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  Reisen
 
Mitsegeln auf der Albert Johannes
 

Mitsegeln gegen Geld auf deutschen Schiffen geht offiziell gar nicht. Trotzdem gibt es auch einige Gelegenheiten von deutschen Häfen aus einen Törn zu buchen. Die Schiffe segeln dann meist unter ausländischer Flagge. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum die Albert Johannes, die Törns von drei Tagen bis 2 Wochen Dauer von Rostock und Kiel aus anbietet, die niederländische Flagge am Mast führt. Der Dreimastgaffelschoner wurde 1928 in Holland gebaut und ist heute das größte seetaugliche Plattbodenschiff in Europa, wenn nicht gar in der ganzen Welt. Groß heißt genau 46 m lang und 5,60 m breit und Platz für 26 Mitsegler auf Mehrtagesfahrten. Plattbodenschiff heißt, dass die Albert Johannes keinen Kiel hat. Stattdessen können bei Bedarf zwei Seitenschwerter an beiden Seiten des Schiffes heruntergelassen werden. Nachdem ich festgestellt hatte, dass die Kosten sich in einem erträglichen Rahmen bewegen, habe ich mich zu einem Mitsegeltörn auf der Albert Johannes angemeldet und ich möchte es hiermit eindringlich weiterempfehlen.

Zum Mitsegeln braucht man keinerlei Segelerfahrung mitzubringen, die notwendigen Grundkenntnisse werden zu Beginn der Fahrt vermittelt, so dass sich anschließend jeder nach Lust und Geschick an den Bordarbeiten beteiligen kann. Mitarbeit ist durchaus erforderlich, denn die zweiköpfige Crew könnte alleine das Schiff vermutlich nur mit Motorkraft voranbringen, aber nicht segeln. Jeweils sechs Mitsegler werden benötigt, um die Hauptsegel an den drei Masten hoch zu ziehen und zu befestigen. Aber die meisten, die einen Mitsegeltörn buchen, wollen ja genau das: erleben, wie dank der eigenen Muskelkraft die Segel hoch und runter gehen, wie die hunderte Meter von Tauwerk geordnet werden, damit niemand drüber stürzt, wie die Segel geborgen werden oder wie die Fender (Stoßdämpfer) beim Anlegen fixiert werden. Wer möchte, kann nach Einweisung durch den Maat und mit einem Sicherheitsgurt auch in den Wanten den Mast hinauf steigen oder sich in das Klüvernetz vor dem Bug des Schiffes begeben. Dabei kann man entweder die gute Aussicht, die Einsamkeit und den Wellengang genießen oder man kann an diesen ausgesetzten Punkten die eingeholten Dreieckssegel unter fachlicher Anleitung korrekt verstauen, so dass sie bei nächster Gelegenheit wieder ordentlich gesetzt werden können. Der Dreimastschoner ist kein wendiger Flitzer, so dass bei gutem Wind, wenn die Segel gesetzt sind, für die Mitsegler nicht mehr viel zu tun ist und man in aller Ruhe die neuen Eindrücke aufsaugen kann. Im Steuerhaus kann man dann mal schauen, wie der Skipper das Schiff auf Kurs hält.

Die beeindruckende Erscheinung der Albert Johannes sichert bei jeder Hafenankunft die volle Aufmerksamkeit der Landratten. Nach einer Erkundung der näheren Hafenumgebung, bei dem man merkt, dass die Erde sich gar nicht ruhig durchs All dreht, sondern sich hebt und senkt, wie man es eher von einem Schiff erwartet, wird an Bord das Abendessen zubereitet. Auch hier müssen die Mitsegler natürlich mithelfen. Glücklicherweise wurden wir nicht einfach mit der Frage alleine gelassen, wie blase ich ein 4 Personen-Rezept für die siebenfache Zahl hungriger Münder auf, sondern Cora sorgte mit ihrer Erfahrung aus vergangenen Törns dafür, dass jeden Abend (und auch mittags auf See) ein gut abgeschmecktes Essen auf die Tische in der Messe kam. Nach meiner Anfrage war es auch problemlos möglich jeweils eine vegetarische Variante des vorgesehenen Mahls zu bereiten. Weder der Geschmack, noch die Mengen ließen zu wünschen übrig und das ist wichtig, denn Segeln macht hungrig! Und müde. Die Unterbringung erfolgt in Kajüten mit zwei bis sechs Kojen einem Waschbecken und begrenztem Platz für Gepäck.

Ich kann mir vorstellen, dass ich so was nicht zum letzten Mal gemacht habe.

 


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