Forum

  Nachrichten
Kommunalpolitik
Politik
Umwelt
Kultur
Stattzeitung aktuell
Sport
Nürtingen global
Jugend
Personalia
Verkehr
Arbeitswelt
Soziales
Geschichte
Bauen
Presseschau
Wirtschaft
Kurznachrichten
Zukunftsfähiges NT
NTegration
Foto der Woche
EssBar

  
Terminkalender
Veranstaltungen
Ausstellungen

  
Kulturtipps
Kneipentest
Bücher
Filme
Musik
Lyrik
Reisen
Hörbücher
NTouren
NThörBar
Musikmachende

  Schatzkästle
Fotogalerie
Fortsetzungsroman
Links
Was kochsch du?
Gabi Zapf (Roman)
Fundgrube
Rundschlag
Jahreszeiten
Hausmittel
Kleinanzeigen

  Über uns


 

  Lyrik
 
Süß gespielt ist der Tod,...
 

Süß gespielt ist der Tod,
nun im Mahnmal. Zu denken
befiehlt sich stets vor der Tat.
Dunkel streichen die Geigen
in Stunden bekundeter Abscheu
vor Grausamkeit, gründlich geübt.
Blühen Blumen der Liebe da erst
in  toten  Gebinden des Glaubens
über  Millionen  von Toten?  -  Der
Tod zieht aus in die Welt,  und es
ist, was Wunders, das Gedenken
ein Meister aus Deutschland, das
behauptet,  zu  lernen  aus  Taten,
doch  liefert es  aller Welt  Waffen.
Es  pflastert die Gassen, pflastert
die  Straßen  glänzend mit  Gold,
mit dem Gold seiner Opfer, Alleen
des  Grauens, Kunde der Heimat:
Unendlich, ungenügend die Stätte,
zu klein jede Stadt dieses Landes
voll der versagten Gräber auf Erden.
Deutschland pflastert die Gassen, es
pflastert die Straßen, es pflastert und
pflastert  Boulevards  und  alle Alleen
mit  glänzendem Gold,  mit dem Gold
seiner  Opfer,  mit Namen,  vergessen,
geprägt in Steine der Scham, in Steine
der Schande.  - Der Tod ist ein Meister
aus Deutschland, es liefert die Waffen.
Stolpert nur über die Steine beizeiten,
Bürger, selbstgerecht zur Genüge, und
denkt,  noch ehe ihr fallt, noch ehe ihr
fällt, in die Falle geht dessen, der war
ein Meister aus Deutschland,  der ist …
Sind aus Zahngold Steine zu stolpern,
zu stolpern beizeiten, Stolpersteine, SS …
Süß gespielt ist der Tod um das Mahnmal
und weich ist gespült nun der Tod in Riten,
doch  niemand ... nimmt euch  die Schuld,
bleibt der Tod ein Meister aus Deutschland!

                       Michael J. H. Zimmermann

Neben dem mehrfach zitierten Paul Celan (Todesfuge) verdanken sich die Verse Michael J. H. Zimmermanns der eigenen historischen Auseinandersetzung mit dem Thema im Gespräch mit Manfred Bosch, und dies im Bann der literarisch gestalteten Begegnung Nina Jäckles mit Raymond Federman (im unvergleichlichen Text der Autorin "Stones to stumble", einer Lebensfuge und großen Hommage an die Aufrichtigkeit, die Liebe, die unverstellte Sprache des Herzens).

 


Anzeigen



Impressum
© 2004-2017 Nürtinger STATTzeitung