in der Schule selbst gesungen hat. Und weil nicht alle Deutschen im gleichen Land geboren wurden, präsentiert Tachi auch sein Verhältnis zur „Mutter Türkei“. Bei den Volkslied-Interpretationen werden die Takte meist verlangsamt und Raum geschaffen für jazzige Melodie-Variationen. Dabei entsteht schöne Hintergrund-Musik, ohne einen Knaller mit Ohrwurm-Qualität zu erzeugen. Das Booklet zeigt mit vierzeiligen Erläuterungen zu den einzelnen Liedern, dass Volkslieder nicht einfach die ländlichen Vorläufer von Herz-Schmerz-Schlagern waren, sondern oft auch einen politischen Hintergrund haben, schon allein deshalb, weil sie entstanden oder festgehalten wurden, als der Traum von einem Nationalstaat eine Absage an die herrschende Monarchie war. In den einzelnen Stücken werden eher aktuelle Assoziationen mit den nicht einfachen Begriffen Heimat und Volk angesprochen. In dem Titel „Wenn ich ein Vöglein wär“ (Peter Schanz und Pat Appleton) wird deutlich, dass es in Zeiten unbegrenzter Mobilität kein unerfüllbarer Traum mehr ist, die ferne Liebste zu sehen, sondern nur noch eine laue Entschuldigung, dass man doch kein Vogel, Fisch oder Auto ist. Die Strophen, in denen sich die Lieder mit der Endlichkeit des Lebens (das Gerippe auf dem gelben Wagen) oder der Eingebundenheit in die göttliche Schöpfung befassen, wurden bei der Jazzkantine weggelassen.

Die Jazzkantine besteht auf der aktuellen Scheibe aus Cappuccino (Gesang), Tachi (Gesang), Christian Eitner (Bass und Produzent), Tom Bennecke (Gitarre), Andy Lindner (Percussion), Simon Grey (Keyboards), Christian Winnighoff (Trompete), Heiner Schmitz (Saxofon) und Air-Knee (DJ). unterstützt werden sie von Nils Landgren (Posaune), Peter Schanz (Texter), Pat Appleton (Sängerin von De Phazz), Bene Aperdannier (Piano), Michel Begame (Sänger von „Such A Surge), Carlos (Rapper), Sam Leigh-Brown („Hip Teens …“), Kai Wingenfelder („Fury In The Slaughterhouse“) und Captain Groth (Saxofon).

Jazzkantine: "Jazzkantine spielt Volkslieder", Label: Polydor (Universal), ASIN: B007DARJYK


 

 


Anzeigen



Impressum
© 2004-2017 Nürtinger STATTzeitung