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Durch die Föllbachschlucht zu den „Ulrichsteinen“
 

Der Ulrichstein bei Hardt ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Geschichtsinteressierte können heute einem ausgeschilderten Pfad zu einer Felsformation folgen, in der sich 1519 der Sage nach der Herzog von Württemberg versteckt hatte. Es gibt in dem Waldstück allerdings noch einen zweiten Stein, um den sich eine Art Legende rankt.

Wir beginnen unsere Wegbeschreibung am Wanderparkplatz Föllbach, direkt an der Straße/Radweg zwischen Oberensingen und Grötzingen. Beim Parkplatz gehen wir um eine Schranke herum auf einen geschotterten Fahrweg in Richtung Norden bergauf in den Wald. Der Weg verläuft parallel zur Föllbachschlucht.

Der Name Föllbachschlucht hört sich abenteuerlich an, man darf aber nicht den Great Canyon von Nürtingen erwarten. Der Föllbach ist nur ein kleines Bächlein, das leider nicht besonders sauber aussieht, obwohl es in einem Waldschutzgebiet liegt. Für die Nürtinger Gegend ist der Bachlauf mit seinen Auswaschungen trotzdem reizvoll und begehenswert.

Nach einer Weile wird unser breiter Weg immer schmaler, bis er zum kleinen unbefestigten Trampelpfad wird, der sich an der kleinen Schlucht entlangwindet. Etwa zehn Minuten nach dem Start stoßen wir auf eine Felsengruppe, die an riesige Tische erinnert - der „falsche Ulrichstein“. Es gibt ihn also wirklich!

Der Steinhaufen ist zwar nicht so berühmt wie der Ulrichstein, aber dennoch ranken sich in Nürtingen Gerüchte um ihn. Da der richtige Ulrichstein immer schwer zu finden war, hielten viele das direkt am Weg stehende Double für den Ulrichstein. Das führte zu einer Art Legende, dass es einen falschen und einen echten Ulrichstein im Hardter Wald gäbe.

Jetzt kommt also Licht ins Dunkel! Es gibt wirklich zwei Steingruppen, und der „falsche Ulrichstein“ braucht sich nicht zu verstecken, der „isch supperschee“. Er lädt dazu ein ihn zu erkunden, auf ihm zu vespern oder in die Föllbachschlucht zu schauen.

Das alles tun wir natürlich ausgiebig und gehen schließlich weiter, bis wir in Sichtweite eines Koppelzauns kommen. Es gibt hier mehrere Abzweigungen, alle unbeschildert. Unser Weg geht eigentlich rechts weiter, es ist der am besten ausgetretene Pfad. Zuerst machen wir aber noch einen Abstecher geradeaus, um zu gucken, was es dort zu sehen gibt. Wir gehen den linken Pfad an der Weide entlang. Bald ist ein Rauschen zu hören, das lauter wird. Wir trauen unseren Augen kaum – ein Wasserfall!

Zugegeben ist der Wasserfall gefühlt nur einen guten Meter hoch, aber er ist trotzdem schön und springt lustig über breite Treppen hinunter. Wenn man sich im Staubereich gemütlich hinsetzt und den Libellen zuschaut, kann man sich problemlos in ein imaginäres Elfenland hineinträumen.

Genug gechillt, wir gehen zurück zu unserem Vorhaben. Unser Weg führt uns zum Waldrand. Fast stehen wir auf der Höhe zwischen Wolfschlugen und Nürtingen-Hardt, der weite Himmel ist gigantisch wenn man aus der Schucht herauskommt. Wenn man noch einen kleinen Ausflug nach ganz oben auf die Kreuzäcker macht, hat man dort einen tollen Rundblick, sowohl auf die Alb als auch auf die Felder der Filderhochfläche mit Wolfschlugen, Sielmingen und Harthausen.
 
Weiter geht es nach Süden, in Richtung auf die Burg Hohenneuffen, deren Silhouette am Horizont zu sehen ist. Bald geht es wieder in den Wald hinein, ab hier ist der echte Ulrichstein ausgeschildert. Der Wald versucht allerdings, die Schilder immer wieder hinter Zweigen zu verstecken, also aufpassen! Wenn unser geschotterter Weg eine scharfe Rechtskurve macht, geht ein winziger Fußweg in die Büsche hinein, von diesem Weg wiederum geht wenige Meter später ein noch kleinerer Pfad nach rechts weg, dort hinter weiterem Grünzeug versteckt sich der berühmte Ulrichstein!

Der Sage nach hat hier 1519 der Pfeiffer von Hardt den Herzog Ulrich von Württemberg versteckt. Dieser hatte wegen dauernder Steuererhöhungen die Bevölkerung gegen sich aufgebracht. Der Aufstand wurde zwar niedergeschlagen, aber nachdem er auch noch den Ritter Hans von Hutten ermordete und die freie Reichsstadt Reutlingen überfiel, war das Fass übergelaufen und er wurde vom Schwäbischen Bund vertrieben.

Der Ulrichstein steht auf einer Knochenmergelschicht, er ist vor einigen Jahren abgerutscht und steht jetzt nicht mehr so da wie 1519. Zeitweise war er aus Sicherheitsgründen sogar abgesperrt, besser ist, man klettert nicht auf ihm rum.

Zurückgehend muss man einmal geradeaus gehen statt dem breiteren Weg nach links zu folgen, der Parkplatz ist da aber schon fast in Sichtweite.


Kurzbeschreibung:
Die Wanderung kann man sehr für Kinder empfehlen. Sie dauert ohne Pausen etwa eine Stunde. Der Weg hat Steigungen, und ist oft schmal und unbefestigt, daher nicht für Rollis und Kinderwägen geeignet. Absolute Empfehlung ist länger anhaltendes trockenes Wetter, bei Feuchte sind die Wege sehr glitschig. Einkehrmöglichkeiten gibt es keine.

 

 


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