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  Reisen
 
Wanderreiten auf der Mühlviertler ALM in Österreich
 

Wanderreiten ist eine fabelhafte Möglichkeit, andere Länder oder Landstriche kennenzulernen. Voraussetzung dafür sind allerdings gute Reitkenntnisse und Kondition. Wer dann noch das Glück hat, auf brave Pferde und nette Mitreiter zu treffen, so wie ich, dessen Glück steht nichts mehr im Wege.

Die Mühlviertler Alm ist ein großer Naturreitpark in Österreich, nördlich von Linz, mit ausgezeichnet beschilderten Wanderreitwegen und einer dazugehörigen Reitkarte. Die Gegend ist sehr hügelig und ähnelt ein bischen dem Schwarzwald, kam mir aber trockener vor. Etliche Betriebe haben sich auf die Reiturlauber eingestellt, vom Schnapsbrenner (Schnapsrast) bis zum Highland-Rinder-Zücher (Vesperpause "Jause" mit Produkten vom Hof).

Nach dem Frühstück wurden die Pferde gesattelt, und nachdem jeder nochmal pinkeln war, zog die Karavane gemächlich von dannen. Wanderreiten ist eine eher gemütliche Sache. Meist wird in der langsamsten Gangart, im Schritt, geritten, was nicht bedeutet, daß nicht auch mal ein scharfer Galopp vorkommen kann. Gelegentlich wird auch eine Weile zu Fuß gegangen, was sehr erholsam für Pferd und Reiter ist.

Geführt wurden die Ritte von einer sehr netten Wanderreitführerin, die aus der Ecke von Frankfurt kommt. Das war insofern sehr angenem, weil die Jungchefin vom Hof, die sonst die Ritte führt, eher unfreundlich war. Vielleicht habe ich auch nur den Österreicherischen Charme in den falschen Hals bekommen, oder sie hatte nur ein paarmal schlecht geschlafen, wer weiß, jedenfalls waren wir ohne sie fröhlich und freundlich unterwegs.

Das Tagesprogramm waren etwa drei Stunden Reitzeit, auf kleinen Wegen durch die schöne Landschaft, bis zur Mittagsrast. Dort wurden die Pferde abgesattelt und meist auf eine Koppel entlassen. Nach dem Mittag ging es wieder etwa drei Stunden zurück. Jeden Tag entdeckten wir eine neue Ecke, eine neue Landschaft, neue Leute. So durften wir beim backen von Holzofenbrot mithelfen, bekamen eine Führung durch ein Bärengehege mit Bären, die Tierschützer aus elenden Verhältnissen gerettet haben, oder wir relaxten in einem Tipi am Fluß.

Ein absolutes Highlight wurde der Nachtritt. Wir ritten abends vom Hof weg, um auf einer benachbarten Ranch zu grillen. Nach Einbruch der Dunkelheit (sternklar aber mondlos und deshalb stockdunkel) tasteten wir die Weide nach unseren Pferden ab. Nachdem alle gesattelt hatten, stand ein Pferd immer noch nackig da, wir hatten ein Pferd zu viel eingesammelt.

Der Heimritt von cirka einer Stunde ging aber nicht etwa an einer beleuchteten Straße entlang, sondern führte auf kleinen, geschlungenen Wegen durch Wald und Feld nach Hause. Auf Wiesen und Feldern konnte man den Weg noch erahnen, aber im Wald wars zappenduster.

Man muß sich das mal so vorstellen: man reitet auf einem fremden Pferd in einer fremden Gegend über Stock und Stein uns sieht so viel, als hätte man die Augen geschlossen. Jederzeit könnte einem ein Ast ins Gesicht schnellen, Pferde nutzen gerne solche Gelegenheiten unliebsame Reiter loszuwerden, jetzt blieb nur noch blindes Vertrauen übrig. Bei diesem Ritt führte ich die Gruppe an, beziehungsweise mein Pferd führte, sie war die Mutigste und Zuverlässigste (und die Beste!), sie lief wie ein Uhrwerk nach Hause. Unter mir spürte ich die Bewegungen, die kleinen Kurven die sie entlangging, ansteigendes Gelände, ich hörte Pfützen unter mir und eine Holzbrücke... das einzige was ich sah, waren Baumwipfel und Glühwürmchen auf dem Boden.

Fast wären wir alle ohne einen Kratzer zu Hause angekommen, wenn die Pferde nicht direkt neben einem Graben gehalten hätten, als wir, kurz vor dem Hof, absteigen wollten. Man hörte einen Schrei nach dem anderen, und ich glaube, ich habe Pferde gackern gehört.

Marion
 
hier bin ich gewesen: www.wanderreiterhof-kern.at

weitere getestete Wanderreiturlaube von mir:
www.horse-holiday-farm.de (Irland) 1995
www.highlander-ranch.de (Bayerischer Wald) 2002

einige Anbieter für Reiterurlaube weltweit:
www.pferdreiter.de
www.reiterreisen.com

 


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